Neuer Klima-Zuschuss – Über 15000 Gebäude im Landkreis Mühldorfr älter als 40 Jahre

Dämmwolle senkt nicht nur die Heizkosten, sondern auch den CO2-Ausstoß von Gebäuden. Die IG BAU appelliert an Hausbesitzer, neue Fördermittel für die energetische Sanierung zu nutzen. IG Bauen

Für Hausbesitzer im Landkreis Mühldorf lohnt es sich ab 2020 mehr als bislang, in die energetische Gebäudesanierung zu investieren. Darauf weist die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) hingewiesen. Mit Blick auf den von der Bundesregierung neu eingeführten Steuerbonus für klimafreundliche Umbauten rechnet die Gewerkschaft mit Tausenden zusätzlichen Sanierungen.

Von Josef Bauer

Mühldorf – „Das Potenzial im Landkreis ist riesig. Aktuell sind hier 15 300 Gebäude älter als 40 Jahre. Viele von ihnen haben eine katastrophale CO2-Bilanz“, sagt Michael Müller, Bezirksvorsitzender der IG BAU Oberbayern. Diese Zahlen bestätigt auch Kreisbaumeister Manfred Weichselgartner, der sie mit dem Landesamt für Statistik abgeklärt hat.

Bank vergibt Zuschüsse

Der Gebäudesektor macht mit 117 Millionen Tonnen CO2 immerhin 14 Prozent der Treibhausemissionen in Deutschland aus. „Vom nicht isolierten Dach bis zu zugigen Fenstern – ein unsaniertes Haus belastet die Umwelt und treibt die Heizkosten nach oben“, betont Müller. Mit dem neuen Steuerbonus könnten Eigenheimbesitzer erstmals einen großen Teil ihrer Ausgaben vom Staat zurückbekommen.

Wer in selbst genutztem Wohneigentum die Wände oder das Dach dämmt, Fenster, Türen oder die Heizung erneuert, kann künftig drei Jahre lang 20 Prozent der Investitionen von der Steuer absetzen. Die maximale Förderung liegt bei 40 000 Euro. Das Gebäude muss dafür mindestens zehn Jahre alt sein.

+++

Tipp der Redaktion: Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion. Jetzt Newsletter ausprobieren!

+++

Die IG Bau sieht in dem Modell eine „wichtige Ergänzung“ zu den bisherigen Programmen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Die Bank vergibt Zuschüsse und günstige Kredite für energetische Sanierungen. 2018 wurde im Kreis Mühldorf so der umweltfreundliche Umbau von 338 Wohneinheiten gefördert. „Hier muss nachgelegt werden“, sagt Michael Müller.

Investitionen massive steigern

Ohne eine massive Steigerung der Umweltsanierungen seien die CO2-Einsparziele im Gebäudebereich nicht zu schaffen. Nach dem Klimaschutzplan der Bundesregierung müssen die Gebäude-Emissionen bis zum Jahr 2030 um 40 Prozent sinken.

Die IG Bau Oberbayern rät Eigenheimbesitzern, den Antrag auf die neue steuerliche Förderung möglichst rasch zu stellen, um die Mittel zu bekommen.

„Wichtig ist auch, sich frühzeitig um Handwerker zu kümmern. Dachdecker und andre Handwerker haben teils schon jetzt volle Auftragsbücher für 2020“, sagt Müller.

Das könnte Sie auch interessieren:

Viele Vorhaben – zu wenig Geld: Das will die Stadt Mühldorf im nächsten Jahr bauen

Dies bestätigt auch Jochen Engelmeier, Geschäftsführer des HWK-Bildungszentrumun Müldorf. „Die Auslastung der Betriebe ist schon sehr hoch. Es ist sicherlich sehr sinnvoll, sich rechtzeitig mit den benötigten Firmen in Verbindung zu setzen“, erklärte Rupert Rigam, stellvertretender Obermeister der Mühldorf Bauinnung. Auch die Mühldorf Malerinnung empfiehlt eine rechtzeitige Absprache mit den benötigten Betrieben.

Kommentare