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KRACH UM KINDERBETREUUNG

Zu viele Kinder in einer Gruppe: Mühldorfs SPD geißelt Kurzarbeit als „grob fahrlässig“

Die Notbetreuung in Mühldorf ist die Kritik geraten. Die SPD wirft der Stadt vor fahrlässig zu handeln, indem sie Gruppen zusammenlegt.
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Die Notbetreuung in Mühldorf ist die Kritik geraten. Die SPD wirft der Stadt vor fahrlässig zu handeln, indem sie Gruppen zusammenlegt.
  • Raphaela Lohmann
    VonRaphaela Lohmann
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Bürgermeister Michael Hetzl (UM) weist jede Kritik zurück: „SPD verbreitet Halbwahrheiten!“ Das Problem: Eltern bringen ihre Kinder in die Notbetreuung, obwohl es eine andere Möglichkeit der Betreuung gebe.

Mühldorf – Nach derKritik von SPD-Stadtrat und Jugendreferent Gottfried Kirmeier an der Zusammenlegung von Gruppen in Kinderbetreuungseinrichtungen, legt der SPD-Ortsverband nach und geißelt die Kurzarbeit in Mühldorfer Kitas als „grob fahrlässig!“ Bürgermeister Michael Hetzl (UM) weist die Kritik entschieden zurück.

SPD: Stadt spart Lohnkosten

Ihre harte Kritik begründet die SPD mit ihrer Vorsitzenden Angelika Kölbl damit, dass vielen Eltern Alternativen zur Notbetreuung in den Kitas fehlten. „In vielen Berufen besteht schlicht und ergreifend keine Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten.“ Insbesondere für Menschen mit systemrelevanten Berufen müsse die Notbetreuung „zwingend angeboten werden“.

Positive Corona-Fälle wegen Gruppenzusammenlegung?

Weil die Stadt gleichzeitig ihre Erzieherinnen in Kurzarbeit geschickt habe, „musste die Gruppengröße in der Notbetreuung erweitert werden“. Die Quittung folgte nach Ansicht der Sozialdemokraten prompt: Positive Coronafälle in Kitas.

„Der Stadt war es wichtiger, Lohnkosten zu sparen als das Risiko zu minimieren“, so die SPD-Fraktion, die handelnden Personen vorwirft, grob fahrlässig gehandelt zu haben. „Eine Zusammenlegung der Gruppen hätte es nicht geben dürfen! Die Anordnung von Kurzarbeit war und ist ein Fehler.“ Diesen müsse die Stadt umgehend rückgängig machen.

Stadt verteidigt sich: Sie setzt nur die Infektionsschutzmaßnahmenverordnung um

„Wir weisen die Kritik, grob fahrlässig gehandelt zu haben, aufs Schärfste zurück“, betonen Bürgermeister Michael Hetzl (UM) und der zuständige Abteilungsleiter Walter Springer auf Nachfrage der OVB--Heimatzeitungen. Basierend auf den Vorgaben der Infektionsschutzmaßnahmenverordnung des Freistaates Bayern seien ab einem 7-Tage-Inzidenzwert von über 100 alle Kinderbetreuungseinrichtungen geschlossen.

Auch interessant: Mühldorf erweist sich coronafest –Fast zehn Millionen Euro für Kinder im neuen Haushalt

Dafür gebe es keinen Spielraum, so Hetzl. Er gibt zu bedenken, dass die Maßnahmen getroffen worden seien, als die Zahlen im Landkreis über 300 lagen. Erst bei einem Wert von 100 dürfe wieder ein eingeschränkter Regelbetrieb in festen Gruppen angeboten werden.

Das Problem: Kein Nachweis der Systemrelevanz

„Pro Kinderbetreuungseinrichtung haben wir mindestens eine Notbetreuungs-Gruppe geschaffen“, so Walter Springer. Anders als im Vorjahr sei aktuell bayernweit kein Nachweis der Systemrelevanz des Berufes der Eltern eingeführt. Die Stadt akzeptiere dennoch den Wunsch der Eltern nach Betreuung. „Sobald die Sollstärke einer Notbetreuungsgruppe erreicht ist, wird eine zweite organisiert.“

Hetzl spricht von „Stimmungsmache“

Den Vorwurf, die Kurzarbeit als Sparmaßnahme einzusetzen, weist Hetzl ebenso zurück: „Die Kurzarbeit ist nicht der Anlass, sondern die Folge der Situation. Je nach Bedarf steht das komplette Personal zur Verfügung.“ Kernproblem sei, dass manche Eltern ihre Kinder in die Notbetreuung brächten, obwohl es eine andere Möglichkeit der Betreuung gebe. Das bestätigen laut Springer auch die Einrichtungsleitungen.

Bürgermeister zeigt sich verwundert über Klärungsbedarf

Weil das Thema ausführlich im Stadtrat und im Hauptausschuss besprochen worden sei, wundern sich Hetzl und Springer über das Facebook-Posting der SPD. „Alle Fragen wurden in den Gremien beantwortet, wir haben zahlreicheGespräche mit Elternbeiratsvorsitzenden und Elterngeführt und die Gründe dargelegt,“ so Hetzl. „Ich denke, es handelt sich um ein großes Missverständnis. Bei vielen ist statt der vorgeschriebenen Schließung der Kinderbetreuungseinrichtungen eine Zusammenlegung von Gruppen angekommen. Das ist schlichtweg falsch.“

Hetzl wirft der SPD Stimmungsmache in den sozialen Medien vor

Die Stadt halte sich an geltende Vorschriften. „Ich finde es äußerst bedenklich, mit Halbwahrheiten und fehlenden Informationen in den sozialen Medien Stimmungsmache zu betreiben“, so der Bürgermeister.

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