Neues vom Sparlefant

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Nun haben wir uns an dieser Stelle ja schon verschiedentlich mit Ebi, dem Urelefanten, beschäftigt.

Eigentlich, so sagen alle Kommunal-Paläontologen, versank das Urzeitviech zum zweiten Mal im Innsand zwischen Mühldorf und Waldkraiburg, als die beiden Städte vor Jahresfrist von einer gemeinsamen Gedenkstätte Abstand nahmen.

Die wäre in ihrer Gigantomanie dem Riesenkerl durchaus angemessen gewesen. Wie Ebi vor Urzeiten hätten Bagger Dutzende Bäume geknickt, hätten ausgetretene Pfade schnurstracks den unberührten Hang hinunter zum Fluss geführt. Nur die mindestens genauso monströsen 750 000 Euro für den armen Kerl haben die Stadträte doch reichlich verschreckt. Jetzt macht es Mühldorf allein, wie der Bürgermeister verkündet.

Vermutlich dürfte damit aus dem Ur- ein Sparlefant werden, weil eine Dreiviertelmillion für Mühldorf allein ziemlich teuer klingt. Aber unter uns: Wer denkt denn so kleinlich. Bei einem geschätzten Alter von zehn bis zwölf Millionen Jahren wären das jährlich doch nur Aufwendungen von sechs Cent für die Gedenkstätte gewesen.

Was sollen denn die Menschen in zehn bis zwölf Millionen Jahren über uns denken, wenn sie bei einem Spaziergang am Inn zufällig die alte Stadtkasse finden, in der ein Restbetrag von sechs Cent liegt? Und ein Zettel: Verwendungszweck Ebi. Aber keine Gedenkstätte.

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