Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Wieder häufiger in Bayern

Neumarkt-St. Veit freut sich über Storch in der Stadt, doch wird er auch dort bleiben?

Eine Verkäuferin des Elsaßbäckers hat den Storch im Garten geknipst. „Da müssen wir uns 2021 auf ein großes Geburtsjahr einstellen, wenn jetzt so viele Störche in der Rottstadt unterwegs sind“, meint Toni Jung.
+
Eine Verkäuferin des Elsaßbäckers hat den Storch im Garten geknipst. „Da müssen wir uns 2021 auf ein großes Geburtsjahr einstellen, wenn jetzt so viele Störche in der Rottstadt unterwegs sind“, meint Toni Jung.
  • Josef Enzinger
    VonJosef Enzinger
    schließen

Die Rottstadt ist auf der Jagd. Aber nicht mit der Flinte in der Hand. Kameras und Smartphones sind es, die sofort gezückt werden, wenn der Storch gesichtet wird, der gerade in Neumarkt-St. Veit auf Stippvisite ist.

Neumarkt-St. Veit – Motivjagd ist angesagt, seit Adebar am Wochenende von einem Dach zum anderen geflogen ist, den Stadtplatz und auch die Häuser rund um Neumarkts guter Stube inspiziert hatte. Viele zückten da ihre Handys, haben den Storch auf einem Mehrfamilienhaus in der Elsenbacher abgelichtet, auf dem Oberen Tor der Stadt oder auf dem Acker bei Dörfl, am Tegernbach, an der Landshuter Straße.

Dort gelang dem Bürgermeister Erwin Baumgartner selbst ein Bild, wenn auch nur aus weiter Ferne – inmitten des dichten Schneetreibens ist der Storch nur schwer auszumachen. „Leider nur mit Handy fotografiert!“, kommentiert das Stadtoberhaupt fast schon entschuldigend sein Bild in den sozialen Netzwerken.

Vor drei Jahren Nester auf das Dach gehoben

Seine Begeisterung kann Elsaßbäcker Toni Jung nicht zurückhalten, als er das Bild von Rüdiger Kraft sieht, das Adebar auf dem Dach seiner Filiale in Neumarkt-St. Veit sieht. „Er hat vorne Elsass gelesen, dann ist er gelandet! Kommt dann bestimmt bald nach Schönberg!“, hofft Toni Jung, der schon vor drei Jahren aktiv geworden ist, Wagenräder auf den Dächern seiner Bäckerei in Schönberg und auf der Stadtapotheke in Neumark-St. Veit anbringen ließ, damit sich der große Vogel niederlässt.

Das könnte Sie auch interessieren: Seltener Raubvogel im Kirchturm von St. Johann in Neumarkt-St. Veit

Bester Ausblick über den Stadtplatz. Dieses Foto hat uns Peter Gruber zugeschickt, das den Storch auf dem Oberen Tor zeigt. Dahinter, auf dem Dach der Stadtapotheke (rotes Gebäude) haben Elsaßbäcker Toni Jung und Emil Steinbach vor drei Jahren ein Storchennest montieren lassen. Mit der Hoffnung, dass sich ein Storchenpaar niederlässt.

Mit dem Smartphone auf Storchenjagd

Bis jetzt war jedoch Fehlanzeige. Sein Spezl Emil Steinbach kann sich deswegen einen Seitenhieb nicht verkneifen: „Die Freude ist riesengroß, so ein schöner Vogel. Da blickt Mühldorf und Schönberg neidig auf Neumarkt!“

Zahl der Sichtungen hat stark zugenommen

Doch wie groß sind die Chancen, dass sich ein Weißstorchpaar tatsächlich niederlässt? Günther Weitzer, Vorsitzender des Landesbund für Vogelschutz im Landkreis Mühldorf, bestätigt, dass die Zahl der Sichtungen von Weißstörchen „stark ansteigend“ sei.

Kolonien bis zu 50 Störchen

Im Herbst seien vereinzelt ganze Kolonien beobachtet worden 25 bis 50 Störche auf ihrem Weg gen Süden, die im westlichen Landkreis eine Pause eingelegt hätten. Wobei sie sich offenbar besonders in Haag wohlfühlen und in diesem Winter nicht in den Süden geflogen sind. Vier Paare gibt es dort, erst vor wenigen Tagen hat der LBV ein weiteres Nest aufgestellt, um für weitere Afrika-Rückkehrer gewappnet zu sein.

„Für was so eine Straßenlampe nützlich ist!“ Emil Steinbach hat den Storch am Parkplatz an der Birkenstraße vor die Linse bekommen.

Männchen sucht, Weibchen kommt nach

Weitzer will nicht ausschließen, dass die Störche auch in Neumarkt sesshaft werden könnten. Bei dem einzelnen Storch, der jetzt gesichtet worden sei, könne es um das Männchen handeln, das sich gerade auf Nestsuche befindet. „Das Weibchen könnte später nachkommen!“ Das sei ein Phänomen, das man aktuell auch bei Kibitzen beobachte, sagt Weitzer.

Störche mögen Feuchtgebiete

Eignet sich Neumarkt oder Schönberg überhaupt für Störche? Weitzer sagt dazu, dass sich Störche vor allem von Fröschen und Mäusen ernähren, Feuchtgebiete deswegen ideal seien. Allerdings: Bei zu großer Population könne es sein, dass Adebar auch Wiesenbrüter auf seine Speisekarte setzt, „wenn die Aufzucht gefüttert werden will“. Dann wäre es mit der Sympathie gegenüber Störchen dann auch gleich vorbei. Doch er gibt Entwarnung: Derzeit könne aber von Nahrungsmangel nicht die Rede sein.

Von „unserem neuen Wappentier“, das gerade über dem Stadtplatz ein Runde dreht, hat auch Stadtrat Thomas Döring ein Bild geschossen.

Storchenpaare sind ortstreu

Günther Weitzer freut sich über jeden Storch, der ihm gemeldet wird. Sollte sich ein Pärchen die Rottstadt aussuchen, dann gebe es große Hoffnung, dass die Störche bleiben: „Wenn ein Paar einen Platz gefunden hat, dann kommt es immer wieder zurück. Es sind nämlich sehr treue Vögel!“

Mehr zum Thema

Kommentare