Nächstes Kapitel im Straßen-Streit zwischen Mühldorf und Mößling

Nur für Fußgänger und Radfahrer:Geht es nach dem Willen von Bürgermeisterin Marianne Zollner, bleibt die Brunnhuberstraße für die Durchfahrt von Autos gesperrt. Geht es nach dem Willen von Mößlinger Anwohner, wird sie frei gegeben. Geht es nach dem Willen der Freien Mühldorfer, baut die Stadt dort Geh- und Radweg. Honervogt
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Nur für Fußgänger und Radfahrer :Geht es nach dem Willen von Bürgermeisterin Marianne Zollner, bleibt die Brunnhuberstraße für die Durchfahrt von Autos gesperrt. Geht es nach dem Willen von Mößlinger Anwohner, wird sie frei gegeben. Geht es nach dem Willen der Freien Mühldorfer, baut die Stadt dort Geh- und Radweg. Honervogt

Der Verkehrsausschuss von Mühldorf berät diese Woche über die Sperrung der Brunnhuber Straße. Die Positionen sind unverändert und verhärtet. Das sagt der Gutachter dazu.

Mühldorf – Seit 13. September 2015 ist die Brunnhuber Straße für den Durchgangsverkehr gesperrt. Seitdem tobt der Streit um die kleine Straße zwischen Mühldorf und Mößling. Er dürfte am Mittwoch erneut befeuert werden.

Die einen halten die Sperrung für die Verkehrssicherheit vor allem von Schulkindern aber auch für Radler und Fußgänger für unerlässlich; die anderen – vor allem Bewohner von Mößling – fühlen sich abgehängt.

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Menschen im südlichen Teil der Straße freuen sich über weniger Autoverkehr und Lärm, im Dorfgebiet klagen manche über Umwege und Behinderungen. Sie haben vor einigen Jahren 400 Unterschriften gegen die Sperrung gesammelt.

Standpunkte zur Sperrung unverändert

An den unterschiedlichen Einschätzungen hat sich auch nach vier Jahren nichts geändert, wie sich im Vorfeld der Sitzung des Verkehrsausschusses am Mittwoch zeigt. Bürgermeisterin Marianne Zollner vertritt weiterhin die Meinung des Verkehrsausschusses, der die Sperrung einst beschloss. Die Anwohner hoffen weiter auf das Ende der rot-weißen Sperrpfosten.

Bürgermeisterin Marianne Zollner sagt: „Die Sicherheit der Kinder und der anderen Verkehrsteilnehmer, die hier zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Roller unterwegs sind, ist sehr hoch zu bewerten.“ Diese Sicherheit könne nicht durch Geh- oder Radwege entlang der Straße gewährleistet werden. „Die Gefahr erhöht sich noch an den Engstellen. Am Anfang und am Ende der Straße gibt es keine Möglichkeit, einen Fußgänger- und Fahrradweg herzustellen“, sagt Zollner.

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Rückendeckung erhält die Bürgermeisterin vom neuen Verkehrsgutachten, das die Stadt in Auftrag gegeben hat. „Die Maßnahme, den KFZ-Durchgangsverkehr in diesem Abschnitt der Brunnhuberstraße zu unterbinden wird als richtig erachtet“, schreibt das Ingenieurbüro Stadt-Land-Verkehr mit Blick auf Schulkinder, die die Straße nutzen. „Ein weiteres Argument ist die Verkehrssicherheit für Fußgänger und Radfahrer.“

Anwohner fordern Erschließungsstraße

Auch das Argument, Mößling verliere eine vernünftige Erschließung, lassen die Gutachter nicht gelten. „Für die Nord-Süd-Verbindung des Ortsteils Mößling zur Kernstadt bestehen mit der Mößlinger Straße und der Altmühldorfer Straße ausreichend leitungsfähige und ausgebaute Verbindungen für den Kfz-Verkehr.“

Anwohnerin Elfriede Skrojek widerspricht dieser Einschätzung vehement. „Es ist eine Katastrophe mit der Mößlinger Straße, wir brauchen die Brunnhuber Straße unbedingt.“ Sie ist nach Ansicht der Sperrungsgegner eine wichtige Erschließung des Dorfs als Ergänzung zur Mößlinger Straße.

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Skrojek erinnert auch an den Eingliederungsvertrag, mit dem Mößling 1972 zu Mühldorf kam. „Der gilt immer noch“, sagt sie. Und da steht der Ausbau der Brunnhuber Straße drin.

FM wollen Radweg und Gehsteig

Auf sie zielt der Antrag der Freien Mühldorfer ab, der am Mittwoch im Verkehrsausschuss verhandelt wird. Er sieht den Ausbau der Straße mit einem Geh- und Radweg vor – und die anschließende Öffnung für den Autoverkehr-

Die Sitzung im Rathaussaal beginnt um 17 Uhr.

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