Ein neuer Bahnhofsbereich für Töging soll kommen

Faszination Modelleisenbahn: Mit etwas Anleitung steuern die Kinder jeden Zug sogar ums Eck auf das gewünschte Gleis. Becker
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Faszination Modelleisenbahn: Mit etwas Anleitung steuern die Kinder jeden Zug sogar ums Eck auf das gewünschte Gleis. Becker

Die Digitalisierung schreitet auch bei den Modellbahnern voran. Davon konnte sich auch Bürgermeister Dr. Tobias Windhorst bei der Eröffnung der Ausstellung des Töginger Modellbahnclubs überzeugen. In Kellerräumen des Kulturlokals Kantine haben die Modellbahner seit einigen Jahren ihr zu Hause.

Töging – Dort tüfteln die Hobby-Bastler an ihrer rund 60 Quadratmeter großen Anlage. In diesem Jahr lockt auch an den kommenden beiden Sonntagen noch eine Tombola mit 300 Preisen, wenn die Töginger Modellbahner von 10 bis 17 Uhr ihre Pforten für das Publikum öffnen. „Hauptpreise gibt’s an jedem Sonntag einen neuen“, erklärt der Vereinsvorsitzende Richard Werner.

Großes Projekt ist in diesem Jahr ein neuer Bahnhofsbereich, wozu man momentan die ersten Vorarbeiten betrachten kann: „Der Plan steht“, erklärt Jugendleiter Andreas Wassatsch. Voll digital, wie auch die bestehende Anlage, wird das neue Teilstück werden.

Bisher sind auf der mit Korkmatten gedämpften Teilplatte, die jetzt noch unweit des Eingangsbereichs aufgebaut ist, erst die Gleise verlegt sowie die Löcher gebohrt, durch die später die Weichenanlage gesteuert wird. Darüber, wie die Löcher später mittels Landschaftsmodellierung unsichtbar gemacht werden und über sämtliche technische Details des Anlagenbaus, informieren neben den erwachsenen Vereinsmitgliedern auch die neunköpfige Jugendgruppe.

Spielerisch werden die Kinder in ihren Gruppenstunden an die entscheidenden Themen der Modellbahntechnik herangeführt. Wie man beispielsweise über ein mobiles Steuergerät gezielt einzelne Lokomotiven ansteuern kann, das können die jungen Modellbahner schon ganz alleine. Auch über die Leistungsdaten der verschiedenen Lokomotiven kennen sich die Jungs von Andreas Wassatsch bestens aus.

Wenn der neue Anlagenteil in einigen Monaten fertig ist, soll er den Bereich ersetzen, in dem momentan noch eine vom restlichen Gleissystem abgetrennte Schmalspurbahn zum „Bahnhof Marienberg“ fährt.

Neben diesem Konzeptteil sind auf der gemeinsamen Vereinsanlage in diesem Jahr 24 liebevoll ausgesuchte Privatzüge auf den rund 400 Gleismetern zu sehen. „Am 26. Januar wollen wir ausschließlich mit unseren Dampflokomotiven fahren!“, erklärt Vereinsvorstand Richard Werner.

Neben Blicken hinter die Kulissen und einem Zug mit einer installierten Videokamera, die ihre Bilder live auf einen Bildschirm überträgt, interessieren sich die Besucher vor allem für die Geschichtsausstellung, die sich mit der „Bayerischen Tauernbahn“ beschäftigt und dabei besonders mit dem Teilstück Mühldorf – Garching – Freilassing. Die Strecke, die momentan auch in Wirklichkeit nicht nur für die Industrie ausgebaut wird, um eine schnelle Anbindung nach Triest und damit ans Mittelmeer zu schaffen, hat eine weit zurückreichende Geschichte.

Die Wurzeln der Strecke reichen bis in die 1860er Jahre zurück, als Mühldorf Teil einer geplanten Bahnlinie Prag – Salzburg werden sollte. Seit etwa 30 Jahren wird der Strecke hingegen von München ausgehend wieder mehr Bedeutung zugemessen: Erst im November 2019 war hierzu ein Infocenter am Mühldorfer Bahnhof eingeweiht worden. In Töging kann man dafür nun im Zuge der Modellbahn-Ausstellung die Historie der Strecke ergründen. pbj

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