Drei Doppelhaus-Villen

Neue Häuser am Mühldorfer Stadtwall sollen noch 2021 fertig werden

Das Winterbild zeigt den Blick aus dem Krankenhaus in Richtung Stadtwall. Wo jetzt noch Einfamlienhaus steht, es eine Baulücke und ein weiteres Haus gibt, sollen drei Doppelhäuser entstehen. Damit könnte ein Jahre langer Streit um die Bebauung enden.
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Das Winterbild zeigt den Blick aus dem Krankenhaus in Richtung Stadtwall. Wo jetzt noch Einfamlienhaus steht, es eine Baulücke und ein weiteres Haus gibt, sollen drei Doppelhäuser entstehen. Damit könnte ein Jahre langer Streit um die Bebauung enden.
  • Markus Honervogt
    vonMarkus Honervogt
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Seit Jahren streiten die Stadt und ein Investor über die Bebauung des Stadtwalls unterhalb des Krankenhauses. Jetzt gibt es eine Lösung, mit der sowohl der Bauausschuss als auch der Bauherr zufrieden sind. Allein die Grünen kritisieren die Pläne.

Mühldorf – Der Streit um den Bau neuer Häuser unterhalb des Krankenhauses ist beigelegt. Der Bauausschuss des Mühldorfer Stadtrats hat einer Bauvoranfrage zugestimmt, nach der ein Investor dort drei Doppelhaus-Villen bauen darf. Sollte auch das Landratsamt die Anfrage positiv beurteilen, will der Investor seine Klage gegen ein bisheriges Bauverbot zurückziehen.

Die Töginger Firma Bachmaier hat bereits mehrere Wohnblöcke im Bereich des Stadtwalls errichtet, sie stehen unterhalb des Krankenhauses und an der Friedhofstraße. Mit weiteren, sechsstöckigen Häusern für 28 Wohnungen wollte Bachmaier die noch existierende Baulücke unterhalb des Krankenhauses schließen. Dort stehen derzeit zwei Einfamilienhäuser.

Mehrfamilienhäuser passen nicht

Der Stadt waren diese Pläne 2018 zu groß, sie beschloss die Aufstellung eines Bebauungsplans samt einer Veränderungssperre. Den jetzt vom Investor in der Bauvoranfrage vorgeschlagenen drei Doppelhaus-Villen stimmte der Bauausschuss dagegen mit 8:3 Stimmen zu.

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Für Seniorchef Johann Bachmaier ein Grund zur Zufriedenheit. „Das ist das, was wir jetzt eingereicht haben“, sagte er und kündigte an: „Wenn ich eine Baugenehmigung bekomme, werde ich meine Klage zurückziehen.“ Die ist seit Jahren vor dem Verwaltungsgericht in München anhängig. Bachmaier besteht in ihr darauf, die Lücke unterhalb des Krankenhauses mit großen Wohnblocks zu schließen. Er bezieht sich auf das Baurecht, dass ihm im Bereich ohne Bebauungsplan Gebäude erlaubt, die mit den bereits existierenden vergleichbar sind. Um das zu verhindern, hatte die Stadt den Bebauungsplan aufgestellt und den Bau untersagt.

Investor spricht von gutem Kompromiss

Obwohl Bachmaier mit der jetzigen Lösung weit unter dem bleibt, was er ursprünglich wollte, spricht er von einem guten Kompromiss. „Die Stadt will es jetzt zum Abschluss bringen, ich habe nachgegeben, damit wieder Friede einkehrt.“ Er lobte die Gespräche mit Bürgermeister Michael Hetzl und Stadtbaumeisterin Birgit Weichselgartner, auch das Landratsamt sei eingebunden gewesen.

Stadt lehnt Tiefgarage im Hang ab

Nach den Vorstellungen Bachmaiers entstehen dort drei moderne Doppelhäuser, die vom Stadtwall aus gesehen drei Stockwerke haben, von der Krankenhausstraße aus zwei. In jeder Doppelhaushälfte sollen zwei Wohneinheiten Platz finden, Bachmaier spricht von einer „Einliegerwohnung“.

Mühldorfs Bürgermeister Michael Hetzl nennt die jetzt getroffene Entscheidung eine „gütliche, gemeinsame Einigung“, die nicht nur den langjährigen Rechtsstreit beendet, sondern eine verträgliche Bebauung auf Privatgrund verspreche. „Es wird wesentlich niedriger als erlaubt und nur halb so groß, wie ursprünglich geplant.“ Dafür würden die Gebäude etwas breiter.

Grüne attackieren Bauträger und Verwaltung

Vom Tisch ist nach Ansicht der Stadt und des Investors der ursprüngliche Plan für eine Tiefgarage im Hang unterhalb des Krankenhauses. Die hätte auch nach der Absage an Wohnblocks für die Klinik und Stadtbesucher zur Verfügung stehen können. Laut Bachmaier gibt es aber seitens der Stadt und des Landkreises kein Interesse. Das bestätigt auch Bürgermeister Hetzl. Die geplanten Doppelhäuser bräuchten keine Tiefgarage, für eine große müssten im ehemaligen Klostergarten alte Bäume gefällt werden. „Das wollen wir auf keinen Fall.“

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Im Bauausschuss lehnten nur die Grünen den Bau ab, sie stimmten dagegen. Sie halten die Bebauung für zu hoch und zu groß und fürchten um den Grünstreifen. „Vom Stadtwall bleibt eigentlich nichts mehr übrig in diesem Bereich“, erklärte Stephan Schinko. „Vielleicht sollten wir es besser ‚ehemaliger Stadtwall‘ nennen.“

Wenn die Genehmigungen vorliegen, will Bachmaier 2021 mit dem Bau der drei Häuser beginnen. Als Bauzeit nennt er sechs bis neun Monate.

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