Neuer Pfarrer freut sich auf Gespräche

In seiner neuen Gemeinde ist für Pfarrer Florian Regner Homeoffice statt Kennenlernen angesagt. Stettner

Ampfing – Seit Februar hat der Pfarrverband Ampfing mit Pfarradministrator Florian Regner eine neue Leitung.

Eigentlich sollte jetzt das Kennenlernen der Pfarrangehörigen mit Hochzeiten, Taufen, Beerdigungen und vielen mehr stattfinden, doch aktuell bremst ein Virus Namens Corona die vielen sozialen Kontakte aus. Obwohl es zurzeit keine Gottesdienste oder Veranstaltungen gibt, so Regner, haben wir trotzdem einiges zu tun. Erstellt wurde für die Pfarreien zum Beispiel ein „Begleiter für die Kar-und Ostertage“, der es den Gläubigen ermöglichen soll, unter den gegebenen Umständen trotzdem Ostern zu feiern.

Und wie hat es ihn nach Ampfing verschlagen? „Ich wusste von vornherein, dass meine Zeit in Jetzendorf begrenzt ist, denn ich wollte eine leitende Stelle und diese war im Pfarrverband Ampfing gegeben“. Natürlich habe ich mich vorher bei meinem Vorgänger Martin Ringhof erkundigt und mir im Vorfeld schon mal die Gegend, Kirchen und auch Menschen angeschaut, so Regner lachend. Was er gesehen hat, hat ihm gefallen. Er bewarb sich auf die Stelle und auch der Erzbischof war der Meinung, dass er hierher passen würde.

Geboren wurde Florian Regner in München. Seine Eltern, die Mama Arzthelferin und sein Papa Dipl.-Ingenieur, wohnen in Schwabing. Dort ist Regner auch aufgewachsen. Eigentlich begann seine kirchliche Karriere schon in den Kinderschuhen. Angefangen im Kinderchor, bis hin zum Ministranten und Pfarrjugendleiter. Irgendwann fragte er sich: Wäre das etwas für mich, Priester zu werden? Ansporn gab ihm auch, dass er viele Priester in seiner Kinder- und Jugendzeit erlebt hatte. Sie waren ihm ein gutes Vorbild und eine gute Orientierung. „Eigentlich, so Regner im Nachhinein, hatte ich nur positive Erlebnisse in der Kirche. Glaube und Kirche waren mir schon immer wichtig“.

Da stellt man schon als Jugendlicher mal die Überlegung an, ob der Beruf des Priesters eine Option wäre. Um ganz sicher zu sein, wollte er zuerst einen anderen Beruf ergreifen. Beeinflusst durch den Beruf der Mama, lernte er Krankenpfleger am Klinikum Dritter Orden in München. Vier Jahre hat er in diesem Beruf in Vollzeit gearbeitet, anschließend Teilzeit während seines Theologiestudiums. „Es war eine prägende Zeit für mich“, so der Pfarradministrator. Nach vier Jahren stand aber fest, dass er seinen ursprünglichen Gedanken hin zu einem geistlichen Beruf wieder aufnehmen wollte.

Regner entschied sich zunächst für ein Studium ohne den Weg ins Priesterseminar. Dazu war er auch ein Jahr in Rom. Dort ist dann die endgültige Entscheidung gefallen, ins Priesterseminar einzutreten. „Meine Eltern haben mich immer bei meinen Entscheidungen unterstützt“, so Regner. Ganz losgelassen hat ihn sein früherer Beruf aber dann doch nicht. Deshalb ist er mit Freude nebenbei noch als Seelsorger für die Münchner Malteser tätig. Seine Leidenschaft für die Musik kann er in seinem Beruf gut gebrauchen. Er ist ein Freund der klassischen Musik, spielt Klavier und Orgel, mag Kunst und Architektur und liest gerne, hier vorwiegend Geschichte, Theologisches und Literatur.

Im Urlaub geht er gerne Wandern und auf Reisen. Wichtig sind ihm auch die regelmäßigen Treffen mit seinen Freunden. Das ist für ihn ein guter Ausgleich. Für den Pfarrverband Ampfing sieht er ähnliche Herausforderung wie in allen größeren Pfarreien. Alles andere wird sich mit der Zeit ergeben, auf spezielle Punkte einzugehen ist noch zu früh.

Wegen der Krise derzeit fallen die sozialen Kontakte zum Teil weg. Es ist anders als sonst, aber man lernt sich kennen. Kontakte finden etwa beim Spazierengehen, Einkaufen oder auch beim Besuch in den Kirchen statt. „Ich bin überrascht wie viele Leute auf mich zugehen und das Gespräch suchen, obwohl ich ja noch nicht so lange da bin“, so Regner. Vermissen tue ich aber trotzdem die regelmäßigen Kontakte, die Gottesdienste und alles, was man sonst gewohnt ist und jetzt wegfällt. Für nach der Krise freut er sich auf das Leben in den Pfarreien.

Zum Abschluss wünscht sich Pfarrer Regner: „Jeder erlebt die Krise anders, macht sich seine Gedanken und zieht Erkenntnisse aus dem Erlebten. Jeder soll sowohl aus dem Positiven als auch aus dem Negativen das Beste für sich mitnehmen. Denn auch Krisen haben ihre Chancen. Stn

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