Gebäude sollte nicht an Investor gehen

Neuer Besitzer für das alte Pfarrhaus: Gemeinde Aschau erhält Zuschlag im Bieterverfahren

Das alte Pfarrhaus steht schon länger leer, jetzt hat es die Gemeinde erworben. Das Gebäude soll später von der Öffentlichkeit genutzt werden können, doch zunächst muss der Ist-Zustand bewertet werden.
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Das alte Pfarrhaus steht schon länger leer, jetzt hat es die Gemeinde erworben. Das Gebäude soll später von der Öffentlichkeit genutzt werden können, doch zunächst muss der Ist-Zustand bewertet werden.
  • Raphaela Lohmann
    vonRaphaela Lohmann
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Es soll wieder Leben einkehren in das alte Pfarrhaus, für das es schon länger keinen pastoralen Bedarf mehr gibt. Jetzt hat die Pfarrpfründestifung das Gebäude veräußert. Den Zuschlag bei einem Bieterverfahren hat die Gemeinde Aschau bekommen.

Aschau – Das alte Pfarrhaus hat einen neuen Besitzer: Die Gemeinde Aschau hat das Gebäude von der Pfarrpfründestiftung erworben. Dies teilte Bürgermeister Christian Weyrich in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats mit.

Wegen Schimmelbefalls stand das Pfarrhaus bereits leer, als der Pfarrverband keinen pastoralen Bedarf mehr anmeldete. Mit deutlicher Mehrheit hatte sich die Kirchenverwaltung Aschau im Herbst 2018 entschieden, das Pfarrhaus der Pfarrpfründestiftung zu überlassen. Im Frühjahr wurde es in einem Bieterverfahren veräußert. Eine Entscheidung, über die so mancher Aschauer im Vorfeld unglücklich war. Schließlich stand bei einem Verkauf im Bieterverfahren zu befürchten, dass ein Investor den Zuschlag erhält.

Gebäude nicht Investor überlassen

Eine Sorge, die auch die Gemeinde umtrieb. „Das alte Pfarrhaus ist identitätsstiftend und ortsbildprägend“, sagt Bürgermeister Weyrich. Die mit dem Gebäude verbundene Geschichte sei von öffentlichem Interesse. Deshalb wollte man das Gebäude nicht einem Investor überlassen, sondern es für kommunale Zwecke nutzen. Dass man damit einem möglichen Abriss inklusive maximaler Neubebauung zuvorkommt, ist auch einer der Gründe für den Kauf.. „Uns war wichtig, dass das Gebäude von der Öffentlichkeit genutzt werden kann.“ Vorstellbar sei auch, dass der Obstgarten als Dorfanger dienen könne. Ein Treffpunkt für die Gemeinde eben.

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Was soll aus dem Pfarrhaus werden?

Gemeinschaftszentrum, Rathaus-Erweiterung oder Räume für eine Arzt-Praxis: Welche Ziele lassen sich mit dem alten Pfarrhaus verfolgen? Soweit ist man in der Gemeinde noch nicht, konkrete Vorstellungen für das alte Pfarrhaus fehlen noch. So viel steht aber fest: „Wir wollen das Gebäude einer sinnvollen Nutzung für die Öffentlichkeit zuführen“, sagt Weyrich. Wie sich das Gebäude am besten entwickeln lässt, soll im Zuge des Ortsentwicklungsplans verfolgt werden.

Doch zunächst müsse der Ist-Zustand des Gebäudes bewertet werden. Die Substanz des Gebäudes sei zwar gut, aber es gibt einen Schimmelbefall und für die Heizung keine Ersatzteile mehr, wie es bereits 2018 in einer Informationsveranstaltung hieß. Bevor also über die künftige Nutzung des Gebäudes diskutiert wird, soll das Pfarrhaus zunächst hinsichtlich seiner Bauphysik und seines energetischen Zustands untersucht werden.

Sanierungsfahrplan erstellen

Erst auf dieser Basis könne ein Sanierungsfahrplan erstellt werden, der wiederum erst eine Gesamtbetrachtung zulässt. Wie das Pfarrhaus später genutzt werden kann, lässt sich erst mit dem Wissen konkretisieren, welche Kriterien das Gebäude erfüllt.

Bereits im Mai hat die Gemeinde den Zuschlag nach dem Bieterverfahren auf Erbpachtbasis erhalten. Das Gebäude befindet sich nun im Besitz der Gemeinde, das Grundstück gehört weiterhin der Pfarrpfründestiftung, die es an die Gemeinde verpachtet hat. Der Vertrag hat eine Laufzeit von 75 Jahren. Nach Abschluss der Detailverhandlungen und des Kaufvertrags hat nun Bürgermeister Christian Weyrich den Kauf des Pfarrhauses im Gemeinderat öffentlich gemacht.

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