Nach Absage der Christmette im Waldkraiburger Park: Wie sollen wir nur Weihnachten feiern?

Für viele Waldkraiburger und Besucher aus dem Umland war die Christmette im Stadtpark in den Vorjahren ein stimmungsvoller Höhepunkt des Weihnachtsfestes. Heuer trauen sich Stadt und Kirchen die Organisation unter Corona-Bedingungen nicht zu.
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Für viele Waldkraiburger und Besucher aus dem Umland war die Christmette im Stadtpark in den Vorjahren ein stimmungsvoller Höhepunkt des Weihnachtsfestes. Heuer trauen sich Stadt und Kirchen die Organisation unter Corona-Bedingungen nicht zu.

Wie sollen wir nur Weihnachten feiern? Diese Frage treibt die Christen im Corona-Jahr um. Die Kirchen bemühen sich um alternative Angebote. Doch auch die stehen unter dem Corona-Vorbehalt.

Waldkraiburg – Während in anderen Orten nach Freiluftalternativen für die Christmette gesucht wird, hat Waldkraiburg den traditionellen Weihnachtsgottesdienst am Heiligen Abend im Stadtpark bereits abgesagt. Dass dies zu einem so frühen Zeitpunkt geschehen ist, ist nicht auf ungeteilte Zustimmung gestoßen. Nicht nur in den sozialen Medien gab es dafür Kritik.

Pfarrer Schmidt hätte mit Absage gerne noch gewartet

Lars Schmidt, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde, der die Christmette im Park viele Jahre lang zusammen mit Martin Garmaier und anderen katholischen Kollegen geleitet hatte, bedauert die Entscheidung zu diesem frühen Zeitpunkt. „Ich hätte gerne noch ein bisschen gewartet“, sagt Schmidt, der freilich nachvollziehen kann, dass seine Kollegin Anita Leonhardt und Pater Walter Kirchmann im Gespräch mit Bürgermeister Robert Pötzsch sich zur Absage entschlossen haben.

Zu viele Risiken bei Christmette im Park

Denn rund um die Christmette im Park, die immer wieder Besucherzahlen im vierstelligen Bereich angezogen hatte, hätten sich viele schwierige organisatorische Fragen gestellt: Wie lässt sich die Einhaltung von Abstandsregeln kontrollieren und sicherstellen? Wie die Teilnehmerzahl auf eine maximal zulässige Zahl im weitläufigen Stadtpark begrenzen? Wie die Besucher erfassen?

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„Das ist ein Dilemma, in der im Moment die ganze Pastoral steckt“, sagt Pater Kirchmann über die Probleme, die sich im Zusammenhang mit der Pandemie an Weihnachten stellen. „Als Kirchen sehen wir uns außerstande, die Regeln bei einer solchen Christmette umzusetzen“ Auch die Stadt, die Veranstalter ist, könne das nicht stemmen.

Alternative Gottesdienstangebote für den Heiligen Abend

Die Kirchen wollen, so weit die Entwicklung des Infektionsgeschehens das überhaupt zulässt, Alternativen am Heiligen Abend bieten. Walter Kirchmann, der Leiter des katholischen Pfarrverbands Waldkraiburg kündigt zwei Kinderkrippenfeiern in Christkönig und eine Christmette an.

Für alle Gottesdienste Anmeldung erforderlich

Auch in der Pfarrei Maria Schutz sollen eine Kinderkrippenfeier und eine Christmette stattfinden. Weil die Kirche wegen eines Schadens am Dach gesperrt und der Pfarrsaal für einen Weihnachtsgottesdienst zu klein ist, hofft die Pfarrei, dass sie in die Aula der Realschule ausweichen darf. In Pürten ist eine Krippenfeier im Freien geplant. Weil an Weihnachten mit vielen Besuchern zu rechnen ist, ist für alle diese Gottesdienste eine Anmeldung erforderlich.

In der evangelischen Kirchengemeinde hatte es seit einigen Jahren wegen der Christmette im Park keine Christnachtsfeier mehr in der Martin-Luther-Kirche gegeben. Das soll heuer anders werden. Um 22.30 Uhr wird die Christnacht gefeiert. Zudem gibt es zwei Familiengottesdienste am Heiligen Abend. Bereits am Vorabend, am 23. Dezember, ist zudem eine Gottesdienstfeier, die am Heiligen Abend in der Familie bleiben wollen. Auch in der evangelischen Kirche ist bei den Weihnachtsgottesdiensten eine Anmeldung erforderlich. Pfarrer Schmidt: „Wir wissen nicht, wie groß der Andrang sein wird.“

Am Ende könnte Corona alles platzen lassen

Doch am Ende könnte Corona alle Planungen über den Haufen werfen. Pater Kirchmann im Blick auf die Entwicklung der Pandemie in den vergangenen Tagen: „Wenn die Infektionszahlen durch die Decke gehen, kann es sein, dass wir alles absagen müssen.“ hg

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