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500 JAHRE DEUTSCHES REINHEITSGEBOT

1984 gingen in St. Veit die Lichter aus

So siehtein Maischebottich inklusive Rührwerk ohne die Kupferabdeckung aus.
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So siehtein Maischebottich inklusive Rührwerk ohne die Kupferabdeckung aus.

Anfang April 1984 hatte die Klosterbrauerei in St. Veit das letzte Bier eingesotten. Eine fast 350-jährige Tradition endete damit. Die Brauereigebäude selbst dienten in der Folge zwar noch als Lager der Brauerei Paulaner. Doch auch dieses wurde 1988 aufgegeben. Seitdem ist das Gebäude ungenutzt, die Einrichtung versprüht den Charme der Vergessenheit.

Neumarkt-St. Veit – Schon die Eingangstür zur ehemaligen Klosterschänke zeugt vom Zahn der Zeit, der unerbittlich an ihr genagt hat: Die Klinke verrostet, der Lack verwittert, die Scharniere ächzen beim Öffnen. Und doch: Beim Betreten auf dem Weg in die Schänke imponieren immer noch die beiden schweren Flügeltüren mit den Messingbeschlägen. Schutt liegt auf dem Boden, der Putz bröckelt von den Wänden und doch lässt das Gewölbe noch die Herrlichkeit erahnen, die die Schänke noch ausgestrahlt, als die Klosterbrauerei noch in Betrieb war. Noch 1978 hatte der Hauptaktionär, der Paulanerbräu in München, Gerüchte einer bevortehenden Schließung des Klosterbräus dementiert, die Produktion werde auch nach dem Ausscheiden des damaligen Brauereidirektors Richard Schmidt zum 30. September 1978 ohne Einschränkungen fortgeführt, die 50 Arbeitsplätze schienen gesichert. „Doch mit der Einsetzung des neuen Brauereidirektors Hans Holzinger einige Wochen später begann der planmäßige Rückbau der Bierproduktion“, wie Stadtarchivpfleger Walter Jani bei einem Vortrag zum 30. Jahrestag der Brauereischließung in einem Vortrag berichtete. Am 5. April 1984 wurde das letzte Bier in St. Veit eingesotten. „Letzter Sud in der Klosterbrauerei St. Veit. Eine Tradition geht zu Ende!“, war an jenem Tag im Sudhaus auf eine Tafel geschrieben worden. Als Hauptgrund für die Einstellung des Brauereibetriebs in St. Veit hatte die Brauereileitung angeführt, dass die notwendigen Investitionen nicht wirtschaftlich erscheinen. Das Bier werde im Lahnbrauverfahren von der Paulaner-Gruppe hergestellt und in unveränderter Aufmachung und unter der Marke „Klosterbräu St. Veit“ vertrieben werden. Von 21 Arbeitsplätzen sollten vier entfallen, die Gebäude als Vollgutlager verwendet werden. Mit der Aufgabe des Paulaner-Lagers 1988 fielen auch die letzten Arbeitsplätze weg. Seitdem fristet das Gebäude sein Dasein. Wiederbelebungsversuche der Brauerei blieben bislang Wunschdenken.

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