Nur zwei Gegenstimmen

Nachverdichten ja – aber nicht zu dicht: Debatte im Töginger Gemeinderat

Die östliche Zufahrt zur Theresienstraße ist in keinem guten Zustand. Aus Sicht der Anlieger ein weiteres Hindernis, das mehr als acht neuen Mietparteien entgegensteht.  Becker
+
Die östliche Zufahrt zur Theresienstraße ist in keinem guten Zustand. Aus Sicht der Anlieger ein weiteres Hindernis, das mehr als acht neuen Mietparteien entgegensteht. Becker
  • vonPeter Becker
    schließen

Zehn Anwohner waren im Töginger Bauausschuss, um persönlich ihre Bedenken zu einem Bauvorhaben in der Theresienstraße vorzubringen. Ein Grundstückseigentümer will dort ein bestehendes Haus mit vier Wohneinheiten um weitere vier Wohneinheiten erweitern.

Töging – Zehn Anwohner waren im Bauausschuss, um persönlich ihre Bedenken zu einem Bauvorhaben in der Theresienstraße vorzubringen. Ein Grundstückseigentümer will dort ein bestehendes Haus mit vier Wohneinheiten erweitern, indem an das Gebäude sowohl im Westen, als auch im Osten jeweils noch zwei Wohnungen drangebaut werden. Pläne, zusätzlich noch um ein Geschoß aufzustocken, dass insgesamt sogar zehn oder zwölf Wohneinheiten entstehen könnten, verwarf der Antragsteller bereits im laufenden Verfahren.

Vier zusätzliche Wohnungen

Da das neue Gebäude die Baugrenzen des Bebauungsplanes überschreitet, war dies ein Fall für den Töginger Bauausschuss, obwohl die Genehmigungsbehörde das Altöttinger Landratsamt ist. Nach einer intensiven Aussprache stimmten nur die beiden Freien Wähler gegen den Antrag.

Demzufolge sollen die beiden freistehenden Doppelgaragen westlich und östlich des Gebäudes abgerissen werden, um Platz für jeweils eine Wohnung im Erdgeschoss und eine im ersten Stock zu schaffen.

Von der Theresienstraße aus soll auf beiden Seiten des Gebäudes ein Weg in den hinteren Teil des Grundstücks führen. Dieser soll nur in einer Richtung befahren werden, damit entlang des Bahndammes dann zehn Fahrzeuge schräg parken können. Die restlichen zwei, die nach der neuen Stellplatzordnung notwendig sind, sollen entlang der Theresienstraße sein.

Nachverdichtung um jeden Preis?

„Wie viel Nachverdichtung ist noch gut?“, leitete Bürgermeister Tobias Windhorst nach einer kurzen Einführung die Diskussion über das Bauvorhaben ein, an dem so viele Anwohner Anstoß nehmen. Die zehn Anwesenden brachten ihre Bedenken durch einen Sprecher vor: 18 Schulkinder würden schon jetzt in dieser Parallelstraße zur Hauptstraße leben. Die Straße sei generell nicht breit und nur teilweise neu geteert. An den Zuführungen zur Hauptstraße sei das Bankett nicht mehr vorhanden, sondern die Straße fiele praktisch in ein Feld hinein, sodass ein einzelnes Auto schon ein größeres Hindernis darstelle. Nach Ansicht der Anwohner seien so viele neuen Anwohner und Fahrzeuge zu viel.

Die Doppelgaragen werden entfernt und dafür zweigeschoßige Anbauten mit einem Flachdach links und rechts des bestehenden Gebäudes errichtet. Den Antrag, das Gebäude auf drei Geschoße aufzustocken, zogen die Planer schon im Vorfeld zurück.

Keinen Präzedenzfall schaffen

Wie Josef Neuberger für die Freien Wähler ausführte, solle der Stadtrat hier keine Präzedenzfälle schaffen: „Was ist denn mit dem Grundstück gegenüber? Das ist genauso groß, da wird dann vielleicht auch bald so was beantragt“, so Neuberger. Zudem wies er auf möglicherweise erforderliche Lärmschutzmaßnahmen hin, die voraussichtlich zusätzlichen Platz benötigten. Damit begründete er die generelle Ablehnung der geplanten Baumaßnahme durch seine Fraktion.

Mehr Parkplätze als vorgeschrieben

Günter Zellner führte bezüglich der Zustimmung der SPD aus, dass man ein weiteres Stockwerk wegen der Bauhöhe auch im Gespräch mit dem Bauherren abgelehnt habe, dass man aber die beiden Anbauten, die nur mit Flachdächern ausgestattet werden sollen, schon noch akzeptabel fände, auch wenn sie die Baugrenzen überschritten.

Hinzu käme, dass der Bauherr mit 14 Parkplätzen sogar mehr schaffen würde, als es durch die neue Stellplatzsatzung gefordert würde, weshalb man „dem Antrag insgesamt zustimmen“ könne.

Mit dem Kompromiss kann die CSU leben

Christoph Joachimbauer erklärte hingegen für die CSU-Fraktion, dass „zehn Wohnungen an der Stelle definitiv zu viel“ sind, man aber mit dem von der Stadtverwaltung und dem Bürgermeister ausgehandelten Kompromiss von acht Wohnungen gut leben könne.

Kommentare