Nachruf: Stephan Hofer aus Mühldorf verunglückte mit seiner Maschine

Ein cooler Hund auf seiner Harley Davidson: Kriminalpolizist Stephan Hofer starb bei einem Unfall mit seinem Motorrad.
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Ein cooler Hund auf seiner Harley Davidson: Kriminalpolizist Stephan Hofer starb bei einem Unfall mit seinem Motorrad.
  • Markus Honervogt
    vonMarkus Honervogt
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Familie und Freunde trauern um den Mühldorfer Stephan Hofer, der bei einem Motorradunfall bei Schönberg im Landkreis Mühldorf tödlich verunglückte.

Mühldorf – Es ist besonders tragisch, wenn es einen trifft, der besonnen war, kein Raser, kein Hasardeur. Ein Cruiser, wie die Biker sagen. Einer, der das Motorradfahren auf seiner schweren Harley Davidson in Ruhe genoss. Stephan Hofer war so einer, ein Genussfahrer, bis er mit seinem geliebten Motorrad kurz hinter Schönberg mit einem entgegenkommenden Auto zusammenstieß. Er war sofort tot. Seine Freundin überlebte schwer verletzt, sie erholt sich in der Reha von zwei schweren Beinbrüchen.

Polizist, Künstler und DJ

Hofer war so vieles. Natürlich in erster Linie ein Kriminaler, gerade frisch beförderter Hauptkommissar bei der Kripo Mühldorf. Er war Künstler, einer der malte, einen großen Sinn für Kultur und Schönheit hatte, für Musik, die er als DJ gerne für andere auflegt. Einer, der mit Freunden eine Zeit lang eine außergewöhnliche Galerie in Tüßling betrieb, den seine Freunde Gerechtigkeitsfanatiker nennen, Fels in der Brandung, den besten Freund, den man sich wünschen kann. Einer, der bei aller Leidenschaft sachlich blieb, souverän, ruhig. Er war Katzenliebhaber.

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Der Sheriff von Mykonos

Seit er 18 Jahre alt ist, arbeitet er für die Polizei. Zunächst in Rosenheim, seit elf Jahren bei der Kripo in Mühldorf, seiner Heimatstadt, wo er auch lebte.

Freunde erzählen eine Anekdote vom Segeln in der Ägäis. Dort, wo unter Freunden die Diskussion nach der einen oder andern Flasche griechischen Weins in der Taverne hochschlug, nach Hofers Ansicht zu hoch. „Du kriegst nix mehr zu trinken“, wies er einen seiner Spezl an, der die Diskussion übermäßig engagiert betrieben hatte, „du gehst auf’s Schiff schlafen“. Den Streit zu schlichten, ruhig, mit Autorität, das brachte ihm einen Spitznamen ein: „Sheriff von Mykonos.“

Abschied von einem Motorradfreund

Am Samstag werden viele Dutzend Menschen Abschied von Hofer nehmen, viele Polizeikollegen, Motorradspezln, Segelfreunde, Nachbarn. Von ihm, den eine Freundin eine treue Seele nannte, einen coolen Hund.

Stephan Hofer war 51 Jahre alt, als er am Samstag nach seiner Beförderung zum Polizeihauptkommissar bei Schönberg tödlich verunglückte.

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