Heimatforscher, Chronist und Landwirt: Johann Schaumeier aus Mettenheim verstorben

Johann Schaumeier starb nur wenige Tage, nachdem er mit seiner Resi die Diamantene Hochzeit gefeiert hatte.

Heimatforscher, Chronist und Vereinsmensch: Johann Schaumeier starb im Alter von 89 Jahren

Von Bettina Niederschweiberer

Mettenheim – Angehörige und Freunde nahmen in der Kirche Sankt Michael in Mettenheim Abschied von Johann Schaumeier, der am 5. Juli 2020 im Alter von 89 Jahren verstarb.

Johann Schaumeier kam am 25. Juni 1931 als zweites von vier Kindern auf dem elterlichen Hof in Mettenheim zur Welt und wuchs dort auf. Die Volksschule besuchte er ebenfalls im Ort. Von 1952 bis 1954 wechselte Johann Schaumeier dann zur Landwirtschaftsschule der Abtei Schweiklberg, einem Kloster der Benediktinerkongregation in Vilshofen an der Donau.

1954 verstarb sein Vater, woraufhin er den Hof gemeinsam mit seiner Mutter führte.

Innovativ denkender Landwirt

Der Verstorbene übte von Beginn an den landwirtschaftlichen Beruf mit Leib und Seele aus und war auch für neue Sachen offen, etwa die Anschaffung von neuen, innovativen Maschinen für den landwirtschaftlichen Betrieb.

1960 heiratete er Resi Obermeier aus Mettenheim. Aus dem Bund der Ehe gingen die beiden Kinder Theresa und Hans hervor, außerdem wurden ihm vier Enkelkinder geschenkt. Sein Sohn Hans trat in seine Fußstapfen und übernahm 1991 den Hof, den er heute mit seiner Frau Irmi führt.

Johann Schaumeier interessierte sich stark für das Gemeindeleben und wirkte aktiv mit. So war er vom Mai 1978 bis April 1990 ein pflichtbewusster Zweiter Bürgermeister und von 1972 bis 1996 Mitglied des Gemeinderates.

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Als 1993 die 1250-Jahrfeier in Mettenheim bevorstand, wirkte er als Hauptorganisator für das Gründungsfest, an dem alle ortseigenen Vereine teilnahmen. Besonders freute es ihn, dass an diesem Fest die Abordnung ehemaliger Soldaten aus den USA teilnahm. Johann Schaumeier pflegte seit dem Kriegsende ein enges Verhältnis zu einem damals in Mettenheim stationierten Soldaten. Er reiste später nach Amerika, um seinen Freund zu besuchen, bei seiner zweiten Reise 1990 erhielt er sogar eine Ehrenurkunde für seinen diplomatischen Einsatz und Dialog während der Zeit der amerikanischen Besetzung in Mettenheim.

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Er selbst war auch in vielen Vereinen wie Feuerwehr, Schützen oder Krieger- und Soldatenverein Mitglied. Seine große Leidenschaft und sein ganzer Stolz war die Aufarbeitung der Chronik von Familie und Hof. In mehr als vier Ordnern sammelte er alte Dokumente, Bilder, Wappen und Zeitungsartikel und erforschte den Stammbaum der Familie bis in das 16. Jahrhundert zurück.

Johann Schaumeier hatte immer etwas zu erzählen

Johann Schaumeier hatte immer etwas zu erzählen und suchte gerne den Kontakt zu den Menschen. Er zeichnete sich vor allem durch seine ruhige und bescheidene Art aus. Ein feiner Mann, der viel wusste, sich aber nie in den Vordergrund stellte.

Vor Kurzem war es Johann Schaumeier noch vergönnt, mit seiner Frau das 60-jährige Ehejubiläum zu feiern. Nachdem sich dann sein Gesundheitszustand verschlechterte, konnte er im Beisein von Familie und Angehörigen seine letzte Ruhe finden.

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