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Gut belüftet im Sängerwettstreit: Neue Staffel von „Masked Singer“ mit Kostümen aus Mühldorf

Wie macht man ein Skelett sympathisch? Eine Aufgabe, die die Kostümbildner aus Mühldorf für „The Masked Singer“ zu lösen hatten.
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Wie macht man ein Skelett sympathisch? Eine Aufgabe, die die Kostümbildner aus Mühldorf für „The Masked Singer“ zu lösen hatten.
  • Markus Honervogt
    vonMarkus Honervogt
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Wenn am 20. Oktober eine neue Staffel „The Masked Singer“ beginnt, hängt der Erfolg auch von der Arbeit der Mühldorfer Gewandmeisterei ab. Alexandra Brandner und ihr Team haben die Masken gebaut und mussten dabei viele Probleme lösen. Zum Beispiel die Frage: Wie kann ein Skelett sympathisch sein?

Mühldorf – Die Frage ist: Wie kann ein Skelett sympathisch wirken und einen Gesangswettbewerb gewinnen? Dieses Abbild des Todes auf der Bühne einer Fernsehshow. Die Antwort darauf hat das Team um Gewandmeisterin Alexandra Brandner gegeben, ab heute können sich Zuschauer in der neuen Staffel von The Masked Singer davon überzeugen, ob es gelungen ist.

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Noch spektakulärer als in den beiden letzten Staffeln

Zum dritten Mal statten Brandner, Maskenbildnerin Marianne Meinl und ihre Mitarbeiter die Show von Pro Sieben aus. Und diesmal, ist sich Brandner sicher, sind die Masken noch spektakulärer als in den ersten Staffeln: komplizierte Mechaniken, ausgefallenere Materialien, künstlerische Herausforderungen.

Ein Teil der Handwerkskünstler hinter Alexandra Brandner (von links): William Moser, Fanny Lerch und Tobias Keusen gehören zu denen, die Brandner das „Teamgehirn“ nennt.

Brandner erzählt das im ersten Stock ihrer Werkstatt in der Hans-Sax-Passage in der Mühldorfer Altstadt. Unten surren Nähmaschinen, es läuft leise Musik. Drei Auszubildende sitzen an ihren Arbeitsplätzen, nähen, es liegen Stoffbahnen herum, angefangene Kostüme für einen historischen Film.

Wieder extrem anstrengende Wochen

Im Grunde ist es – so wenige Stunden vor der ersten Sendung der neuen Staffel – sehr ruhig. Brandner lacht. „Das waren wieder extrem anstrengende Wochen“, sagt sie, „aber jetzt ist alles fertig.“ Und bereits in Köln, dorthin reist auch die Chefin kurz nach dem Gespräch, sechs Wochen werden sie und ihre Mitarbeiter die Show begleiten. Es könnte sich ja ein Drahtbügel lösen.

Die Spannung steigt. Wie werden die neuen Kostüme funktionieren? Wie werden sie ankommen. Denn die Messlatte dafür haben die Mühldorfer selbst hochgelegt, und beim letzten Mal locker übersprungen: Den Deutschen Fernsehpreis gab es, Brandner und ihr Team setzten sich gegen harte Konkurrenz durch. Auch die Macher der Helene Fischer-Show waren im Rennen und blieben am Ende nur zweiter Sieger.

Corona forderte Opfer unter den Händlern

Für die neue Masked Singer Staffel geht es noch einen Schritt weiter. Für eines der Kostüme mussten große Strasssteine her. „Deshalb haben wir erst mal gelernt, wie man die herstellt.“ Viele Versuche waren nötig, bevor wirklich schöne Exemplare da lagen.

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Diese Fertigkeit könnte in Zukunft noch wichtiger werden. Denn Corona hat viele Geschäfte in den Ruin getrieben, die mit Nähzubehör handelten. „Wann immer wir etwas von einer Geschäftsaufgabe hören, kaufen wir alle auf.“ Knöpfe, Schmucksteine, Metallspangen lagern in der Gewandmeisterei Brandner.

Elegante Materialien für ein sympathtisches Skelett

Den Gewandmachern ist die Arbeit dagegen nicht ausgegangen. Neben dem Atelier für Näharbeiten haben sie gegenüber Räume für den Maskenbau dazugenommen, im Filmgeschäft gibt es weiter ausreichend Aufträge, lediglich die Anfertigung von Hochzeitsgewändern liegt auf Eis. Zwölf Mitarbeiter arbeiten in der Gewandmeisterei, vier davon sind Auszubildende. Sie nennt Brandner das Team-Gehirn Das sei besonders aktiv sei, wenn es gelte komplexe Aufgaben zu erfüllen. So wie beim Skelett, das den Spagat zwischen Gerippe und Sympathieträger schaffen muss. Elegante, schwebende Materialien, ein Gesicht, das das Kindchenschema anspricht und Knochen wie eine Krone, bringen dem oder der Sängerin durchaus Siegchancen. Von „künstlerischen Meisterleistungen“ spricht Brandner, sie steckt voller Selbstbewusstsein.

So sehen die Masken aus

Dazu hat nicht nur der Fernsehpreis beigetragen. Fast noch wichtiger ist Brandner die Anerkennung im Kollegenkreis. Längst stattet ihre Gewandmeisterei auch die belgische Version der maskierten Sänger aus, Anfragen zu großen Kostüm-Bauten kommen inzwischen aus vielen verschiedenen Ländern.

Pro Sieben stolz auf die Masken für The masked singer

Auch Pro Sieben ist stolz auf die Arbeit der Mühldorfer: „Bereits in der ersten Staffel suchten die Kostüme ihres Gleichen, die Kostüme aus Staffel zwei toppten alles Dagewesene nochmals“, jubelt der Sender.

Nach seinen Angaben kostet jedes Kostüm 20.000 Euro. 300 Stunden Arbeit stecken darin. „Doch die Kostüme sind nicht nur sehr kostenaufwendig, sondern teilweise auch sehr schwer“, betont der Sender. Auf 35 Kilogramm brachte es die Maske der Göttin aus Staffel zwei, die Maske des Roboters besteht aus 250 Einzelteilen. Damit die Sängerin in der Hitze des Bühnengefechts nicht allzu sehr ins Schwitzen kommen, haben alle Masken ein Belüftungssystem.

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