Gespräche im Gemeinderat

Welche Gewerbe passen nicht zum Ort? Heldenstein will Ansiedlungen steuern

Während sich das Hartinger Gewerbegebiet entwickelt, will die Gemeinde Heldenstein künftig bei Anfragen nach Gewerbegrundstücken gezielter vorgehen. Man will sich Gedanken machen, welches Gewerbe sich in der Gemeinde ansiedeln soll und welches nicht.
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Während sich das Hartinger Gewerbegebiet entwickelt, will die Gemeinde Heldenstein künftig bei Anfragen nach Gewerbegrundstücken gezielter vorgehen. Man will sich Gedanken machen, welches Gewerbe sich in der Gemeinde ansiedeln soll und welches nicht.

Die Gemeinde Heldenstein will sich eine städtebauliche Ausrichtung geben. Dazu gehört auch, die Anfragen nach Gewerbegrund besser zu steuern. Der Gemeinderat macht sich daher Gedanken, welches Gewerbe sich nicht in Heldenstein ansiedeln soll.

Heldenstein – Die Anfragen nach Grundstücken für Gewerbe werden bei der Gemeinde Heldenstein immer mehr. Doch wie will man künftig mit diesen Anfragen umgehen und in welche Richtung will sich die Gemeinde entwickeln? Eine Frage, auf die der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung nur bedingt Antworten fand.

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„Es gibt Anfragen von Projektentwicklern und Betrieben nach freien Flächen“, erklärte Bauamtsleiter Heiko Bernhardt. Um Anfragen künftig gezielter beantworten zu können, soll sich der Gemeinderat daher Gedanken um die zukünftige städtebauliche Ausrichtung, Entwicklung und Ansiedlung von Gewerbe machen. Dabei sollen auch unterschiedliche Einzelgebiets- und Parzellengrößen berücksichtigt werden. Dazu muss sich der Gemeinderat darüber klar werden: Welches Gewerbe passt zu Heldenstein?

Logistik nicht pauschal ausschließen

„Es geht darum, eine Negativliste zu erstellen“, erklärte Bürgermeisterin Antonia Hansmeier (CSU). Große Logistikbetriebe sieht Florian Hartmetz (CSU) weniger in Heldenstein, Kleinere hingegen seien aber möglich. „Logistikunternehmen pauschal auszuschließen finde ich schwierig.“

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So etwas ließe sich aber über die Parzellengröße regulieren, erklärte Hansmeier. Für Heiko Bernhardt ist Logistik ein „dehnbarer Begriff“. Um so wichtiger sei es deshalb, abzuwägen, was bringt es der Gemeinde, welche Belastungen sind damit verbunden? Um künftig Probleme gleich im Vorfeld zu vermeiden, soll der Gemeinderat bestimmtes Gewerbe ausschließen, so der Vorschlag aus der Verwaltung.

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Die Gemeinde verfügt mit der A  94 über eine günstige Verkehrsanbindung, weshalb jede Branche möglich sei. „Wir wollen eine Struktur“, sagte Bürgermeisterin Antonia Hansmeier.

Detaillierte Lösung jetzt nicht möglich

Das Thema zurückstellen wollte hingegen Georg Stöckl (UWG). „Wir sollten noch nichts beschließen, sondern zunächst weitere Informationen einholen.“ Für Branchen, welche die Gemeinde nicht haben wolle, würde man jetzt detailliert keine Lösung finden. „Wir würfen jetzt viele Gewerbearten vergessen.“

Ein Vorschlag, den auch Josef Lurz (CSU) unterstützte. „Jetzt würde die Liste unvollständig werden.“ Am Ende folgte der gesamte Gemeinderat dieser Empfehlung. Einstimmig einigte man sich darauf, das Thema im neuen Jahr erneut auf die Tagesordnung zu setzen.

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