Mühldorfer Züchter haben es schwer

Ferkelerzeuger Gerhard Langreiter in der Ferkelbox. Bauer

Ferkelerzeuger stöhnen über staatliche Auflagen, Ferkerlerzeuger Gerhard Langreiter verweist darauf, das die Ferkelerzeugung in Bayern weiter rückläufig ist. ER fände es gut, wen die Verbraucher regional kaufwn würden,aber sie tunes nicht.

Oberneukirchen/Mühldorf – Die Schweinehaltung und Ferkelerzeugung in Bayern findet fast ausschließlich in Familienbetrieben statt. Angefangen vom kleinen Nebenerwerbsbetrieb bis zu mittelgroßen Einheiten, wo die Familie durch fest angestellte Mitarbeiter unterstützt wird

In der bayerischen Produktion ist auch die Flächenbindung fest verankert, das heißt, dass der Landwirt den größten Teil des Futters auf seinen eigenen Feldern oder auf Ackerflächen von benachbarten Betrieben erzeugt. Dies alles trifft auf den Hof von Ferkelrzeuger Gerhard Landreiter zu.

Tierwohl liege Bauern am Herzen

Der Betrieb von Gerhard Langreiter ist einer, der flächengebunden produziert. Auf 30 Hektar baut er sein eigenes Futter an und auch mit dem Ausbringen der Gülle gibt es keine Probleme. Auch der Weg zu seinem Mäster ist kurz und somit ideal für die Tiere. Erzeuger, die Futter zukaufen müssen, stehen vor gewaltigen finanziellen Belastungen, die sich eigentlich nicht mehr rechnen. Er hält zur Zeit 170 Zuchtsauen. Bis zu einem Gewicht von 30 Kilogramm bleiben die Ferkel auf dem Hof in Oberneukirchen.In den Ställen in Oberneukirchen achtet Gerd Langreiter auf genügend Platz für die Tiere. „Ich kenne keinen Bauern, dem das Wohl seiner Tiere nicht am Herzen liegen würde. Der Preis steigt aber nicht, wenn wir Bauern in Sachen Tierwohl investieren. Mit den Vorstellungen, die derzeit im Bundestags debattiert werden, müsste ich eine halbe Million Euro investieren, ohne danach einen Euro mehr zu verdienen“, berichtet der Ferkelerzeuger.

Der Selbstversorgungsgrad bei Ferkeln in Bayern liegt unter 70 Prozent. In Deutschland werden pro Jahr rund 60 Millionen Schweine geschlachtet. 55 Millionen davon kommen aus eigener Produktion. Fünf Millionen Schweine werden jährlich importiert. „Ein Punkt dabei darf nicht vergessen werden. Wenn ein Zuchtsauenbetrieb nach 40 bis 50 Jahren aufhört und Nachfolger gibt es keinen, dann geht unheimlich viel Wissen und Erfahrung verloren. Junge Bauern fangen nicht mehr mit Betrieben an, die sich auf Zuchtsauen und Ferkelerzeugung spezialisiert haben“, erklärt Langreiter.

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Die Anzahl der in Bayern gehaltenen Mastschweine war mit -1,2 Prozent leicht rückläufig. Stärker war der Rückgang bei den Ferkeln mit -5,5 Prozent und am stärksten bei den Zuchtsauen, deren Bestand um sieben Prozent abnahm. Hingegen stieg der Bestand an Jungschweinen um 3,5 Prozent an.

„Diese Zahlen belegen deutlich, dass die Ferkelerzeugung in Bayern zurückgeht und immer mehr Ferkel von außerhalb Bayerns zugekauft werden müssen“, betont BBV-Tierhaltungsreferent Dr. Johann Ertl. Der Rückgang der Ferkelerzeuger in Bayern und Deutschland ruft Spanien auf den Plan. In Spanien wird enorm in die Schweinehaltung investiert.

Dort freut man sich, Fleisch nach Deutschland zu liefern. Bei uns dagegen hören nochmals 90 Prozent der Schweinehalter auf, weil es keinen Sinn mehr macht, noch mehr Geld reinzustecken und die Milchmädchenrechnung von selbst ernannten Fachleuten geht nicht auf“, sagt Langreiter.

Unselige Werkverträge

Der stellvertretende BBV-Kreisobmann stellt zudem heraus: „Natürlich fänden wir Bauern es toll, wenn der Verbraucher regional einkaufen würde. Aber er tut es nicht. Es wird mehr, ja das stimmt, aber ein Münchner oder Berliner tut sich letzten Endes auch schwer damit, regionaleinzukaufen, darum braucht es weiterhin Firmen wie Tönnes und Co. Ich finde es aber sehr gut, das es Zukunft diese unseligen Werkverträge nicht mehr gibt und ich bin auch kein Fan von großen Schlachthöfen.“, betonte Langreiter.

Der Oberneukirchner plädiert für eine Tierwohlabgabe, damit vor allem die landwirtschaftliche Jugend wieder eine Perspektive hat. So, wie derzeit, wo einerseits mehr Tierwohl gefordert wird und andererseits die Importe zum Beispiel von Rindfleisch erhöht werden, kann es aus alle Fälle nicht mehr weitergehen. Denn das ist der Tod der bäuerlichen Landwirtschaft, wie wir sie derzeit vorfinden“, blickt Langreiter pessimistisch in die Zukunft.

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