Nach umfangreicher Sanierung: Altdeponien im Landkreis Mühldorf machen keine Probleme

Eine neue Photovoltaikanlage entsteht in der ehemaligen Hausmülldeponie Schachenwald in Haag. Bauer
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Eine neue Photovoltaikanlage entsteht in der ehemaligen Hausmülldeponie Schachenwald in Haag. Bauer

Das Landratsamt Mühldorf hat im vergangenen Jahr umfangreiche Überwachungs- und Sanierungsmaßnahmen bei den Altdeponien durchgeführt. Die Altdeponien werden jährlich überprüft, um sicher zu stellen, dass Sickerwasser nichts verunreinigt. Die Senkungen werden behoben, um den Deponiekörper stabil zu halten und um Schäden für die Umwelt zu vermeiden.

MühldorfAltdeponie Kaiser: Die Altdeponie Kaiser in der Gemeinde Taufkirchen wurde von 1981 bis 1983 als Hausmülldeponie betrieben. Nach Beendigung der Deponie wurde sie mit einer Oberflächenschicht abgedeckt. Diese Abdeckung ist nach Abklärung mit den Fachbehörden weiterhin ausreichend. An dem Standort wurden die Sickerwassererfassung kontrolliert, der Biofilter erneuert und die Maßnahmen im Deponiejahrbuch dokumentiert.

Altdeponie Rottenstatt: Die Altdeponie in der Gemeinde Reichertsheim wurde von 1977 bis 1980 als Hausmülldeponie des Landkreises betrieben. An diesem Standort wurden Grundwasser- und Hausbrunnenuntersuchungen durchgeführt. Ebenso gab es Gaskontrollmessungen, Die Ergebnisse wurden dokumentiert und der Regierung von Oberbayern und dem Landesamt für Umwelt übermittelt.

Altdeponie Sollacher Forst: Die Landkreise Mühldorf und Wasserburg nutzten von 1966 bis 1977 eine ehemalige Bohrschlammgrube im Landkreis Erding zur Entsorgung von ölkontaminierten Erdreich aus Unfällen. An diesem Standort wurden eine Gassanierung und der Ausgleich von Setzungsmulden sowie eine Sicherheitsbegehung durchgeführt. In diesem Jahr wird das nächste Grundwassermonitoring stattfinden.

Altdeponie Dachsberg: Die Deponie Ramsau/Dachsberg in der Gemeinde Reichertsheim wurde von 1977 bis 1983 als Hausmülldeponie des Landkreises Mühldorf betrieben. Im Jahr 2019 wurden Maßnahmen zur Gassanierung und der Ausgleich von Setzungsmulden vorgenommen. Ein Gasabwehrgraben mit Fließ, Schotter und einer Kunststoffdichtungsbahn wurde eingebaut sowie die drei Biofilter zur Passiventgasung errichtet. Das Landratsamt führte Sichtkontrollen der Deponieoberfläche auf Setzungen und ungewöhnliche Ereignisse durch, die auch dokumentiert wurden. Gasmessungen wurden an dem Standort ebenfalls vorgenommen.

Altdeponie Schachenwald: Diese Deponie wurde als Hausmülldeponie von Oktober 1983 bis zur Einstellung des Betriebs durch Gerichtsbeschluss im Jahr 1992 als letzte Deponie des Landkreises Mühldorf betrieben. Entsprechen den Bescheiden der Regierung von Oberbayern erfolgten die Abdichtung der Oberfläche und die Errichtung der Sickerwassersammlungund der Gaserfassung. Die mehr als 25 Jahre alten Rohrleitungen und Pumpen wurden im Zuge der Umbaumaßnahmen erneuert. Die Sickerwasserentsorgung betreiben der Landkreis Mühldorf und der Markt Haag gemeinsam.

Die Abnahme der Gasproduktion ist hauptsächlich bedingt durch den fortgeschrittenen Abbau der biologisch verfügbaren organischen Substanzen der bis dahin abgelagerten Abfälle.

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Die Gasproduktion und der Methangehalt im Deponiegas sind soweit rückläufig, dass eine Gasverwertung unter technischen Gesichtspunkten immer schwieriger wird. Gleichwohl zeigen sowohl eine erste Abschätzung zur weiteren Entwicklung des Gashaushaltes wie die Erfahrung an vergleichbaren Deponiestandorten, dass noch mit einer Deponieschwachgasproduktion über mehrere Jahrzehnte zu rechnen ist, die erhebliche klimarelevante Auswirkungen haben würde.

Im vergangenen Jahr wurde der stark beschädigte Zaun der Deponie ausgetauscht. Die Kosten beliefen sich auf rund 72 000 Euro. Die Energie GmbH des Landkreises plant, auf dem Gelände de ehemaligen Deponie Schachenwald eine Photovoltaikanlage zu errichten. Die Bauarbeiten dafür haben bereits begonnen.

Restliche Standorte: Auch bei den Standorten Altmühldorf, Glatzberg/Attenberg, Gemeinde Heldenstein und Harpolden in der Gemeinde Egglkofen besteht nach den letztjährigen Überprüfungen kein Handlungsbedarf für den Landkreis Mühldorf.

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