Nasenarbeit: Astrid Sperlich macht mit ihrem Husky Mantrailing

Vom Bahnhof zur Dorfmitte:Zuverlässig ist Calimero der Duftspur gefolgt und hat die gesuchte Person gefunden. Hundeführerin Astrid Sperlich ist zufrieden mit ihrem Husky. stettner

Von vielen den einen Geruch herausfiltern und sich dabei nicht ablenken lassen. Beim Mantrailing – der Suche nach Personen – macht man sich den ausgezeichneten Geruchssinn von Hunden zu eigen. Astrid Sperlich hat mit ihrem Husky Calimero genau die richtige Beschäftigung gefunden – als Team.

Ampfing – Husky Calimero sitzt am Ausgang des Ampfinger Bahnhofparkplatzes, er trägt ein Geschirr in Signalfarben, seine leuchtend gelbe Leine liegt aufgerollt in der Hand von Astrid Sperlich. Als sie ihrem Hund das Lederarmband der gesuchten Person vor die Schnauze hält, nimmt er sofort den Geruch auf. Es folgt ein Augenblick höchster Konzentration des Teams auf die gemeinsame Aufgabe – dann erhält er die Freigabe zur Suche.

Zielstrebig durch Straßen und Gassen

Calimero setzt sich in Bewegung gefolgt von seiner Hundeführerin. Calimero läuft – Passanten ignorierend – sehr zielstrebig durch Straßen und Gassen in die Dorfmitte bis zu einem Parkplatz. Dort lässt seine Körperspannung nach, der Hundekopf geht hoch, die Rute runter – er bleibt stehen, die Ohren bewegen sich, die Nase arbeitet sichtbar. Jetzt ist Teamwork gefragt: Astrid Sperlich schickt ihn in eine Seitengasse, Calimero reagiert wieder gleich.

Keine Spannung, Kopf hoch, er kommt schnell zurück, genauso werden nun die anderen Seitenarme der Kreuzung ausgearbeitet. Überall die gleiche Reaktion des Huskys, dann schleckt er sich kurz über den Fang, dreht sich um und sucht den Blickkontakt zu seiner Hundeführerin, geht zu ihr hin und setzt sich.

Die Aufgabe als Team lösen

Volltreffer – Aufgabe gelöst, denn genau hier ist die gesuchte Person in einen Wagen gestiegen und weggefahren. Zur Belohnung darf Calimero genüsslich aus einer großen Tube Leberwurst schlecken, wird freudig und ausgiebig gelobt, was er sicht- und hörbar genießt. Das ist Mantrailing, die Suche nach Personen: Der Hund offenbart mit seiner Körpersprache den Spurverlauf – die Aufgabe wird als Team gelöst.

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Seit sechs Jahren ist Astrid Sperlich der Faszination Mantrailing erlegen. „Anfangs bin ich dafür sogar regelmäßig zum Training nach München gefahren. Seit ich im Frühling 2018 den Entschluss gefasst habe, Mantrailing-Trainer zu werden, habe ich mich darüber hinaus bei erfahrenen Instruktoren im In- und Ausland intensiv fachlich weitergebildet“, erzählt sie. Wie sie zum Mantrailing gekommen ist und warum sie mit Huskys traile, gehe Hand in Hand. Um es in einem Satz zu sagen: „Ich habe nicht Hunde, um zu trailen, sondern ich traile für die Hunde, die ich habe“, sagt sie mit leuchtenden Augen.

Mit dem Mantrailing hatte sie eine artgerechte Beschäftigung für ihren Husky gefunden, die er gesundheitlich auch langfristig ausüben konnte. Die huskytypischen Eigenschaften waren kein Störfaktor, sondern sogar von Vorteil.

„Durch das Mantrailing haben wir eine belastbare Beziehung aufgebaut, die es uns ermöglicht hat, auch die Dinge im Alltag, die bis dahin durchaus nervenaufreibend und schwierig waren, zu verbessern.“ Aus den „Loosern vom Hundeplatz“ sei ein starkes Team geworden. Calimero sei immer sicherer geworden, seine vermeintlichen Schwächen hätten sich beim Mantrailing als Stärken entfaltet. Beim Training komme es die Qualität des Trails an, nicht die Quantität.

Die eigene Entwicklung zählt

So könnte das Training besonders gut auf Hunde mit besonderen Bedürfnissen zugeschnitten werden, so dass es in jedem Lebensalter und auch bei vielen körperlichen Einschränkungen ausgeführt werden könne. „Die Leistungsfähigkeit der Hundenase in der Arbeit zu erleben, ist immer wieder beeindruckend. Die positive Auswirkung auf die Hunde ist die Triebfeder, warum ich Mantrailing Training im Landkreis Mühldorf anbieten möchte.“

Auch wenn man Mantrailing im Freizeitbereich mache, Astrid Sperlich legt großen Wert darauf, dass die Hunde mit der gleichen Sorgfalt und dem gleichen Wissen ausgebildet werden wie erfolgreiche Rettungshunde. Es zähle die eigene Entwicklung im Training.

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Basisarbeit sei das Nonplusultra. Ziel sei es für Astrid Sperlich, den Hundeführer in die Lage zu versetzen, dass er auf jedem Trail erkennt: Erstens ob der Hund aktuell arbeitet oder privat unterweges ist und zweitens ob er auf dem Geruchsband ist oder nicht. „Wenn der Hundeführer das kann, dann ist der Entwicklung nach oben keine Grenze mehr gesetzt.“

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