Vorstand neu gewählt

Zweckverband Abfallverwertung Südostbayern: Müllheizkraftwerk schreibt rote Zahlen

Landrat Maximilian Heimerl(rechts) wurde ohne Gegenstimme als neuer stellvertretender Vorsitzender beim Zweckverband Abfallverwertung Südostbayern gewählt.
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Landrat Maximilian Heimerl(rechts) wurde ohne Gegenstimme als neuer stellvertretender Vorsitzender beim Zweckverband Abfallverwertung Südostbayern gewählt.
  • vonPeter Becker
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Bei der Versammlung des Zweckverbands Abfallverwertung Südostbayern (ZAS) wurde der Vorstand neu gewählt. Vorsitzender bleibt der Altöttinger Landrat Erwin Schneider (CSU) und auch Burgkirchens Bürgermeister Johann Krichenbauer (FW) bleibt Stellvertreter.

Burgkirchen – Neu in den Vorstand beriefen die 28 stimmberechtigten Vertreter den Mühldorfer Landrat Maximilian Heimerl (CSU). Mit nur einer Enthaltung sprachen sich die Verbandsräte aus den Landkreisen Mühldorf, Altötting, Traunstein, Berchtesgadener Land, Rosenheim, Dingolfing-Landau und Rottal-Inn für ihn als weiteren Stellvertreter aus.

Tonnenpreis wird um fünf Euro gesenkt

Im Berichtsjahr 2019 wurden gemäß der Verbandsbeschlüsse von 2017 10,3 Millionen Euro an Rücklagen abgebaut. Günstig für die Mitgliedslandkreise, denn sie haben weiterhin die niedrigsten Müllentsorgungskosten Bayerns, wie der Vorsitzende betonte. „Um wieder kostendeckend zu arbeiten, wäre eine Erhöhung um 90 Euro pro Tonne nötig“, erklärte der kaufmännische Geschäftsführer Robert Moser mit Blick auf den Finanzplan des Jahres 2021.

Nachdem die Kosten pro angelieferter Tonne Mülls aber 2020 nochmals um 10 Euro sanken und die Verbandsräte die Planungen von 2017 nochmals einstimmig bestätigten, werden die Preise 2021 um weitere fünf Euro reduziert. Damit beläuft sich der Preis für die Mitgliedskommunen dann auf nur noch 63 Euro pro angelieferter Tonne Müll. Durch die derart gesenkten Kosten sticht nun auch die Diskrepanz für den Landkreis Altötting stärker ins Auge: hier werden pro Tonne nur noch 23 Euro fällig, da sich der Landkreis nicht am Ferntransportsystem beteiligen muss.

Weitere Kommunen sollen sich anschließen

Verbandsrat Stefan Kammergruber, dem Bürgermeister der Anrainergemeinde Emmerting, waren in diesem Zusammenhang die knapp 200 000 Euro in der Jahresbilanz negativ aufgefallen, welche der Chemiepark Gendorf für lediglich vier tägliche Zugdurchfahrten berechnet. Erwin Schneider erläuterte zum alternativen Transport auf der Straße, dass dieser zwar die Kosten senken könne, jedoch die Verkehrsbelastungen in nicht akzeptabler Weise erhöhe und zudem nicht ökologisch sei.

Die beiden Brennöfen des Müllheizkraftwerks sind seit den Instandsetzungen im Jahr 2018 wieder leistungsfähiger, wodurch 2019 rund 4000 Tonnen mehr Müll verbrannt werden konnten. Da der Landkreis Berchtesgadener Land seine Anlieferungen durch die Einführung einer Biotonne im April 2019 zudem um rund 5000 Tonnen im Berichtsjahr reduzierte, konnte mehr Müll aus anderen Zweckverbänden angenommen werden.

„Rücklagen nicht komplett verbraten“

Auch der Landkreis Traunstein hat neuerdings eine Biotonne, was der neue Wirtschaftsplan für das Jahr 2021 berücksichtigt. Auf kritische Nachfragen von Andreas Huber (ÖDP, TS) und Franz Eder (Grüne, RO), gab Erwin Schneider einen Ausblick auf die Strategie des Verbandes: man wolle „die Rücklagen nicht komplett verbraten“, sondern mit dem überschüssigen Prozessdampf noch weitere Gemeinden versorgen.

Neben dem Chemiepark, der Gemeinde Burgkirchen und der seit dem letzten Jahr zwischen dem Kraftwerk und Emmerting errichteten Gewächshausanlage, die inzwischen die Abwärme nutze, arbeite man derzeit an einer Weiterleitung bis Emmerting. Wünschenswert sei, dass sich auch noch andere Kommunen, wie die Kreisstadt Altötting anschließen, was aber nicht einfach zu realisieren sei, wie der technische Werksleiter Hubert Bartylla anmerkte.

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