Mühldorfer Feuerwehr muss digitaler werden

Corona hat an den Einsätzen der Mühldorfer Feuerwehr nicht viel verändert.
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Corona hat an den Einsätzen der Mühldorfer Feuerwehr nicht viel verändert.

Einsatzbereitschaft der Mühldorfer Wehr war in den letzten drei Monaten immer gegeben. Langsam wird die Aus- und Fortbildung der Aktiven wieder hochgefahren. Einsätze haben ich nict verändert und entsprchen denen vor de Corona-Pandemie.

Mühldorf– Die Corona-Pandemie hat die Feuerwehren im Landkreis Mühldorf mehrfach gefordert. Die Einsatzbereitschaft musset gegeben sein und das Vereinsleben auf Null runter gefahren werden. Wir sprachen mit Mühldorfs Feuerwehr-Vorstand Dr. Gerhard Deißenböck über die Situation der Feuerwehren in den letzten Monaten.

Wie hat die Feuerwehr Mühldorf bisher die Corona-Pandemie überstanden?

Gerhard Deißenböck: Als kommunale Einrichtung hat die Feuerwehr Mühldorf a. Inn, ebenso wie der Verein die Pandemie gut überstanden. Wir hatten weder Verdachtsfälle noch positive COVID-19 Infektionen in den eigenen Reihen. Wir haben frühzeitig unsere Einsatzabläufe auf die neue Situation ausgerichtet und uns auf die Abwicklung der anfallenden Einsätze konzentriert. Die Einsatzbereitschaft stand für uns im Vordergrund. Der Verein hat sich diesen Umständen angepasst und sämtliche Aktivitäten eingestellt. Dieser absoluten Notwendigkeit vielen auch das Karfreitag-Fischgrillen und das Sommerfest in diesem Jahr zum Opfer. Unsere Mitgliederversammlung konnte vor dem Lock-Down Ende Februar durchgeführt werden, somit sind wir auch als Verein weiterhin handlungsfähig und haben keine Notwendigkeit eine solche Veranstaltung in der nächsten Zeit abhalten zu müssen oder andere Wege in der Durchführung zu gehen. Auf jeden Fall läuft in den nächsten Tagen die Aus- und Fortbildung für unsere Aktiven wieder an, natürlich mit entsprechend geplanten und notwendigen Schutzkonzepten.

Wie wird das Vereinsleben wieder aufgenommen?

Deißenböck: Die Einsatzbereitschaft steht wie schon erwähnt im Vordergrund. Hierzu hat uns das Innenministerium einen mehrstufigen Plan insbesondere im Blick auf die Wiederaufnahme der Aus- und Fortbildungstätigkeit an die Hand gegeben. Das Ganze ist eine große Herausforderung für die Mannschaft, wie auch für die Führungskräfte. Wir müssen nun unsere Energie und Zeit in diesen Bereich investieren. Das Vereinsleben wird dieser Notwendigkeit wiederum untergeordnet. Ich gehe davon aus, dass wir in diesem Jahr keine Veranstaltung mehr durchführen werden, eben auch im Blick auf unsere exponierte Stellung für die öffentliche Sicherheit und die Daseinsvorsorge für die Bürgerinnen und Bürger unserer Kreisstadt. Unseren satzungsgemäßen Zielen werden wir auch in dieser Zeit gerecht, in dem wir zum Beispiel Beschlüsse auf elektronischen Wege verwirklichen.

Welche Einsätze waren in den letzten drei Monaten zu bewältigen?

Deißenböck: Wir hatten in den letzten drei Monaten wieder unterschiedlichste Einsätze zu bewältigen.

Brandeinsätze standen ebenso wie Gefahrstoffaustritte auf dem Bahnhofsgelände, Tierrettung auf dem Innkanal, Wohnungsöffnungen oder Unterstützung des Rettungsdienstes mit unserer Drehleiter auf dem Programm. Die Vielfalt der Einsätze hat sich nicht merklich unterschieden von den Einätzen in der „Prä-Corona-Phase“.

Ist die Gaffer-Mentalität weiterhin ausgeprägt, wie vor Corona?

Hierzu hatten wir in den vorangegangenen Monaten keinerlei Erfahrungen, weder negativ noch positiv, gemacht.

Wie sehen Sie die zukünftige Arbeit der Feuerwehren nach Corona?

Corona-Pandemie hat aufgezeigt, dass wir uns mehr mit möglichen Infektionsgeschehen auch als Feuerwehr auseinandersetzen müssen. Die Feuerwehr kann sich hier nicht raushalten, wir sind Teil der Gesellschaft und damit auch konfrontiert mit den Gefahren, die unsere Gesellschaft bedrohen. Hygiene- und entsprechende Schutzmaßnahmen werden uns zukünftig weiter begleiten.

Wir müssen uns auch zwingend mehr mit der Digitalisierung auseinandersetzen, ob wir wollen oder nicht. Insbesondere im Bereich der Aus- und Fortbildung müssen wir als Feuerwehr neue Wege gehen und uns schnellstmöglich auf die digitale Welt einlassen. Besprechungen, Sitzungen, Übungen brauchen eine Rückfallebene.

Ich denke hier insbesondere an die Nutzung von Plattformen für Video-Konferenzen, E-Learning Möglichkeiten oder Nutzung von Cloud-Systemen. Alle unsere Mitglieder müssen die Möglichkeit bekommen auch ohne physische Präsenz an internen Veranstaltungen teilzunehmen. Was natürlich nicht heißen soll, dass wir nur noch vor dem Bildschirm unsere freiwillige Arbeit machen wollen oder sollen. Ich freue mich auf jeden Fall, wenn wir spätestens im nächsten Jahr, so hoffe ich, wieder zusammen auch „physisch“ feiern können. Interview Josef Bauer

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