Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


1860 München zu Gast in Neumarkt – mit überraschendem Ausgang

Die Nachkriegsmannschaft des FC Neumarkt im Jahre 1947, lediglich die Nachnamen sind überliefert, stehend von links: Vorstand Bergmeier, Schiedsrichter Wammetsberger, Ißmaier, Feil, Ackermann, Günther, Eppeneder, Rath, Waitz, beck, Asmann, Weindl und Trainer Stumpf. Kniend von links: Dahlberg, Stummer und Winter.
+
Die Nachkriegsmannschaft des FC Neumarkt im Jahre 1947, lediglich die Nachnamen sind überliefert, stehend von links: Vorstand Bergmeier, Schiedsrichter Wammetsberger, Ißmaier, Feil, Ackermann, Günther, Eppeneder, Rath, Waitz, beck, Asmann, Weindl und Trainer Stumpf. Kniend von links: Dahlberg, Stummer und Winter.

Auch viele Heimatvertriebene fanden bei den Fußballern in Neumarkt eine Heimat – Gründung des FC erfolgt 1946

Neumarkt-St. Veit– Vor 100 Jahren wurde der Fußball in Neumarkt an der Rott aus der Taufe gehoben. Die Wirren des zwieten Weltkrieges hatten den aufstrebenden Fußballern ein jähes Ende gesetzt. Auch nach dem Kriegsende im Mai 1945 war an Fußball nicht zu denken, der nackte Kampf ums Überleben hatte Vorrang. Außerdem waren die Vereine von den Siegermächten größtenteils verboten worden und nur über ein Gesuch konnte die Gründung eines Vereins beantragt werden.

So kurz nach dem Krieg mussten die US-amerikanischen Behörden der Gründung zustimmen

1946 wagten es ein paar Neumarkter Fußballbegeisterte einen solchen Antrag bei den amerikanischen Behörden zu stellen und hatten Erfolg. Am 19. März 1946 wird der Fußballclub (FC) Neumarkt-St. Veit gegründet, zu dessen Vorsitzender der Schuhmachermeister Jakob Bergmeier gewählt wurde.

Schwerer Stand im ersten Jahr in der Bezirksklasse

Rasch finden sich wieder junge Leute, die sich diesem Verein anschließen wollen. Dazu gehören auch einige Heimatvertriebene, die inzwischen in Neumarkt-St. Veit ein neues Zuhause gefunden hatten. Der FC Neumarkt wird in die Verbandsliga Gruppe „Inn“ Bezirksklasse I eingeteilt, wo sie allerdings einen schweren Stand hatte. Sie kämpften gegen Mannschaften wie TSV Vilsbiburg, TSV Garching, SV 1946 Wasserburg, FA Altötting, TSV 1860 Mühldorf, Wacker Burghausen, TuS Töging, ASC Simbach, TSV Neuötting, TSV Kraiburg und TSV Gangkofen. Auch eine Jugendmannschaft und eine 2. Mannschaft konnte aufgebaut werden, die in der Bezirksklasse II spielte.

1860 München verlor mit 3:5

Neben dem regelmäßigen Spielbetrieb gab es auch Freundschaftsspiele, mit teils namhaften Gegnern. So erschien am 11. Mai 1947 die Mannschaft des TSV 1860 München (alte Liga) in Neumarkt. Unter Teilnahme einer namhaften Anzahl an Zuschauern auf dem Fußballplatz an der Bubinger Straße gewann überraschend die Neumarkter Elf mit 5:3.

Lesen Sie dazu auch:

Fußball – das Ding aus einer anderen Welt kam 1920 auch nach Neumarkt-St. Veit

Neumarkter Fußball-Pioniere: Vor 100 Jahren noch auf Dauersuche nach einem Fußballplatz

Torhungrige Verwaltung: 1988 tritt eine Rathausmannschaft zum sportlichen Vergleich an

Der Wunsch vieler Turn- und Sportbegeisterter in Neumarkt auch den alten Turnverein wieder zu gründen, geht am 20. November 1948 in Erfüllung. Ab März 1949 übernehmen Ludwig Opfinger und Max Neumeier den Vorsitz des Vereins, der nun den Namen Turn- und Sportverein (TSV) trägt. Obwohl sich im Laufe der folgenden Monate neue Abteilungen dem TSV anschließen, bleibt der Fußballclub zunächst eigenständig. Erst in der Generalversammlung des FC am 15. Dezember 1949 wird beschlossen, dem TSV als eigenständige Abteilung beizutreten. Als Vorsitzender wird wieder Jakob Bergmeier gewählt, der nun den Beitritt zum TSV vorbereiten soll.

Nur ein Drittel der Beiträge fließen an den Hauotverein

In einer Sondersitzung am 29. Dezember 1949 beschließen die Mitglieder des FC einige Vorbedingungen für den am 1. April 1950 geplanten Beitrittstermin. Der wichtigste davon ist die Forderung, dass sich die Fußballer dem TSV nur als geschlossene Abteilung anschließen wollen. Außerdem wird vom Vorstand des TSV verlangt, dass die Fußballer ihre bisherigen Dienstgeschäfte weiterhin selbstständig ausführen dürfen und das man die bisherigen Vereinsbeiträge nur zu einem Drittel an den TSV-Kassier abführen will. Nach Erfüllung dieser Wünsche erfolgt der Beitritt des FC Neumarkt zum TSV.

Einsatz mit ganzer Kraft und ganzem Können: Spieler mussten eine Erklärung unterzeichnen

Die Spieler der neuen Fußballabteilung unterzeichnen 1950 sogar eine Erklärung über ihr zukünftiges Verhalten innerhalb des Vereins und ihres Sportes. Diese Erklärung beginnt mit dem Satz: „Als Spieler der Fußballabteilung des TSV Neumarkt-St. Veit verpflichte ich mich freiwillig, jederzeit meine ganze Kraft und mein ganzes Können in den Dienst des Vereins und des Sports zu stellen und bin mir bewusst, dass ich in jeder Hinsicht – sowohl auf dem Spielfeld als auch außerhalb die Ehre und das Ansehen des Vereins in sportlich einwandfreier Weise zu vertreten habe.“

Früher war alles friedlicher: Im Spielbetrieb durfte nicht geschimpft werden

Unter Punkt eins wird das Verhalten im Spielfeld präzisiert, hier steht unter anderem, dass der Spieler den Anordnungen des Mannschaftsführers und des Schiedsrichters jederzeit nachkommen muss. Im Spielbetrieb darf nicht geschimpft werden, Beleidigungen der Sportkameraden sind zu unterlassen um jedes Ausarten im Spielfeld zu vermeiden.

Und bei einer Roten Karte? Einsatzkraft einfach verdoppeln

Bei Hinausstellung eines eigenen Spielers, ist die Einsatzkraft des Einzelnen zu verdoppeln um den zahlenmäßigen Nachteil auszugleichen. Zwischenrufe von Zuschauern werden nicht erwidert. Rechtzeitiges Erscheinen vor Spielbeginn, eine Verhinderung oder Erkrankung sofort ist zu melden. Die regelmäßige Teilnahme am Trainingsbetrieb und bei Spielerversammlungen wird zugesagt.

„Ich übernehme die Verpflichtung, meine Lebensführung dem sportlichen Leben anzupassen!“

Die Erklärung erhält auch Punkte für das richtige Verhalten außerhalb des Spielfeldes, so heißt es zum Beispiel: „Ich übernehme die Verpflichtung, meine Lebensführung dem sportlichen Leben anzupassen, sodass es zu Ehren des Sportes dient und meine Leistung auch im sportlichen Leben nicht geschmälert wird. Ich verpflichte mich, bei Vorkommnissen die Entscheidung der Vereinsleitung in Zusammenwirken mit dem Spielausschuss anzuerkennen und im gegebenen Falle mich mit den Entscheidungen des Vereinsgerichtes unterzuordnen. Als Spieler habe ich jederzeit das Recht zur sachlichen Kritik.“

Kommentare