Das Netz streitet über die Absage des Mühldorfer Faschingszugs

Hatten Glückund nur ein beschädigtes Auto: Zwei Polizisten fuhren im Wald zwischen Mühldorf und Waldkraiburg gegen einen Baum. fib/Eß
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Hatten Glückund nur ein beschädigtes Auto: Zwei Polizisten fuhren im Wald zwischen Mühldorf und Waldkraiburg gegen einen Baum. fib/Eß
  • Markus Honervogt
    vonMarkus Honervogt
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Der kurze Sturm vom Sonntag hat eher ideellen denn materiellen Schaden angerichtet. Am härtesten hat es die Faschingsfreunde in Mühldorf getroffen, mit dem Schrecken kamen zwei Polizisten zwischen Mühldorf und Waldkraiburg davon.

Mühldorf – Den schwersten Unfall während des Sturms am Sonntagabend hatten zwei Polizisten. Gegen 19 Uhr fuhren zwei Beamte der Polizei Waldkraiburg mit ihrem BWM zu einem Einsatz nach Mühldorf. Im Waldstück in der Nähe des Kieswerkes stürzte in diesem Moment eine Fichte über die Staatsstraße. „Trotz Vollbremsung gelang es nicht, den Dienst-PKW rechtzeitig anzuhalten“, erklräte Waldkraiburgs Polizeichef Georg Deibl mit.

Polizei-BMW rumpelt über Baumstamm

Der Dienst-BMW rumpelte über den Baum und blieb kurz dahinter stehen. Das Polizeiauto sei dabei im Front erheblich beschädigt worden. „Die beiden Polizeibeamten wurden glücklicherweise bei dem Unfall nur leicht verletzt“, betonte Deibl. Der Fahrer ist 26 Jahre alt, der Beifahrer 32, er kam am Montag morgen bereits wieder zum Dienst. Sein Chef Deibl spricht von Prellungen und blauen Flecken, die sich die beiden durch den Aufprall zugezogen hätten. Da sich der Unfall gegen Dienstende der Polizisten ereignete, konnten sie nach der Unfallaufnahme nach Hause gehen.

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Für Autofahrer war die Straße nach dem Unfall tabu. Aus Sicherheitsgründen blieb sie bis Montagmorgen 8 Uhr gesperrt. Den Baum entfernte die Feuerwehr Waldkraiburg.

Feuerwehr bleibt tiefenentspannt

Die Fichte zwischen Mühldorf und Waldkraiburg war einer von acht Bäumen, die am Sonntagabend auf Straßen fielen, meldet Feuerwehrchef Harald Lechertshuber. Verglichen mit den letzten Stürmen keine Problem für die Wehr: „Wir sind tiefenentspannt, das war fast nix.“ Um 19 Uhr kamen nach seinen Angaben am Sonntagabend die ersten Schadensmeldungen, um 23.15 Uhr ging die letzte ein. Wie in den vergangenen Sturmtagen gab es keine Verletzten oder Großschäden.

Ließen sich die Festlaune nicht verderben: Faschingsfreunde im SInners. stl

Damit bleiben die Mühldorfer Narren, denen der Sturm den Faschingszug nahm. Weil viele die kurzfristige Absage nicht erreicht hat, wurden die Lokale entlang des Stadtplatzes zur Faschingsmeile, wo vor allem jüngere Leute feierten.

Heftige Diskussionen löste die Absage in sozialen Netzwerken aus. Auch auf der Facbook-Seite der Stadt Mühldorf. Von „Sicherheit geht vor!!“ bis „So schlimm ist der Wind jetzt auch nicht und meine Kids sind jetzt bitter entäuscht“, reichen die Reaktionen. Einige Schreiber verwiesen auf zeitgleichstattfindende Faschingszüge in Egglkofen, Traunreut oder Reischach, die nicht abgesagt worden seien. Auch die Stadt schaltete sich in die Diskussionen ein: „Vorhergesagt waren Böen bis Windstärke 9, wir müssen uns auf die Wetterberichte verlassen“.

Auch Inntaliapräsidentin Sandra Zellhuber blieb am Tag danach dabei: „Die Absage war richtig.“ Es wären ihnen zwar schwergefallen, aber die Sicherheit der Besucher sei wichtiger gewesen. Die Inntalia ließ sich nach ein paar Tränen den Tag nicht verderben und feierte beim ESV Fasching.

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Ein Positives hatte die Absage: Nach Angaben von Polizeisprecher Uwe Schindler blieb rund um den abgesagten Faschingszug alles friedlich, obwohl viele Leute in der Stadt unterwegs gewesen wären. Von einer Schlägerei, über die auf Facebook spekuliert wird, weiß die Polizei nichts.

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