Mühldorferin und ihr Mann sagen dem Müll den Kampf an

Margit Seifert sammelt den Müll ein,

Margit und Dieter Seifert, haben schon seit längerem Abfall aus ihrem näheren Umfeld – Mühlbach-Au und Innauen – auf ihren Spaziergängen gesammelt. Es kommt eine Menge an Abfall zusammen, der jetzt über den Mühldorfer Bauhof entsorgt werden kann. Aus dr Sicht des Altmühldorfer Ehepaares sollten sich mehr Menschen beim Müllsammeln beteilige. Mühldorf würde viel sauberer werden.

Mühldorf – Die Entsorgung erfolgte über die eigene Mülltonne und bei größeren Mengen über den Abfall-Großcontainer auf dem Parkplatz der alten B 12 vor der Einfahrt nach Mühldorf. Dieser Abfallcontainer steht aber nicht mehr zur Verfügung.

Mehr Bürger sollen mitmachen

Im Rahmen einer Einladung von Bürgern, die im Stadtbereich aktiv Müll sammeln oder Landschaftsflächen pflegen, durch die damalige Bürgermeisterin Marianne Zollner im Dezember 2019 trafen Martin Denhöfer und das Ehepaar Seifert zusammen. Sie unterhielten uns über Ihre Aktivitäten und kamen so auch auf das Sammeln von Müll in der heimischen Landschaft. „Martin meinte, dass es gut wäre, wenn mehrere Bürger in Mühldorf mithelfen würden (z.B. bei den täglichen Spaziergängen oder beim Gassigehen mit dem Hund), den Abfall auf unseren Straßen und entlang der Spazierwege zu entsorgen. Eine Idee, die uns aus dem Herzen sprach. Wir vereinbarten Treffen, um uns dahingehend zu organisieren. Mühldorf aufgeteilt in Bereiche, in denen sich Bürger verantwortlich zeigen, um unserem Abfallproblem die Stirn zu bieten“, erzählten Margit und Dieter Seifert.

Müll gammelt in der Landschaft vor sich hin

Martin Denhöfer nimmt sich schon seit Jahren des Weges dem Inn entlang, zwischen Inn- und Eisenbahnbrücke, an. Er ist auf seinem „Sammelweg“ bei den dortigen Spaziergängern bereits ein bekannter Aktionist. „Margit und ich sind weiterhin bei unseren Spaziergängen vor unserer Haustür aktiv. Dazu gehört auch die rund drei Kilometer Strecke entlang der Kreisstraße in Höhe Altmühldorf. Was sich am Anfang als überschaubar darstellte, übertrifft inzwischen unsere schlimmsten Träume. Vor allem weil wir nur einen kleinen Bereich von Mühldorf mit unserer Sammlerei abdecken. Welche Mengen kämen zusammen, würde in Mühldorf flächendeckend gesammelt? Und welche Auswirkungen hat es, wenn der Müll in der Landschaft verbleibt, wenn er vor sich hin gammelt und verrottet? Irgendwann zwar aus den Augen, aber als Minipartikel oder Schadstoffe immer noch überall über Jahre und Jahrzehnte hinweg präsent“, erklärt Dieter Seifert.

Sieben große und prall gefüllte Müllsäcke

Zahlreiche Spaziergänge endeten damit, dass das Ehepaar Seifert die Stofftasche, ohne die inzwischen sie nicht mehr spazieren gehen, vollgestopft mit Müll heim brachte. Die Abfallsäcke füllten sich und wurden immer mehr. Innerhalb eines Monats summierten sie sich auf sieben große prall gefüllte Abfallsäcke. Und das in einem Gebiet, das sich bequem in zwei Stunden durchwandern lässt.

Mikroplatik betrifft nicht nur die Meere

„Wenn es hier schon so schlimm ist, welche Mengen an Müll sammeln sich dann erst an, wenn das gesamte Stadtgebiet betrachtet wird, wenn man Bayern betrachtet, wenn man …. Auch wenn man sich das Problem mit seinen daraus resultierenden Folgen nicht ausmalen will, die Realität holt einen schneller ein, als es einem lieb ist: Mikroplastik ist heute nicht nur ein Thema, das unsere Meere betrifft, es tangiert auch unser Oberflächen- und Trinkwasser. Nachweisbar ist es selbst schon im Menschen. Von anderen Schadstoffen gar nicht erst zu reden“, sagt Margit Seifert.

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Auch während der unterschiedlich langen Verrottungsprozesse von Gegenständen wandern dabei stetig dessen teilweise mit Giften belastete Inhaltsstoffe in den Boden. „Die Folgen sind Trinkwasserbelastung durch Aluminium, Kunststoffe und sonstige Schadstoffe, wie aus achtlos weggeworfenen Zigarettenkippen, in gigantischen Mengen. Womit müllen wir unsere Umwelt, unsere Heimat zu? Um es einmal deutlich zu sagen: Umwelt ist das, von dem und in dem wir leben“, bilanzierte das Ehepaar Seifert.

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