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Auf Wiese bei Utting

Wie zwei Jäger im Pollinger Revier frisch geborene Rehkitze retteten

Tief geduckt hatten sich die frisch geborenen Tiere im hohen Gras auf einer Wiese in der Nähe von Utting verborgen.
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Tief geduckt hatten sich die frisch geborenen Tiere im hohen Gras auf einer Wiese in der Nähe von Utting verborgen.
  • Robert Wagner
    VonRobert Wagner
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Wie wichtig es grade in diesen Wochen ist, sich aufmerksam durch die Natur zu bewegen, hat sich am Wochenende in Polling gezeigt. Nahe Utting haben zwei Jäger neu geborene Rehkitze auf einer Wiese entdeckt und die Tiere vor dem Mähwerk retten können.

Polling – Jagdpächter Josef Wimmer und Jäger Dr. Christian Sieghart waren im Revier in Polling unterwegs, als sie die beiden Jungtiere aufspürten.

Die Maßnahmen zum Kitz-Schutz greifen

Der Fund ist kein Zufall. Jagdpächter und Jäger sehen es als ihre Aufgabe an, die Jungtiere vor Mäharbeiten zu schützen. Mit geeigneten Maßnahmen, wie zum Beispiel elektronischen Kitzrettern oder mit Stofffahnen, die mit bestimmten Geruchsstoffen getränkt sind, versuchen sie das Rehwild aus den zur Mahd anstehenden Wiesen zu „vergrämen“, damit es Schutz außerhalb dieser Flächen sucht.

Dieses Rehkitz konnten die beiden Jäger, Dr. Christian Sieghart und Josef Wimmer, am Wochenende im Pollinger Revier ebenso wie ein zweites Jungtier rechtzeitig vor dem Mähen in Sicherheit bringen. Wagner

Trotz Sicherungsmaßnahmen am Abend nochmal selbst nachgeschaut

Doch diese Methode ist nicht immer von Erfolg gekrönt. Weil die Waidmänner das wissen, machen sie sich am Abend vor dem Mähen auf den Weg und schreiten die zur Mahd vorgesehen Flächen ab, um zum Beispiel verbliebene Kitze aufzuspüren und in Sicherheit zu bringen. So war das auch an diesem Wochenende.

Jäger: Tiere auf keinen Fall berühren!

Um sie aus dem Gefahrenbereich zu bringen, haben Sieghart und Wimmer die Tiere in eine Jacke oder ähnliches gewickelt, um möglichst keinen menschlichen Geruch auf sie zu übertragen. Denn das könnte dazu führen, dass die Ricke ihre Kitze nicht mehr annimmt.

Bei Funden Fachleute einschalten

Die Kitze sollten nur von Fachleuten, also zum Beispiel von einem Jäger, aufgenommen werden, betonen die beiden Männer. „Keineswegs sollten dies Spaziergänger oder Kinder tun“, warnen sie.

Vorsichtig nimmt Christian Sieghart das Kitz mit einer Jacke auf, um keinen menschlichen Geruch auf das Jungtier zu übertragen.

Auch andere Gefahren lauern

Die verschiedenen Schutzmaßnahmen und vor allem die Unterstützung durch die Landwirte haben in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass die Sterblichkeit durch Mäharbeiten deutlich geringer wurde, weiß Jagdpächter Josef Wimmer.

Allerdings gebe es in den Revieren nicht nur die Gefahr durch das Mähen, sondern auch andere Umstände, die dem Wild schaden.

„Spaziergänger und Radfahrer abseits der befestigten Wege sind in den letzten Jahren deutlich mehr geworden und bringen Unruhe ins Revier“, sagt Wimmer. Das Wild werde aufgeschreckt und ergreife die Flucht, oftmals werden dabei Straßen gequert. Es kommt zu Unfällen.

Während die Sterblichkeit durch das Mähen deutlich abgenommen habe, sei die Gefahr durch Verkehrsunfälle deutlich angestiegen. „Noch nie wurden so viele Rehe von Autos erfasst wie in der jüngsten Vergangenheit.“

Freilaufende Hunde sind ein Problem

Ein weiteres Problem, sind freilaufende Hunde, die immer wieder Rehwild jagen und ebenfalls oftmals in den Unfalltod treiben oder die Tiere reißen. Auch hier geht der Appell an die Hundehalter, ihre Vierbeiner konsequent an die Leine zu nehmen.

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