Alles im Lot auf dem Boot

Werner Biedermann (Mitte) zeichnete bei der Bürgerversammlung zwei Einserschüler aus: Andreas Lohr hat den Bachelor-Studiengang Maschinenbau an der TU Deggendorf mit einem Notendurchschnitt von 1,7 abgeschlossen, Nicole Diewald wurde für ihren Abschluss von 1,33 als Verwaltungsfachangestellte ausgezeichnet. Julia Weber fehlte bei der Versammlung. Sie hat mit 1,5 die Fachhochschulreife an der Beruflichen Oberschule in Altötting erworben. Foto je
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Werner Biedermann (Mitte) zeichnete bei der Bürgerversammlung zwei Einserschüler aus: Andreas Lohr hat den Bachelor-Studiengang Maschinenbau an der TU Deggendorf mit einem Notendurchschnitt von 1,7 abgeschlossen, Nicole Diewald wurde für ihren Abschluss von 1,33 als Verwaltungsfachangestellte ausgezeichnet. Julia Weber fehlte bei der Versammlung. Sie hat mit 1,5 die Fachhochschulreife an der Beruflichen Oberschule in Altötting erworben. Foto je

"Alles im Lot auf dem Boot Niederbergkirchen", schloss Bürgermeister Werner Biedermann seinen Rechenschaftsbericht bei der Bürgerversammlung in Niederbergkirchen. Konnte sich die Gemeinde in diesem Jahr wegen fehlender Projekte finanziell erholen, stehen 2015 große Investitionen an.

Von 1,6 Millionen Euro ist die Rede.

Niederbergkirchen - Als Mittelpunkt der Gemeinde bezeichnete der Niederbergkirchener Bürgermeister den Kindergarten St. Elisabeth, für den die Gemeinde einen erheblichen Personalkostenzuschuss und den Gebäudeunterhalt zu leisten habe. In diesem Jahr betrage der Kostenanteil knapp 56400 Euro. "Nix wird billiger", meinte Biedermann dazu, stellte aber die Wichtigkeit der Kindertagesstätte heraus, die derzeit 31 Kinder betreut,18 Kindergartenkinder, fünf Kinder unter drei Jahren sowie acht Schulkinder.

Vier Grundschulklassen gibt es aktuell an den Standorten in Niedertaufkirchen und Niederbergkirchen. Biedermann verheimlichte dabei nicht, dass die erforderliche Zahl an Schulanfänger für die Bildung einer Klasse in diesem Jahr nur dank eines Schülers aus Gumattenkirchen erreicht worden sei. "Wenn einmal eine Klasse wegfällt, dann ist der gesamte Schulstandort gefährdet", befürchtete er. Umso mehr freute er sich darüber, dass in diesem Jahr bereits zehn Geburten zu zählen waren. "Für die Klassenbildung in den nächsten vier, fünf Jahren sind wir gut aufgestellt."

Seit der Sanierung am Hochbehälter seien keine Probleme mit dem Wasser aufgetreten, stellte Biedermann erfreut fest. Die Sanierungsmaßnahmen hätten sich aber auf den Wasserpreis ausgewirkt, der von 48 auf 65 Cent pro Kubikmeter erhöht werden musste. Um Schäden im Abwasserleitungsnetz aufzuspüren würden regelmäßig Kamerabefahrungen durchgeführt.

Weil die Gemeinde vergeblich auf den Zuwendungsbescheid des Staatlichen Bauamtes in Rosenheim gewartet habe, sei der Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße von Bach nach Gehring auf nächstes Jahr verschoben worden. 726000 Euro kostet die gesamte Baumaßnahme rund um Gehring, 353000 Euro davon müsse die Gemeinde selbst bezahlen.

Einer Sanierung bedarf die Brücke in Stützung. Den Gemeindeanteil bezifferte Biedermann auf insgesamt 96000 Euro. Mit 76000 Euro werde sich die Gemeinde auch am Ausbau des Bahnübergangs bei Eiselharting beteiligen müssen, "das wird der größte Bahnübergang der Gemeinde".

Genug Bauplätze vorhanden

Von Landflucht könne in Niederbergkirchen keine Rede sein, "die Jugend bleibt im Ort", freut sich Biedermann. Man versuche selbst im Außenbereich Baurecht zu schaffen, wo es im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen möglich sei. Darüber hinaus stünden ausreichend Grundstücke zur Verfügung, ob in Miesing-Rohrbach, "Am Südhang" oder im bereits genehmigten Bebauungsplan "Am Kirchweg". Von 34 Bauparzellen seien bereits 16 verkauft. 2015 werden dort die Erschließungsmaßnahmen beginnen, 2016 spätestens soll Baurecht bestehen.

Zu neuen Gewerbegebieten, wie zuletzt immer wieder angesprochen wurde, sagte Biedermann, dass die Bahnunterführungen im Gemeindegebiet hemmen würden. "Außerdem könnten wir mit den Grundstückspreisen in Mühldorf nicht mithalten."

Spätestens 2017 sei die Gemeinde großflächig mit Glasfaser erschlossen, meinte Biedermann außerdem. Möglich sei dies durch das neue Förderprogramm der Staatsregierung. Insgesamt sprach der Bürgermeister von einem Investitionsvolumen von 1,6 Millionen Euro im nächsten Jahr, knapp eine Million Euro werde der Eigenanteil der Gemeinde sein. "Und das stemmen wir ohne Kredite", betonte Biedermann. Möglich sei dies durch das sparsame Wirtschaften in den vergangenen Jahren.

Lesen Sie dazu auch die Wortmeldungen unten und den Kommentar dazu "Eigentum verpflichtet". je

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