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ENERGIEWENDE

Zwei große Solarparks in Ensdorf? – Heute entscheidet der Gemeinderat Kraiburg

Auch ein EGIS-Projekt: der Solarpark in Niederbergkirchen, den Schafe beweiden. Energiegenossenschaft Inn-Salzach
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Auch ein EGIS-Projekt: der Solarpark in Niederbergkirchen, den Schafe beweiden. Energiegenossenschaft Inn-Salzach
  • Hans Grundner
    vonHans Grundner
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Zwei große Solarparks will die Energiegenossenschaft Inn-Salzach in Ensdorf auf landwirtschaftlichen Flächen errichten. Am heutigen Dienstag entscheidet der Marktgemeinderat Kraiburg, ob er für das Projekt die baurechtlichen Voraussetzungen schaffen will.

Kraiburg – „Es muss was voran gehen in der Energiewende, nicht nur in Franken, auch bei uns in Südostoberbayern“, findet Christoph Strasser. Der stellvertretende Vorsitzende der Energiegenossenschaft Inn-Salzach (EGIS) gehört zu den treibenden Kräften, dass was vorangeht, zum Beispiel in der Marktgemeinde Kraiburg.

Zwei große Solarparks will die EGIS im Bereich des Ortsteils Ensdorf errichten, Freiflächen-Fotovoltaikanlagen auf insgesamt 14 Hektar. Jetzt hängt es am Gemeinderat, der am heutigen Dienstag entscheidet, ob der Markt ins Bebauungsplanverfahren einsteigt.

Flächen mit geringeren Erträgen sollen zu Fotovoltaik-Freiflächen werden

Bürgermeisterin Petra Jackl (CSU) lässt auf Anfrage große Sympathie für das Projekt erkennen. Vor allem ein Punkt ist aus ihrer Sicht wichtig: Kein auswärtiger Investor ist da am Werk, sondern eine Genossenschaft, die auf Bürgerbeteiligung setze.

Christoph Strasser von der EGIS.

Die EGIS ist sich laut Christoph Strasser mit zwei Grundeigentümern einig, die jeweils rund sieben Hektar für das Projekt zur Verfügung stellen. Aus Sicht des Inhabers einer Ingenieurbüros, das die Anlagen plant, sind das genau „die richtigen Flächen“.

Beide Grundstückseigentümer betreiben keine aktive Landwirtschaft“ mehr. Es handle sich um benachteiligte Flächen mit niedrigen Bodenpunkten wegen der geringeren Erträge.

Genossenschaft setzt auf Bürgerbeteiligung

Die Energie-Genossenschaft, die bereits mehrere Projekte im Landkreis betreibt, will daraus Solarparks machen. 2013 haben sich Bürger, Kommunen, Organisationen und Unternehmen dazu zusammengeschlossen, um regionale Energieprojekte zu entwickeln.

Aus 250 Mitgliedern sind laut Strasser mittlerweile 1.250 geworden, die vorzugsweise aus den Bereichen kommen, wo die EGIS ihre Projekte betreibt. Mindestens einen Anteil von 150 Euro muss ein Mitglied aufbringen, bis zu tausend Anteile kann es erwerben.

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Die Gemeinden profitieren laut Strasser durch die Gewerbesteuer, aber auch durch die Einspeisung des Stroms ins Ortsnetz und dadurch, dass die EGIS den Aufbau der Ladeinfrastruktur für die Gemeinde übernehme.

Bauern sehen Für und Wider

Nicht alle sehen das so euphorisch wie Ernst Strasser. Es gibt auch kritische Stimmen, wie BBV-Ortsobmann Josef Mitterreiter weiß. Ein Teil der Bauern akzeptiere es, der andere sei dagegen.

Landwirte sehen vor allem darin ein Problem, dass mit diesen Projekten landwirtschaftliche Flächen knapp werden und folglich die Pachten steigen. Er sehe dieses Für und Wider, so Mitterreiter, sei aber persönlich für das Vorhaben. „Strom wird immer gebraucht.“

BBV-Kreisobmann für das Projekt

Auch Kreisobmann Ulrich Niederschweiberer, der das Projekt kennt, steht ihm „grundsätzlich positiv“ gegenüber. Es stärke die dezentrale regionale Stromversorgung. Es sei auf eine Bauern- und Bürgerbeteiligung angelegt. Und die Fläche unter den Solarmodulen werde für die Schafbeweidung genutzt. Einziges Manko: die Optik. „Wenn so große Flächen mit Fotovoltaik-Modulen belegt sind, kommt Wehmut auf.“

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Strasser, der in der Sitzung des Gemeinderates über das Projekt Auskunft geben wird, kann bereits auf Referenzprojekte im Landkreis verweisen. Zum Beispiel auf den Solarpark in Niederbergkirchen. Allerdings ist das Projekt in Ensdorf noch einmal deutlich größer angelegt.

„Es wären die ersten Fotovoltaik-Freiflächen in der Marktgemeinde überhaupt“, sagt die Bürgermeisterin. Wenn der Gemeinderat das Projekt befürwortet, muss der Markt die baurechtlichen Voraussetzungen dafür schaffen, einen Bebauungsplan aufstellen, den Flächennutzungsplan ändern und das Areal als „Sondergebiet Photovoltaik“ ausweisen.

Umfangreiche Tagesordnung: Volksfest, Bauanträge, Kita-Beiträge

Eine umfangreiche Tagesordnung hat der Marktgemeinderat am heutigen Dienstag in öffentlicher Sitzung abzuarbeiten. Neben der Beschlussfassung über das Solarpark-Projekt steht auch die Entscheidung über eine Corona-bedingte Absage des Volksfestes an.

Außerdem liegen dem Gremium zehn Bauanträge vor. Weitere Tagesordnungspunkte betreffen die Änderung und Erweiterung des Bebauungsplanes „Ortskern-West“ (Billigung des Planentwurfs) und die Änderung des Bebauungsplanes „Kumpfmühle“ (Ergebnis der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung und Beschluss über das weitere Verfahren).

Der Gemeinderat muss außerdem darüber entscheiden, ob der Markt für die Monate Januar und Februar zu 30 Prozent die Elternbeiträge für den Kindergarten übernimmt. Die Ferienbetreuung für die Grundschule ist festzulegen und über einen Antrag des Deutschen Alpenvereins auf Sportförderung für die in der Sektion gemeldeten Kinder aus Kraiburg zu entscheiden.

Die öffentliche Sitzung beginnt gegen 19 Uhr. Sie wurde wegen der wichtigen Themen im großen Saal des Bischof-Bernhard-Hauses angesetzt. Wegen der begrenzten Zahl der Plätze müssen sich aber auch dort Zuhörer vorab im Rathaus unter Telefon 9 83 80 anmelden.

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