17 Tonnen Stahl in Hofthambacher Brücke verbaut

Der erste Träger wurde bereits um 8 Uhr morgens mit dem Kran zu den Widerlagern gehoben.  Jaensch
+
Der erste Träger wurde bereits um 8 Uhr morgens mit dem Kran zu den Widerlagern gehoben. Jaensch

Vier Trägerteile wurden in die Hofthambacher Straßenbrücke über die Eisenbahn eingehoben. So problemlos wie die vier Fertigteilträger in die neue Brücke bei Hofthambach eingehoben wurden, war der bisherige Bau aber nicht verlaufen.

von Karl-Heinz Jaensch

Neumarkt-St. Veit/Hofthambach – Zuerst hatte sich der Baubeginn wegen des Auf- und späteren Abbau eines Zauneidechsenzaunes verzögert. Und als nach Baubeginn Regenfälle einsetzten, war wieder Warten angesagt. „Aber wir haben unsere Termine dennoch einhalten können“, freut sich Bauleiter Michael Stockbauer aus Passau.

Jetzt stehen zehn Arbeiter parat, die vier Fertigteilträger in die beiden Widerlager legen werden. Der Autokran steht seit sieben Uhr im alten Gleisbett bereit, um die 17 Tonnen schweren Bauelemente einzuheben. Diese 13 Meter langen und über zwei Meter breiten Teile wurden mit Spezialfahrzeugen zur Baustelle gebracht.

Perfekt eingespielte Teams steuern tonnenschwere Bauteile millimetergenau

Und dann geht es Schlag auf Schlag: Die perfekt eingespielten Teams unter dem Kommando von Bauleiter und Polier Ernst Prosser steuern die tonnenschweren Bauelemente mit den Ketten des Krans in die vorgesehen Stellen im Widerlager. Es ist Millimeterarbeit, die viermal perfekt klappt. Mittlerweile sind auch die ersten Zuschauer da, die den interessanten Bauabschnitt sehen möchten.

Es sind nicht nur die Bewohner Hofthambachs, die die Brücke und die Straße benützen. Die 33 Meter lange Brücke ist Teil der Gemeindestraße von Neumarkt-St. Veit und dient der Verbindung der Stadt mit Gangkofen im Rottal. Den Stadtbürgern, die jenseits der Brücke wohnen, dient sie auch, um in die Stadt zu gelangen. Die Straße hat eine Fahrbahnbreite von 5,50 Metern und ist mit Gehwegen 9,60 Meter breit.

Gewaltige Erdbewegungen waren für die erste Brücke im Jahr 1897 notwendig

Ältere Hofthambacher wissen noch die eine oder andere Geschichte von der alten Brücke. „Meine Oma, Jahrgang 1884, erzählte noch vom Bau der ersten Brücke über die Gleise“, erinnert sich Feuerwehrvorsitzender Hermann Huber. „Die Erdbewegungen damals waren gewaltig, und es dauerte recht lange.“ „Das war im Jahr 1897“, ergänzt sein Sohn, der ebenfalls zum Schauen gekommen ist.

Alle Zuschauer stehen auf einem festen Fahrweg. „Diesen Weg schuf ein Landwirt in seiner Wiese bis zu der Stelle, wo er die Geleise überqueren konnte, um seine Äcker auf der anderen Seite zu bewirtschaften. Aber viele fuhren unerlaubt dieselbe Strecke, jetzt ist praktisch eine unerwünschte Straße entstanden“, erzählen die Zuschauer, und versichern gleichzeitig, dass sie diesen Weg nie benutzt hätten.

Mittlerweile warten die Arbeiter auf den vierten Träger, der um neun Uhr geliefert werden soll. Es entsteht eine kurze Pause, in der bereits Schalungen verladen werden und Hölzer für weitere Gerüste bearbeitet werden. Stillstand gibt es auf der Baustelle nicht.

Als alle Träger liegen wird gleich weitergearbeitet

Und tatsächlich kommt kurz vor neun Uhr der letzte Träger und die letzte „Einhebung“ beginnt. Für die Männer ist es nichts Besonderes. Als sie fertig sind, gehen gleich wieder einer anderen Arbeit nach. Und Polier Ernst Prosser denkt schon an den Überbau mit Kappen, Fahrbahn und Geländer und meint nur: „Jetzt beginnt die Arbeit!“

Die Brücke soll Ende November fertig sein, die Arbeiten sind im Zeitplan. Die Gesamtkosten werden aber die kalkulierten 800 000 Euro wohl übersteigen.

Polier Ernst Grosser und Bauleiter Michael Stockbauer (von links) hatten zwar alles perfekt vorbereitet, aber ein Blick in die Pläne gab ihnen die Bestätigung, das alles passt.
Mit dem letzten Träger wurde der Fahrbahnunterbau geschlossen. Danach beginnen die Arbeiten für den Überbau mit Kappen, Fahrbahn und Geländer.
Die ersten Zuschauer waren schon um 8 Uhr morgens da.
Mit dem letzten Träger wurde der Fahrbahnunterbau geschlossen.
Die ersten Zuschauer waren schon um 8 Uhr morgens da.

Kommentare