Mühldorfer Kreisbäuerin Anna Senftl: „Heimat hilft in Krisenzeiten“

Heimat hat für Kreisbäuerin Anna Senftl in Krisenzeiten einen besonderen Wert.
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Heimat hat für Kreisbäuerin Anna Senftl in Krisenzeiten einen besonderen Wert.

Für die Mühldorfer Kreisbäuerin Anna Senftl hat die Heimat einen hohen Stellenwert. Mich haben alle Menschen beeindruckt, die sich selbstlos für andere eingesetzt haben, ihnen geholfen haben, ihren Alltag in der Krise zu meistern. Das sind für mich echte Helden“, sagt die Kreisbäuerin.

von Josef Bauer

Mühldorf – In Krisenzeiten wie in der Corona-Pandemie wünschen sich viele Menschen Koordinaten für ihr persönliches Leben und die Gestaltung ihres Umfeldes. Kreisbäuerin Anna Senftl betont im Gespräch mit der Heimatzeitung, dass gerade in Krisenzeiten die Heimat einen hohen Wert hat,

Vom Bayerischen Ministerpräsidenten initiiert, hat sich dieses bundesweit einmalige „Wertebündnis Bayern“ seit seiner Gründung im März 2010 zu einem Erfolgsmodell entwickelt, um Werteorientierung und Wertebildung bei jungen Menschen zu fördern.

Krisen fordern Solidarität

„Demokratie, Teamgeist, Verantwortung – welche Werte zählen? Junge Menschen über Wertefragen zum Nachdenken anregen, mit ihnen diskutieren und sie zum Handeln ermuntern – das will das „Wertebündnis Bayern. Gemeinsam stark für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Der Austausch und die Vernetzung der Bündnispartner sollen zu gemeinsamen Projekten führen und allen Menschen in Bayern „die für den Zusammenhalt in der Gesellschaft wichtigen Werte ins Bewusstsein rufen“, betont der Ministerpräsident. Der Bayerische Bauernverband ist neben 189 weiteren Organisationen Mitglied bei diesem Bündnis.

Zusammenhalt ist wichtig

Für Kreisbäuerin Anna Senftl sind es vor allem der Zusammenhalt und die Verlässlichkeit, die den Bayerischen Bauernverband als Organisation und Partner für die Bauernfamilien und die Menschen in den ländlichen Regionen prägen. „In Krisenzeiten hält solidarisches Handeln eine Gesellschaft zusammen. Es ist wichtig, nicht nur sich selbst, sondern auch den Nachbarn, den Mitmenschen, den Bedürftigen im Blick zu haben.

Mich haben alle Menschen beeindruckt, die sich selbstlos für andere eingesetzt haben, ihnen geholfen haben, ihren Alltag in der Krise zu meistern. Das sind für mich echte Helden“, sagt die Kreisbäuerin.

Einen besonderen Wert in Krisenzeiten sieht Anna Senftl in „Heimat“. „Zu wissen, wo ich hingehöre, auf wen ich mich verlassen kann, wer mich unterstützt, ist enorm wichtig. Ich glaube, dass man im Kleinen als Familie, als Nachbarschaft im Dorf enger zusammengerückt ist, weil man gemerkt hat, dass man aufeinander angewiesen ist.

Menschen brauchen Rituale

„Menschen brauchen Rituale“, findet Kreisbäuerin Anna Senftl. „Rituale gehören zum bäuerlichen Alltag und geben Halt und Orientierung. Bräuche zu pflegen und Traditionen zu bewahren ist mir wichtig“, sagt die Mühldorfer Kreisbäuerin, „denn immer wiederkehrende Abläufe geben dem Leben Struktur, schenken Geborgenheit und stärken das Zusammengehörigkeitsgefühl“. Manche vertrauten Strukturen haben sich verändert, weil persönliche Begegnungen durch Telefonate und neue Medien ersetzt werden mussten. Heimat hat für viele Menschen aber auch einen regionalen Bezug. Direktvermarkter berichten, dass ihr Absatz anfangs sehr stark gestiegen ist, weil Menschen Lebensmittel aus der Region neu schätzen gelernt haben. Ich würde mir wünschen, dass dieser Trend lange anhält.“

Menschen brauchen Rituale

„Die Nachfrage wurde stärker, als die Situation in den Schlachthöfen in die Öffentlichkeit gekommen sind. Diese stärkere Nachfrage hat aber bereits wieder nachgelassen“, bilanziert eine Direktvermarkterin aus dem westlichen Landkreis, Dies bestätigt auch Barbara Kammhuber für ihren Betrieb in Gröben in der Gemeinde Polling. „Zu Beginn der Pandemie war ein bei uns eine größere Nachfrage. Es haben viele nach einer halben Sau zum Einfrieren nachgefragt und auch gekauft. Aber auch bei uns hat dies schon wieder nachgelassen und ist auf dem Niveau vor der Pandemie zurückgefallen“, bestätigt Kammhuber.

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