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Kommentar

Zwei große und ein kleiner Verlierer bei der Kommunwahl in Mühldorf

Die SPD ist der große Wahlverlierer der Stadtratswahl Mühldorf, kommentiert unser Leitender Redakteur beim Mühldorfer Anzeiger, Markus Honervogt. Die Bürgermeisterin muss in die Stichwahl und ihre Partei hat trotz vergrößertem Stadtrat einen Sitz verloren.

Mühldorf – Sie konnte sich damit dem allgemeinen Niedergang der SPD nicht widersetzen. Endgültig vorbei sind die Zeiten, in denen Mühldorf als Eisenbahnerstadt eher rot und der Bürgermeistersessel gesetzt waren. In 14 Tagen nach der Stichwahl könnte die Partei vor einem Desaster stehen.

Ohne Ergebnisverbesserung ist die CSU durch die Wahl gekommen, 31,6 Prozent liegen weit hinter dem, was Parteifreunde in anderen Kommunen oder auf Landkreisebene geschafft haben. Ein Grund ist: Die CSU hat es auch in den letzten sechs Jahren nicht geschafft, ihr Personalangebot auf zukunftsfähige Beine zu stellen. Der Parteivorsitzende Loserth verpasste den Einzug in den Stadtrat, der Fraktionsvorsitzende Stoiber landete als drittletzter Kandidat seiner Partei im Gremium weit hinten. 3045 Stimmen sind nicht viel. Man darf gespannt sein, ob die Partei im Stadtrat bei der Wahl des Fraktionsvorsitzenden und der Ausschussbesetzung Konsequenzen zieht.

Das Schreckgespenst einer starken AfD ist an Mühldorf vorbeigezogen, mit nur zwei Stadträten bleibt der Partei bei ihrem ersten Einzug ins Gremium nur eine Nebenrolle. Mit dem Wegbrechen des Hauptthemas Flüchtlingspolitik gingen der Partei offenkundig auch viele Wähler verloren, die noch bei der Landtags- oder Bundestagswahl ihr Kreuz bei der AfD gemacht haben.

Mit dem Ergebnis vom Sonntagabend haben die Wähler Mühldorfs Kommunalpolitiker zu mehr Zusammenarbeit verpflichtet. Leichte Mehrheiten gibt es nicht mehr, nur im Konsens über Parteigrenzen hinweg wird künftig Stadtpolitik funktionieren.

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