So argumentiert der Bürgermeister von Neumarkt-St.Veit für das Ratsbegehren zum Stadtplatz

Unter Bürgermeister Erwin Baumgartner hat der Stadtrat das Ratsbegehren initiiert.
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Unter Bürgermeister Erwin Baumgartner hat der Stadtrat das Ratsbegehren initiiert.
  • Josef Enzinger
    vonJosef Enzinger
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Neumarkt-St. Veit – Am 23. April stand fest: Es wird auch ein Ratsbegehren geben. Der Neumarkter Stadtrat hatte dies in öffentlicher Sitzung mit 16:2 Stimmen beschlossen. Bürgermeister Erwin Baumgartner erklärt, warum er eine umfangreiche Sanierung für so wichtig erachtet.

Was hat Sie dazu bewogen, gegen das Bürgerbegehren ein Ratsbegehren zu stellen?

Erwin Baumgartner: Mit dem Ratsbegehren haben unsere Bürger eine Wahl zwischen den Vorstellungen des Bürgerbegehrens und den konkreten Planungen, die der Stadtrat in jahrelanger, intensiver Arbeit entwickelt hat. 

Finden Sie hier:  So argumentieren die Initiatoren von"Rettet unseren schönen Stadtplatz" in Neumarkt-St. Veit

Unsere Bürger können damit auch über die am 12. November 2019 einstimmig beschlossene Planungsversion des Ratsbegehrens entscheiden!

Am 12. Juli gilt es:  Sind die Neumarkter für eine moderate oder eine aufwendige Sanierung?

Sie sind dafür, dass die vom Stadtrat beschlossenen Sanierungspläne weiter verfolgt werden. Welche vier Eckpunkte sind Ihnen dabei besonders wichtig?

Baumgartner:Das Wohl unserer Stadt, unserer Bürger, ist mir eine Herzensangelegenheit. Ich möchte auch unseren Kindern einen Stadtplatz übergeben, der für ihre Zukunft ihre Erwartungen erfüllt. Die vier wichtigsten Punkte:

•Die Zeiten wandeln sich und damit auch unsere Lebens- und Wohnvorstellungen. War früher die autogerechte Stadt mit ausreichend Parkplätzen das Ziel, so gewinnt derzeit die menschengerechte Stadt an Wert. Unsere Innenstadt soll gerne besucht werden, auch wenn die Geschäfte geschlossen haben. Davon profitieren unsere Betriebsgärten der Gastronomie.

•Der Stadtplatz muss so umgebaut werden, dass die maximal mögliche Barrierefreiheit erreicht wird. Für Familien mit Kindern (Kinderwägen), Behinderte mit eingeschränkten Bewegungsmöglichkeiten (Gehbehinderte, Rollis, Rollstühle, Sehbehinderte) und auch für alle anderen Bürgern soll er eine Aufenthaltsqualität mit Charme und Anziehungskraft haben. Senioren, die zu Fuß unterwegs sind zum Einkaufen, zum Arzt, zur Apotheke, sind sicherlich froh, wenn es ausreichend schattige Sitzmöglichkeiten zum Ausrasten und Ratsch’n gibt. Das gilt auch für Handwerker, die sich am Stadtplatz eine Brotzeit kaufen und dort Mittag machen.

•Die Finanzierung für die Stadtratsvariante ist gesichert und genehmigt.

•Und ganz wichtig das Klima: Es werden statt jetzt zwölf Bäume im Stadtratsplan 17 Bäume. Die Schattenwirkung und damit die Reduzierung der Temperaturen ist wichtig, auch für die Bewohner am Stadtplatz.

Die Planung zur Stadtplatzgestaltung läuft seit mehreren Jahren. Was war Ihnen bei der Informationspolitik wichtig?

Baumgartner:Wir planen seit sieben Jahren an der Sanierung des Stadtplatzes und haben von Anfang an die Bürger mit einbezogen – erstmals im September 2013. Es gab Umfragen, wir haben gemeinsame Begehungen durchgeführt, die Gewerbetreibenden und Hauseigentümer eingeladen und Gruppen, wie Gaststättenbetreiber, extra befragt. Unzählige Vorschläge wurden soweit wie möglich in der Planung berücksichtigt.

Warum ist Ihnen eine umfangreiche Sanierung so wichtig? Hätte es nicht auch eine etwas kleinere Lösung getan?

Baumgartner:Bei jeder Lösung ist die Sanierung der Wasser- und Kanalleitungen zu berücksichtigen. Das heißt: Bei jeder Version werden rund 60 Prozent der Pflasterbereiche geöffnet. Eine „kleinere Lösung“ wurde natürlich geprüft. Dabei wäre aber die von uns gewünschte und notwendige Barrierearmut nicht sinnvoll möglich gewesen.

Ganz kurz: Wieso sollen die Bürger von Neumarkt-St. Veit für das Ratsbegehren stimmen?

Baumgartner:Es ist das Konzept der gewählten Bürgervertreter, das Konzept wurde für unsere Bürger mit unseren Bürgern entwickelt und von Fachleuten begleitet. Die Wertschöpfung für unsere Region mit einheimische Materialen ist uns wichtig. Ebenso die Wiederverwendung von ausgebauten Pflastersteinen. Die Entscheidungen hat der Stadtrat getroffen, nicht die Fachbehörden. Die Wasserleitungen am Stadtplatz sind teilweise aus dem Jahr 1928 und müssen dringend ersetzt werden. Mit der konkreten Sanierungs-Planung des Stadtrates kann die Umsetzung zeitnah beginnen. Insgesamt sind wir der Meinung: Wenn, dann g‘scheit - und das möglichst bald!

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