Neues Leben im abgestorbenen Baum: Kiefer in Schwindegg wird zum Biotop

Gust Obermeier (links) und Martin Thalmeier konnten mit einer Hebebühne die Vogelhäuschen in sicherer Höhe befestigen.

Kirchenverwalter Augustin Obermeier musste eine rund 15 Meter hohe Kiefer vor der Bücherei als nicht mehr sicher einstufen. Doch der Baum wurde nicht gefällt.

Schwindegg – Kirchenverwalter Augustin Obermeier hat zusammen mit Pfarrgemeinderat Martin Thalmeier den Baum, der mittlerweile vom Efeu überwuchert ist, zu einem Kleinbiotop ausgebaut. Zusammen mit Rosa Kugler von der Ökomodellregion Mühldorfer Land sowie Elisabeth Herold und Ingrid Schubert vom Landesbund für Vogelschutz in Bayern hat die Kirchenverwaltung zudem umgehend das „Singvogelprojekt“ in die Wege geleitet. Die Jagus-Gruppe aus Waldkraiburg hat sich bereiterklärt, passende Meisen-, Staren– und Zaunkönigbrutkästen sowie ein Insektenhotel zu bauen.

Brutmöglichkeit für Vögel steht bereit

Damit wurden den Vögeln rechtzeitig Brutplätze bereitgestellt. Ab sofort können die Männchen aus Leibeskräften ihre Liebeslieder trällern und versuchen, die Weibchen damit zu bezirzen. Die Freude über die Nistkästen und das Insektenhotel wurde allerdings getrübt, denn es wurde festgestellt, dass die jahrzehntealten Triebe des Efeus an der Basis teilweise durchtrennt wurden. +++ Tipp der Redaktion: Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion. Jetzt Newsletter ausprobieren! +++

Dafür hat Obermeier mit großer Freude festgestellt, dass im Dachstuhl der Kirche Mariä Himmelfahrt fünf bis sechs Brutpaare des mittlerweile sehr seltenen Mauerseglers eine Brutmöglichkeit gefunden haben. Von Mai bis August verbringen diese Zugvögel ihre Zeit in Schwindegg für die Brutpflege. Ein absoluter Glücksfall, denn der angrenzende Fluss Goldach, ist ein ideales Jagdrevier mit vielen verschiedenen Insekten, welche diese Vögel für die Aufzucht ihres Nachwuchses brauchen.

Lerchenfenster garantieren brillante Konzerte

Zum Schluss hätte Obermeier noch eine Bitte an die Landwirte: Dass auf den Feldern das eine oder andere „Lerchenfenster“ im Wintergetreide und bei der Frühjahrsbestellung angelegt wird. Dies sei kein großer Aufwand und kostet den Landwirt nahezu nichts. Dafür wird er im Sommer mit dem brillanten Konzert einer Feldlerche entschädigt; dies sei ein Vielfaches mehr wert. Jetzt hofft Obermeier, dass die Vögel ihre neue Heimat annehmen und sich dafür in der Ortsmitte von Schwindegg mit einem kostenlosen „Frühlingskonzert“ erkenntlich zeigen.

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