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STOABACHER ASCHAU

Zwangspause für Tanz und Tradition: Aschauer Trachtler wollen wieder das Brauchtum pflegen

Der Terminkalender der Stoabacher Trachtler ist normalerweise gut gefüllt. Sie pflegen die bayerischen Traditionen wie hier das Maibaumaufstellen, das sie jedes Jahr organisieren. Vorsitzender Christian Mayerhofer (rechts) gibt klare Anweisungen.
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Der Terminkalender der Stoabacher Trachtler ist normalerweise gut gefüllt. Sie pflegen die bayerischen Traditionen wie hier das Maibaumaufstellen, das sie jedes Jahr organisieren. Vorsitzender Christian Mayerhofer (rechts) gibt klare Anweisungen.
  • Kirsten Meier
    vonKirsten Meier
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Ans Tanzen ist noch lange nicht zu denken, selbst der Schuhplattler oder das Schnoizern ist nicht erlaubt. Kultur und Tradition müssen in der Corona-Pandemie eine Zwangspause einlegen. Während sonst der Terminkalender beim Trachtenverein d‘Stoabacher Aschau voll ist, herrscht jetzt gähnende Leere.

Aschau – Die Aschauer Trachtler blicken auf 70 Jahre Vereinsleben zurück. Vergangenes Jahr wäre Jubiläum gewesen, das aber wegen Corona ausfallen musste. Vorsitzender Christian Mayerhofer vermisst die Kontakte zu seinen Trachtlern, vor allem aber auch, dass Kindern und Jugend die Möglichkeit an Spaß, Bewegung und sozialen Kontakten genommen wurde. „Vergangenen März hatten wir unser Frühjahrstheater geplant.

Unsere Kinder hatten für diese Aufführung lange und hart geprobt. Als die Veranstaltung abgesagt wurde, sah man 40 enttäuschte Kinder zwischen acht und 16 Jahren“, erzählt Mayerhofer. Zum Trost sollte die Aufführung in den Herbst verlegt werden. „Wieder Vorfreude und dann wieder große Enttäuschung wegen der erneuten Absage“, setzt er fort.

Voller Terminkalender

Das Kindertheater sollte etwas Besonderes werden, denn eigentlich spielen ja die Erwachsenen Theater. Jeweils im Frühjahr und im Herbst führen sie ihre Stücke auf. Doch im Terminkalender der Trachtler steht mehr drin: Sie organisieren das Maibaumfest, sie pflegen die bayerische Tradition und sind innerhalb und außerhalb der Heimat aktiv.

Besuche beim Partnerverein in Kirnbach, Jugendfahrten mit dem Musikverein, Ferienlager, Veranstaltungen oder Auftritte bei Festen füllen in normalen Zeiten den Terminkalender. Solche Veranstaltungen werden jetzt schmerzlich vermisst.

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„Bei uns wird Brauchtum gepflegt. Unser traditioneller Spruch lautet ´Sitt und Tracht der Alten, wollen wir erhalten`. Um die Tradition aber fortführen zu können, muss sie gelebt werden“, sagt der Vorsitzende. Volks-, Figuren- oder Sternentänze, die der Verein in seinem Repertoire hat, sollen geübt werden. Das ganze Jahr über proben die Mitglieder. Ihnen sei es eine Herzenssache, dass ihre Traditionen fortgeführt werden.

Der Gedanke, dass wegen Corona alles stillstehen würde, ließ sie kreativ werden. „Die Jugendleiterin hat ein spezielles Hygienekonzept erarbeitet. Einige Zeit durften wir wieder tanzen. Erlaubt war allerdings immer nur das gleiche Paar miteinander. Normalerweise wird gewechselt. Der Mindestabstand in unserem Vereinsheim konnte problemlos eingehalten werden. Wir erfüllten die Hygienevorschriften und waren mit allem sehr verantwortungsvoll“, erklärt Zweiter Vorsitzender Walter Kirsch. „Doch dann waren Treffen und somit auch das Tanzen wieder verboten“, setzt er fort.

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Kirsch kam als Fünfjähriger in den Verein, Mayerhofer ist seit seinem achten Lebensjahr mit Leib und Seele Trachtler. Das, was sie und andere Vereine seit einem Jahr durchmachen, hätte sich keiner vorstellen können. Vor allem die Ungewissheit ist eine große Belastung. Große Sorgen machen sie sich um die Jugend, trotz allem treibt sie die Hoffnung und die Tatsache voran, dass die Aschauer Vereine auch weiterhin so gut zusammenhalten.

Zwei Fragen an Christian Mayerhofer

Was ist ihnen als Verein besonders wichtig?

Christian Mayerhofer: Dass wir das Ortsleben bald wieder beleben können. Wir hoffen, dass die Mitglieder nach wie vor fest zusammenhalten und das Verhältnis zu den anderen Aschauer Vereinen so hervorragend bleibt wie vor Corona. Wir schätzen, dass unsere Gemeinde hinter uns steht, bei allem, was wir machen.

Ich hoffe, dass alle Vereine gut durch Corona kommen und die schweren Zeiten alle noch mehr zusammengeschweißt haben. Schön wäre es, wenn das Vereinsleben wieder erlaubt wird, unser Konzept für ein einwandfreies Tanztraining und Treffen steht. Wichtig ist, dass man nicht aufgibt, sondern aus allem stärker hervorgeht.

Was sind die Pläne für die Zeit nach Corona?

Mayerhofer: Wir haben 2019 begonnen, eine Küche neben unserem Probenraum anzubauen. Diese müssen wir noch fertigstellen. Durch den Anbau gewinnt unser Probenraum mehr Platz, wodurch wir noch mehr Fläche haben und noch besser Abstand zueinanderhalten können.

Die Jugendarbeit ist unser Herzstück, Kinder sind unsere Zukunft. Sie setzen Traditionen fort und erhalten Vereine am Leben. Natürlich hätten wir wieder unser Programm, mit dem wir die Menschen innerhalb und außerhalb unseres Vereins begeistern wollen.

Wir freuen uns, wenn die Ortsmeisterschaften wieder erlaubt sind: Hufeisenwerfen, Eisstockschießen, Luftgewehrschießen oder Kegeln mit anderen Vereinen macht natürlich großen Spaß. Ganz wichtig für uns ist es auch, dass unsere Kinder und Jugendlichen endlich ihr Theaterstück vorführen.

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