Ergebnisse der A94-Überprüfung liegen vor: Alles okay – aber die Diskussionen gehen weiter

Kein Pfusch am Bau: Die Überprüfung von Fahrbahn und Lärmschutzwänden entlang der A94 hat gezeigt, dass die Autobahn nach den Vorschriften entstanden ist. Für Abgeordneten Marcel Huber ist das Thema damit aber noch nicht vom Tisch.
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Kein Pfusch am Bau: Die Überprüfung von Fahrbahn und Lärmschutzwänden entlang der A94 hat gezeigt, dass die Autobahn nach den Vorschriften entstanden ist. Für Abgeordneten Marcel Huber ist das Thema damit aber noch nicht vom Tisch.
  • Markus Honervogt
    vonMarkus Honervogt
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Der erste Teil der Untersuchungen an der Autobahn A94 ist abgeschlossen. Sie zeigen: Fahrbahn und Lärmschutz entsprechen gesetzlichen Vorgaben. Ein Ende der Diskussion um den Lärmschutz ist damit aber nicht in Sicht. Kurz nach der Eröffnung wird sogar schon über einen Umbau der Fahrbahn diskutiert.

Mühldorf – Der Fahrbahnbelag und die Lärmschutzwände der A94 im Isental entsprechen den rechtlichen Vorgaben. Der bestätigte jetzt der Sprecher der Autobahndirektion, Josef Seebacher, auf Anfrage. Die Überprüfung der Autobahn habe keine Beanstandungen ergeben.

Kritiker hatten in den letzten Monaten immer wieder bezweifelt, dass sich die Firmen beim Bau der Autobahn an die rechtlichen Vorgaben zum Lärmschutz gehalten hätten. Pfusch am Bau kann Seebacher aber nicht erkennen. Wann das Ergebnis der Untersuchungen offiziell bekannt gegeben wird, konnte er nicht sagen. Der Bericht gehe an den Landtag.

Lärmschutzwände und Belag in Ordnung

„Es waren keine Überraschungen dabei“, betonte Seebacher. Bei der Untersuchung waren die Höhe der Lärmschutzwände und die Fahrbahn nachgemessen worden. „Dabei wurde nichts Grundlegendes festgestellt, es entspricht den Anforderungen.“

Ministerpräsident Markus Söder hatte neben der Einführung eines Tempolimits von 120 die Überprüfungen vorgeschrieben, nachdem es zu zahlreichen Anwohnerprotesten wegen der hohen Lärmbelastung an der A94 gekommen war.

Knoblauch fordert Ende des Tempolimits

Für Mühldorfs Altbürgermeister Günther Knoblauch, der für den Verein „Ja zur A94“ an der Konferenz in Simbach teilnahm ein weiter Grund, ein Ende des Tempolimits zu fordern. „Irgendwann muss damit Schluss sein“, sagt er. „Es bringt nichts, weil vor allem Lastwagen den Lärm verursachen.“

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Für den CSU-Landtagsabgeordneten Dr. Marcel Huber ist mit dem Ergebnis dieser Untersuchungen nichts entschieden. „Das konnte man erwarten“, sagte er und betonte: „Damit ist aber nichts erledigt.“ Erst wenn auch die im September und Oktober stattfindenden Lärmmessungen an den Häusern vorlägen, könne man weiter diskutieren.

„Wenn wir ein Gesamtbild haben, müssen wir uns mit dem Bund zusammensetzen und überlegen, was man tun muss, damit die Anwohner zufrieden sind.“ Das Gesamtergebnis wird nach Einschätzung der Autobahndirektion nicht vor Anfang des nächsten Jahres vorliegen.

Huber deutete an, dass es am Ende auch auf eine Änderung der derzeit geltenden Lärmgesetze hinauslaufen könne, die mit Veränderungen seit Ende der 1970er Jahre gelten.

A 94 zur Lärmschutzteststrecke machen

Ein neuer Vorschlag im Lärmstreit kommt jetzt vom Erdinger Bundestagsabgeordneten Dr. Andreas Lenz (CSU). In einem Brief an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer schlägt Lenz vor, den Abschnitt zwischen Pastetten und Heldenstein der Bundesanstalt für Straßenwesen zur Verfügung zu stellen.

Diese könnte den Abschnitt laut Lenz als Versuchsstrecke für Lärmschutz verwenden und lärmsenkenden Belag aufbringen. „Die Einstufung der A 94 als Strecke, an der lärmmindernder Asphalt pilotweise ausgebracht wird, wäre ein klares Zeichen für Anwohnerinnen und Anwohner, dass Maßnahmen ergriffen werden, um die Situation zu verbessern“, schreibt Lenz.

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Die Autobahndirektion Südbayern als Planungsbehörde steht diesen Vorschlägen grundsätzlich offen gegenüber. Sprecher Seebacher sagt: „Wir können uns alles vorstellen, wenn es jemand bezahlt.“ Ohne den Vorschlag des Abgeordneten näher zu kennen, weist Seebacher auf die vermutlich hohen Kosten hin.

Hohe Kosten für Teststrecke

Es gibt nach seinen Angaben nur noch einen Belag, der mehr Lärm wegnimmt als der derzeitige. „Der ist zwar leiser, bräuchte aber eine komplett neue Entwässerung.“ Die Folge laut Seebacher: „Das kommt fast einem Neubau auf der ganzen Strecke gleich.“ Auch bessere und zusätzliche Lärmschutzwände gingen ins Geld, weil der Bund dann weiter Grundstücke kaufen müsste.

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