Von Apostelfürsten bis zur Heiligen Familie: Alle zwei Jahre ziehen Heilige durch Erharting

Aus dem gesamten südostbayerischen Raumkommen die Reiter nach Erharting, um am Stephani-Tag den kirchlichen Segen zu erhalten. Auf dem Bild die Abordnung des Georgi-Vereins aus Tittmoning-Kirchheim. Enzinger
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Aus dem gesamten südostbayerischen Raumkommen die Reiter nach Erharting, um am Stephani-Tag den kirchlichen Segen zu erhalten. Auf dem Bild die Abordnung des Georgi-Vereins aus Tittmoning-Kirchheim. Enzinger

Stephani-Umritt am 26. Dezember in Erharting: Brauchtumsverein erwartet am zweiten Weihnachtstag wieder über 200 Rösser beim Umzug. Auch Pfarrer Piotr Wandachowicz ist hoch zu Rosss unterwegs, bevor er alle Mitwirkenden segnet.

Erharting – Prächtige Rösser, Haflinger und Friesen, Schimmel und Shetland-Ponys, und auch ein Esel wird wieder mitmarschieren: Der Verein für Brauchtumspflege Erharting veranstaltet in Zusammenarbeit mit den Ortsvereinen am Donnerstag, 26. Dezember, um 14 Uhr den größten Stephani-Umritt Bayerns mit lebenden Darstellungen aus den Heiligenlegenden.

80 Mitwirkende mimen Heilige

Wie schon in den vorangegangenen Jahren sind auch für den heurigen Festzug von Roß und Reitern wieder einige attraktive Neuerungen und Veränderungen in Vorbereitung. So werden beim diesjährigen Festzug, der sich über eine Länge von fast einem Kilometer erstrecken wird, auf 20 Motivwagen von insgesamt etwa 80 Frauen, Männern und Kindern Szenen aus dem Leben und Wirken von in der Region besonders verehrten Heiligen dargeboten. Den großen Nachmittagsausflug der himmlischen Fürsprecher wird traditionsgemäß der Erzmärtyrer und älteste Rosspatron St. Stephanus anführen, der eingekreist von seinen Peinigern, dem Martyrium der Steinigung entgegensieht.

So berichtete der Neumarkter Anzeiger vor zwei Jahren über den Umritt

Eine Besonderheit bildet der von den Erhartinger Kindern im Rahmen des Ferienprogramms gestaltete Festwagen mit der Geburt Christi im Stall zu Bethlehem. Gefolgt wird dieser Wagen von der Szene „Flucht der Heiligen Familie nach Ägypten“ stilecht dargestellt auf einem Esel, ebenfalls mit Kindern als mitwirkende Akteure.

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Das ganze Weihnachtsgeschehen begleiten die Heiligen Drei Könige, hoch zu Ross. Zwischen den einzelnen Motivwagen bilden Reitergruppen das optische „Rückgrat“ der Prozession zu Ehren des Rossheiligen.

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Die Teilnahme vieler Reitergruppen, die entweder in traditionell bäuerlicher Aufzäumung oder die Wanderreiter mit ihrem unverkennbaren Stil sowie die in Turnierkleidung teilnehmenden Reiter sorgen für ein abwechslungsreiches Bild der berittenen Prozession. Dem Esel, dem unscheinbaren Reittier Jesu, soll in diesem Jahr besondere Bedeutung zukommen und somit für einen einmaligen Glanzpunkt im Erhartinger Umrittgeschehen sorgen. Den großen Festzug wird Pfarrer Piotr Wandachowicz, wie es nach guten alten Brauch üblich ist, hoch zu Ross begleiten und die feierliche Segnung der Pferde vornehmen.

Stephani-Hafer für die Pferde

Die Reiter, die aus dem gesamten südostbayerischen Raum und dem angrenzenden Österreich kommen, erhalten als Gastgeschenk ein Wachsbildnis zur Erinnerung und die Pferde ein Säckchen mit geweihtem Stephanihafer als Futterbeigabe.

Sollte das Wetter am Stephanitag total „umrittuntauglich“ sein, ist Sonntag, 29. Dezember, um 14 Uhr als Ausweichtermin vorgesehen. Wer beim Erhartinger Umritt mitreiten möchte ist sehr herzlich eingeladen und kann sich unverbindlich unter Telefon 0 86 31/28 72 oder www.verein-fuer-brauchtumspflege-erharting.de anmelden.

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