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Markus Winbeck: Zwischen Folklore und Heavy Metal

Arte begleitet LaBrassBanda-Posaunist aus Egglkofen auf musikalischer Entdeckungsreise in Norwegen

Nicht nur die Musik, auch die vielfältige Natur Norwegens durfte der Egglkofener Manuel Winbeck kennenlernen.
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Nicht nur die Musik, auch die vielfältige Natur Norwegens durfte der Egglkofener Manuel Winbeck kennenlernen.

Auf seiner musikalischen Entdeckungsreise dreht der Musiker Markus Winbeck aus Egglkofen mit dem Fernsehsender Arte einen Dokumentarfilm. Das Ergebnis gibt es am kommenden Sonntag (2. Mai) zu sehen.

von Sophia Strasser

Egglkofen – Manuel Winbeck ist ein Musiker, der Tradition und Moderne verbindet. Die Band „LaBrassBanda“, in der Winbeck Posaune spielt, revolutionierte die bayerische Blasmusik und erlangte Berühmtheit auf der ganzen Welt. Der 39-Jährige hat aber auch viele eigene Projekte, unter anderem eine eigene Band, „Monobo Son“.

Die Posaune als Erkennungszeichen: Manuel Winbeck bei einem Auftritt auf dem Mühldorfer Volksfest.

Nun ist er erstmals auch Gastgeber eines Dokumentarfilms: In „Sound-Treck Europa“ begibt sich Winbeck auf eine musikalische Reise durch Norwegen. Dort traf er Musiker und Bands unterschiedlicher Genres, die sich auf ihre Weise mit der traditionellen norwegischen Musik auseinandersetzen. „In dem Dokumentarfilm durfte ich verschiedene Musiker kennenlernen, die einen zeitgenössischen Zugang zur traditionellen norwegischen Musik suchen“, erklärt Winbeck.

Von Folklore bis Black-Metal

Der Film wurde vom Fernsehsender „arte“ produziert und ist Teil einer Reihe von Filmen, die sich mit der traditionellen Musik Europas auseinandersetzen. Die Idee für den Film sei vom Sender gekommen. „Die Regisseurin ist auf mich zugekommen und hat mich gefragt, ob ich mir ein solches Projekt vorstellen könnte.“ So seien die ersten Planungen entstanden.

Manuel Winbeck mit einem Musiker der norwegischen Black-Metal-Band „Enslaved“.

Projekt drohte an Corona zu scheitern

Ursprünglich war das Projekt für April 2020 vorgesehen, geplant war eine Reise mit der ganzen Band LaBrassBanda. Corona habe dem Filmprojekt aber einen Strich durch die Rechnung gemacht. „Ende August konnte ich aber doch noch reisen.“ Auf seinem Trip durch Norwegen traf Winbeck fünf verschiedene Musiker und Bands. „Jeder Tag meiner Reise war für mich eine Überraschung. Kein Musikstil glich dem anderen.“

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Oslo war der Startpunkt der Reise

Seine Reise begann in Oslo, wo er zuerst mit dem Kamerateam Bekanntschaft schloss und anschließend die Musiker der Band „Morgonrode“ kennenlernte. „Sie haben mit ihrer Musik den norwegischen Grammy gewonnen.“ An einem Fjord habe er ein Musikerehepaar getroffen, das sich schon seit 40 Jahren mit uralter Musik beschäftigt und zahlreiche Archive auf der Suche nach originalgetreuen Aufzeichnungen durchforstet hat.

Winbeck spricht von spannenden Erfahrungen

Auch einer Black-Metal Band blickte der Posaunist über die Schultern. Manuel Winbeck (Plus-Artikel OVB-Online) traf jede Band zum Interview und machte mit ihnen Musik. „Jedes Mal war die Herangehensweise an die Musik eine völlig andere. Eine ganz neue, spannende Erfahrung!“

Dankbar ist Winbeck dafür, dass auch abseits der Kamera genug Zeit blieb, mehr über die Musiker und das Land zu erfahren. „Mit einem der Musiker durfte ich auf einen Fjord hinausfahren. Er hat mir Geschichten aus dem traditionellen Norwegen erzählt, während wir die wunderschöne Natur genossen.“

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Authentische Begegnungen und Musik ohne Probe

Selbst vor der Kamera sei die Begegnung mit den Musikern authentisch gewesen, sagt Winbeck: „Das Kamerateam war immer dabei und hat alles mitgefilmt.“ Das sei im ersten Moment etwas ungewohnt gewesen. „Beim Musikmachen erkennt man, dass wir vorher nicht geprobt haben“, sagt er schmunzelnd.

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Kein strenges Drehbuch, sondern viel Spontanität

So seien auch schräge Situationen festgehalten worden. „Aber für den Zuschauer ergibt sich dadurch ein ganz anderer Wert“, sagt Winbeck. Kein schnödes Drehbuch. „Der Zuschauer wird mitgenommen und erlebt die Situation, wie sie tatsächlich stattgefunden hat.“ Besonders habe ihm die Liebe zum Detail gefallen, die die Norweger bei ihrer Musik an den Tag legen.

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Musikbranche ganz anders als in Deutschland

„Die Struktur der norwegischen Musikbranche unterscheidet sich von der in Deutschland“, stellt der Posaunist fest. Es gebe mehr private und staatliche Förderungen für Musiker. „Die Leute können in Norwegen ihre Leidenschaft für Musik leichter ausleben, ohne gleich auf den Profit schauen zu müssen.“

Gemeinsamen Weg mit Musik entdecken

Als aufregend empfand er es, zu entdecken, wie man durch die Musik einen gemeinsamen Weg findet, wo es sonst sprachliche Barrieren gibt. Die Gastfreundschaft und die Herzlichkeit der Menschen haben Winbeck beeindruckt. „Norwegen ist ein spannendes und vielfältiges Land, das ich auf jeden Fall noch einmal besuchen möchte.“

Winbeck hält Kontakt zu den Musikern in Norwegen

Zu einigen Musikern hält Winbeck weiterhin Kontakt. „Ein kleines Projekt hat sich ergeben, ich habe für einen Song der Black-Metal Band etwas eingespielt.“ Durchaus möglich, dass der Song auf dem Album erscheint.

Winbeck hat auf jeden Fall Blut geleckt: „Ich finde Reisen wahnsinnig spannend und es gäbe noch viele Musikkulturen, die ich gerne erkunden würde. Ich könnte es mir auf jeden Fall vorstellen, wieder einen solchen Film zu drehen!“

Der Film „Sound-Treck Europa“ wird am kommenden Sonntag, 2. Mai, um 23.25 Uhr auf dem Sender „arte“ ausgestrahlt. Er ist aber auch schon jetzt in der arte-Mediathek verfügbar.

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