Die Vorschriften im Einzelnen

Corona-Ampel im Landkreis Mühldorf springt auf dunkelrot: Das sind die neuen Regeln

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Im Landkreis gilt eine neue Allgemeinverfügung. Die steigenden Infektionszahlen gehen nicht mehr wesentlich vom Infektionsgeschehen am Putenschlachthof in Ampfig aus. Die neue Verfügung beinhaltet alle Corona-Regelungen für den Landkreis Mühldorf.

Update 27. Oktober, 10.30 Uhr:

Corona-Ampel springt auf dunkelrot: Das sind die neuen Regeln

Die Zahl der Corona-Infektionen im Landkreis steigt rasant an. Am Montagmorgen (Stand 8 Uhr) belief sich die 7-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner wie in der täglichen Statusmeldung bereits veröffentlicht auf 147,6. Ohne Infektionsgeschehen am Putenschlachthof Ampfing liegt diese bei 91,5. Mit den im Laufe des Tages bekannt gewordenen weiteren Neuinfektionen wird die 7-Tages-Inzidenz am Dienstag insgesamt über 150 liegen und auch ohne das Infektionsgeschehen am Putenschlachthof Ampfing den Inzidenz-Wert von 100 überschreiten, teilt die Pressestelle des Landratsamtes in Mühldorf mit. Landrat Heimerl nannte am Nachmittag bereits eine Zahl: 108,7.

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Daher hat der Corona-Krisenstab des Landratsamtes am Montagnachmittag beschlossen, die verschärften Regeln bei Überschreitung der neuen 100er-Grenze bei der 7-Tages-Inzidenz anzuwenden. Der Landkreis hat eine geänderte Allgemeinverfügung veröffentlicht, so dass die Neuregelungen am 27. Oktober in Kraft treten.

So wie Johanna Salzberger aus der 4. Klasse der Grundschule Polling und ihre Klassenlehrerin Lisa Stümpfl (hier ein Foto aus der ersten Schulwoche) müssen ab sofort alle Grunsdschüler auch im Unterricht Maske tragen.

Zusätzlich zu den bereits bestehenden Auflagen bei Überschreitung der 50er-Inzidenz gelten damit ab Dienstag, 27. Oktober 2020 folgende Einschränkungen:

Gastronomie:

Die Sperrstunde gilt ab 21 Uhr bis 6 Uhr! Tankstellen dürfen ebenfalls ab 21 Uhr bis 6 Uhr keinen Alkohol mehr verkaufen. Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen ab 21 Uhr.

Teilnehmerbegrenzung bei Veranstaltungen aller Art:

Maximal 50 Personen für Veranstaltungen aller Art. Dies gilt auch für Zuschauer bei Sportveranstaltungen sowie in den Bereichen Kultur, Musik, Theater, für Vereinsveranstaltungen und in Kinos. Ausgenommen sind Kirchenveranstaltungen, Demonstrationen und Hochschulen. 

Landrat Max Heimerl erklärt: „Das Infektionsgeschehen außerhalb des Putenschlachthofs Ampfing ist extrem dynamisch. Daher mussten wir unverzüglich handeln. Ich bitte die Bürgerinnen und Bürger um Verständnis für die zusätzlichen Einschränkungen und um ihre Unterstützung. Wir alle müssen jetzt unsere Kontakte noch weiter einschränken. Ich hoffe, dass wir es so gemeinsam schaffen, die Verbreitung des Virus wieder einzudämmen.“

Die Regelungen im Detail sind auf der Homepage des Landratsamtes unter www.lra-mue.de direkt unter der Rubrik „Allgemeinverfügung“ zu finden. Die neue Allgemeinverfügung in der Fassung vom 26. Oktober tritt mit Wirkung ab dem 27. Oktober in Kraft und gilt zunächst bis zum Ablauf des 2. November.

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Umfassende Plicht zum Tragen von Mund- und Nasenschutz: In Schulen, Horten und Hochschulen sowie neu ab 24. Oktober mit der neuen Allgemeinverfügung des Landkreises auch in sämtlichen Bildungseinrichtungen. IM öffentlichen Nahverkehr, in Krankenhäusern, Arztpraxen, Freizeiteinrichtungen und Kulturstätten (Kinos, Theater, Konzerte), für Zuschauerinnen und Zuschauer bei Sportveranstaltungen, bei Tagungen und Kongressen. Grundsätzlich überall dort, wo sich Menschen begegnen (insbesondere in Fahrstühlen, auf Gängen, an Bushaltestellen und Bahnhöfen) und der Mindestabstand von 1,5 Meter nicht eingehalten werden kann.

Fünf Personen dürfen sich treffen

Es bleibt bei allgemeinen Kontaktbeschränkungen: In der Öffentlichkeit und im Privaten dürfen sich lediglich fünf Personen oder zwei Haushalte treffen.

Private Feiern: Private Feiern (wie zum Beispiel Hochzeiten, Geburtstage, Zusammenkünfte nach kirchlichen Festen) werden ebenfalls auf maximal fünf Personen oder zwei Haushalte begrenzt, unabhängig davon ob an einem Veranstaltungsort oder privat gefeiert wird,

An Schulen gilt nach wie vor die Maskenpflicht für alle Schülerinnen und Schüler alle Jahrgangsstufen (einschließlich der Grundschüler) auch am Sitzplatz. Auch die Lehrkräfte müssen im Schulgebäude und während des Unterrichts eine Maske tragen.

„Grund die Eltern von Grundschülern haben sich über die Maskenpflicht massiv bei mir beschwert. Ich habe mit dem Schulamt und mit den Schulleitern sowie mit Firmenvertretern gesprochen. Alle waren sich einige, dass wir den Unterricht an den Schulen aufrecht erhalten sollten. Die Alternatibve wäre gewesen, dass wir dort, wo wir die 1.50 Meter Abstand nicht einhalten konnten, auf Distanzunterricht umstellen müssten. Dies hätte zu Folge, dass die Kinder wieder zu Haus unterrichtet würden und damit auch Eltern wieder zu Hause bleiben müssten. Die wollten wir nicht. Die Maskenpflicht in den Grundschulen gilt noch für fünf Tage, dann sind Herbstferien. Wir werden intensiv prüfen, wie es nach den Herbstferien aussieht und dann über diese Maskenpflicht entscheiden“, stellte der Landrat heraus.

Tagebetreuungsangebote für Kinder und Jugendliche: Es gilt die Maskenpflicht für Beschäftigte. Es müssen feste Gruppen gebildet werden, auch bei Mahlzeiten und in Horten gilt die Maskenpflicht für Schülerinnen und Schüler.

Für die Gottesdiens, sportliche Veranstaltungen, ÖPNV, Freizeitparks, Handel, Gastronomie und Märkte gelten ansonsten die bisherigen Regeln für die 50er-Grenze in der 7. Infektionsschutzmaßnahmeenverordnung fort.

Rubriklistenbild: © Wagner

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