6000 Stunden Arbeit reingesteckt

Das Vereinslogo darf natürlich nicht fehlen: Abteilungsleiter Hans Müller im Vereinsstüberl, das ebenfalls schon fertig eingerichtet ist.
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Das Vereinslogo darf natürlich nicht fehlen: Abteilungsleiter Hans Müller im Vereinsstüberl, das ebenfalls schon fertig eingerichtet ist.

32 Monate lang wurde geschuftet, geschraubt, gehämmert, verputzt und gefliest. Jetzt ist das Werk fertig: Am kommenden Wochenende nun kann das Sportheim der Fußballer vom TSV Neumarkt-St. Veit seiner Bestimmung übergeben werden.

Neumarkt-St. Veit - Endspurt ist angesagt am Sportplatz, emsiges Treiben herrscht auf dem gesamten Gelände. Da sind die Abteilungsgärtner gerade damit beschäftigt, die Grünanlagen zu gestalten. Die Frauen der Spieler und Trainer bringen die Fenster auf Hochglanz. Und auch im Stüberl wird der letzte Baustaub weggewischt. Dass dieser Aufenthaltsraum zu guter Letzt auch noch fertiggestellt werden konnte freut Hans Müller besonders: "Das hatten wir ursprünglich nicht auf dem Plan. Doch wir sind dann günstig an eine Küche gekommen, haben einen guten Pachtvertrag ausgehandelt, den wir schon jetzt für dieses Jahr zur Hälfte erfüllt haben. Es läuft schon ganz gut."

Und Müller ist froh darüber, dass das Projekt bis auf kleine Restarbeiten soweit abgeschlossen ist. "Nach der Einweihung wäre es sicher nicht mehr so einfach, die Abteilungsmitglieder erneut zur Mitarbeit zu animieren", meint Müller, der sich in den vergangenen drei Jahren auf ein Maximum an Unterstützung durch die große Fußballfamilie verlassen konnte. An die 6000 Arbeitsstunden werden es summa summarum wohl sein, die ehrenamtlich geschuftet wurden. Ein Gegenwert von rund 70000 Euro. "Klar gab es zwischendrin auch mal kleine Tiefs, aber das ist normal. In den vergangenen acht Wochen aber wurde gigantisch mitgeholfen. Teilweise haben wir bis 11 Uhr abends gewerkelt, damit alles rechtzeitig fertig wird."

Fotovoltaikanlage: Montage in Rekordzeit

Schon lange vorher war das Bauwerk fertiggestellt. Ein mit rot gestrichenem Holz verkleideter Bau mit Pultdach, zweifellos eines der schönsten Sportheime überhaupt im Landkreis. Nach der Grundsteinlegung im November 2011 ging alles ruckzuck. Nach kurzer Zeit stand bereits der Rohbau, der Dachstuhl folgte. Tatsächlich schafften es die TSVler dann auch, die Fotovoltaikanlage noch 2011 ans Netz zu bringen und somit in den Genuss der besseren Einspeisevergütung zu kommen. Der Stromproduzent auf dem Dach soll sich innerhalb von sieben bis acht Jahren amortisiert haben, rechnen die Fußballer vor. Mit einer Leistung von 76,4 kWp speist die Anlage auf dem Dach ein, das beinahe die doppelte Fläche als die Grundfläche des 280 Quadratmeter großen Baus hat. Überhaupt spielt die Ökologie am Prestigeobjekt des TSV eine große Rolle. Über die Fernwärmeleitung von Felix Rauscheders Biogasanlage in Furth wird das Gebäude beheizt.

Viel Ökologie in das Heim integriert

Für insgesamt 450000 Euro war das Heim geplant. Davon gab es Zuschüsse in Höhe von 20 Prozent aus dem Stadtsäckel, außerdem hatte die Stadt für den BLSV-Zuschuss gebürgt. Letztlich sind zwar die Kosten für den Bau über die Halbe-Million-Euro-Marke geklettert. Doch nicht zuletzt deswegen, weil die Fußballer gleich noch das alte Heim abgerissen und den Bauabschnitt II umgesetzt haben, dabei den Eingangsbereich plus Kassenhäuschen sowie die beiden Garagen baulich noch an das Vereinsheim angepasst haben. Schließlich wurde auch noch die Umzäunung erneuert. Alles Zusatzkosten, die nach Abzug der üblichen Förderung die Fußballabteilung und letztlich auch der Hauptverein zu tragen haben. "Wir setzen aber alles daran, um das Geld wieder hereinzuwirtschaften", das soll mitunter über die Einweihungsfeier am Wochenende (siehe Artikel unten) der Fall sein, wie Müller erläutert. Darüber hinaus verfügt der TSV nun mit einem modernen Sportheim über beste Voraussetzungen um etwa Fußballschulen einzuladen. Das ist mit der Hansi-Dorfner-Schule Anfang August der Fall, wenn 80 Fußballjugendliche geschult werden. "Mit dem alten Sportheim hätten wir eine solch renommierte Schule nie nach Neumarkt bekommen", verkündet Müller stolz. Vor allem aber soll der Neubau Ansporn für die eignen Spieler, vor allem der rund 130 Kinder und Jugendlichen von der G- bis zur A-Jugend sein. "Das ist der Grundstock eines jeden Vereins. Ein Verein, der keine A-Jugend mehr hat, kann zusperren, kommt ohne zugekaufte Spieler nicht mehr aus." In Neumarkt-St. Veit habe man nun die Voraussetzungen dafür, dass dieser Fall niemals eintritt. je

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