Neues Heimarzt-Modell im Landkreis Mühldorf soll Bewohner von Pflegeheimen besser schützen

Auch im Caritas-Heilig-Geist-Spital in Mühldorf wird das Heimarztmodell des Landkreises angewandt. Bauer

Gerade ältere und kranke Menschen sind besonders gefährdet, an Covid-19 zu erkranken. Die Alten- und Pflegeheime stehen deshalb wegen der Ausbreitung des Corona-Virus vor besonders großen Herausforderungen. Im Landkreis Mühldorf gibt es 18 Altenheime und neun Einrichtungen für psychisch Kranke und für Menschen mit Behinderung.

Mühldorf – Um das Risiko eines Eintrags des Corona-Virus von außen zu minimieren, wurde per Allgemeinverfügung der Staatsregierung bereits Ende März ein Besuchsverbot verhängt. Nun wurde in enger Zusammenarbeit zwischen Peter Wapler, Versorgungsarzt des Landkreises Mühldorf, den betreffenden Heimleitungen und allen Hausarztpraxen im Landkreis ein Heimärztemodell entwickelt. Ziel dieses Konzepts ist es, dass möglichst wenig unterschiedliche Personen von außen in die Heime kommen, um die Bewohner bestmöglich vor einer Ansteckung zu schützen.

Heimärzte stimmen sich mit Hausärzten ab

In enger Abstimmung mit den Leitungen und den behandelnden Ärzten wurden je nach Größe des Heimes pro Einrichtung zwei bis drei Ärzte festgelegt, die im Bedarfsfall bei akuten Beschwerden die Bewohner untersuchen und behandeln können. Diese sogenannten Heimärzte stimmen sich dabei eng mit den jeweiligen Hausärzten ab, die ihre Patienten schon jahrelang kennen und am besten einschätzen können.

Heimleitungen zeigen sich kooperativ

Dies biete bestmöglichen Schutz bei gleichzeitig abgestimmter Diagnostik und Behandlung. Peter Wapler ist froh, dass sich die Heimleitungen so kooperativ zeigen, räumt jedoch ein: „Ein 100-prozentiger Schutz ist eine Illusion. Aber mit unseren Maßnahmen möchten wir die Kontakte von außen in die Pflegeeinrichtung möglichst reduzieren und den Schutz der Bewohner verbessern.“

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Auch das Gesundheitsamt hat die Alten- und Pflegeeinrichtungen besonders auf dem Schirm. Bei Auftreten von Verdachtsfällen in Heimen wird unmittelbar reagiert. Mitarbeiter und Bewohner werden in den Heimen vor Ort direkt zum Teil auch mehrfach getestet und fachlich zur erforderlichen Isolation beraten. Eine wesentliche Rolle zum Schutz der Einrichtungen und deren Bewohner spielt die Versorgung mit persönlicher Schutzausrüstung. Hier wird über den Katastrophenschutz am Landratsamt regelmäßig der Bedarf abgefragt.

Größere Lieferungen von Schutzausrüstung

Das Technische Hilfswerk unterstützt bei der Verteilung an die Heime und ambulanten Pflegedienste. In den vergangenen beiden Wochen gab es größere Lieferungen an Desinfektionsmitteln, Schutzmasken, Handschuhen und Mund-Nasen-Schutz. Das Landratsamt ist froh, dass den Einrichtungen das Material zur Verfügung gestellt werden kann.

Neues Modell ist eine „sinnvolle Einrichtung“

Ilona Brunner, Heimleiterin Caritas Altenheim, Heilig-Geist-Spital: „Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie ist das Heimärztemodell eine sinnvolle Einrichtung. Unsere Senioren halten telefonisch Kontakt mit ihren Hausärzten, wenn es um Rezepte geht. Bei Krankheitsfällen sprechen sich die Ärzte ab. “

Auch Werner Perner, Leiter des Sonnengartens in Mühldorf, begrüßt das neue Modell: „Natürlich macht es in Zeiten von Corona Sinn, wenn nur wenige Ärzte im Haus sind“, erklärt Perner dazu.

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