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Zum Thema Antisemitismus

Zukunftsforum im Mühldorfer Inn-Café“: Neue Herausforderungen durch Querdenker-Bewegung

Stieß auf reges Interesse im Inn-Café: Der Vortrag von Dr. Felix Klein (links). Mit im Bild Heimatabgeordneter Stephan Mayer, Direktor Gunter Fuchs, Schulleiter des Gymasiums Gars (Zweiter von links) sowie Tobias Kurzmaier, Vorsitzender des Arbeitskreises für Wirtschaft, Politik und Wissenschaft e.V. (rechts).
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Stieß auf reges Interesse im Inn-Café: Der Vortrag von Dr. Felix Klein (links). Mit im Bild Heimatabgeordneter Stephan Mayer, Direktor Gunter Fuchs, Schulleiter des Gymasiums Gars (Zweiter von links) sowie Tobias Kurzmaier, Vorsitzender des Arbeitskreises für Wirtschaft, Politik und Wissenschaft e.V. (rechts).

Plädoyer für einen festen Platz für kulturelle und religiöse Minderheiten im Inn-Café. Der Bundesbeauftragter Dr. Felix Klein warnte dabei aber vor den Gefahren der sogenannten Querdenker-Bewegung. Diese stellten die Corona-Maßnahmen allzu oft mit der Diktatur des Dritten Reiches gleichsetzen.

Mühldorf – „Wir brauchen Raum für eine Gesellschaft, in deren Mitte kulturelle und religiöse Minderheiten einen festen Platz haben.“ Dies betonte Dr. Felix Klein, der Beauftragte der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen den Antisemitismus beim Zukunftsforum des CSU-Heimatabgeordneten Stephan Mayer im Inn-Café in Mühldorf. Dazu seien Impulse für eine Zukunft nötig, in der Distanz durch Austausch ersetzt wird, Mutmaßungen durch Wissen, Vorbehalte durch Offenheit und Ängste durch Dialog.

90 Prozent von antisemitischen Übergriffen kommen aus dem rechten Lager

Bundestagsabgeordneter Mayer berichtete eingangs von zunehmendem Antisemitismus auch in Bayern, wobei 90 Prozent auf das Konto des rechten Lagers gingen. Zehn Prozent hätten einen islamistischen Hintergrund. Er warnte davor, dass sich Antisemitismus verstärkt in der Querdenkerbewegung finden ließe. Mayer ging auf die Gedenkstätte Mühldorfer Hart ein, die zum Teil 2018 eröffnet worden sei. Eines seiner Hauptziele für die neue Legislaturperiode sei die Eröffnung der gesamten Anlage, auch mit Fördermitteln des Bundes. Der Bundesbeauftragte sagte ebenfalls seine Unterstützung zu.

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1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

Dr. Klein hob 2021 als besonderes Jahr hervor, da heuer 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland gefeiert werden. In einem geschichtlichen Abriss berichtete er von einem blühenden jüdischen Leben seit dem 19. Jahrhundert. Bereits 1815 sei in München eine israelitische Kultusgemeinde gegründet worden. Heute gehören ihr 9500 Menschen an. In Mühldorf selbst gab es 1933 zwei jüdische Familien, die beide Opfer des Holocaust wurden.

Großes Lob für den Verein „Für das Erinnern“

Große Anerkennung zollte Dr. Klein dem Verein „Für das Erinnern“ sowie dem Arbeitskreis „Gedenkstätte Mühldorfer Hart“, die breite Unterstützung durch Behörden und Bevölkerung finden. Eva Köhr und Franz Langstein seien auch Namen, die in Berlin in seiner Behörde bekannt seien.

Über „abstruse Mythen zum Ursprung der Pandemie

Der Bundesbeauftragte warnte vor neuen Herausforderungen aus dem Bereich der sogenannten Querdenker, welche oft die Corona-Maßnahmen mit der Diktatur des Dritten Reiches gleichsetzen. „Sie verbreiten abstruse Mythen über den Ursprung der Pandemie. Ein wesentlicher Teil dieser Theorien zeigt mit dem Finger auf Juden als vermeintlich Schuldige.“

Keine Einbürgerung nach menschenverachtenden Taten

In der Diskussion kamen antisemitische Tendenzen zur Sprache, die von der Einwanderung aus dem arabischen Raum herrühren. Mayer verwies auf eine Gesetzesänderung, dass nämlich eine Person, die wegen antisemitischen, rassistischen, fremdenfeindlichen oder sonstigen menschenverachtenden Taten verurteilt wurde, unabhängig vom Strafmaß nicht eingebürgert werden kann.

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