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CORONA-LAGE- IM LANDKREIS MÜHLDORF

Zeitweise alle Intensivbetten belegt: Corona fordert die Mühldorfer Klinik

210 aktive Corona-Fälle entfallen allein auf die Stadt Waldkraiburg. Das ist ein Drittel der 611 Corona-Fälle, die momentan bekannt sind.Klinger
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210 aktive Corona-Fälle entfallen allein auf die Stadt Waldkraiburg. Das ist ein Drittel der 611 Corona-Fälle, die momentan bekannt sind.
  • Josef Enzinger
    vonJosef Enzinger
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  • Markus Honervogt
    Markus Honervogt
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Die Zahl der Corona-Infektion im Landkreis Mühldorf bleibt weiter auf hohem Niveau. Auffällig ist, dass die Corona-Patienten jünger werden, schwerer erkranken und länger auf der Intensivstation bleiben müssen. Eine Situation, die das Innklinikum fordert.

Mühldorf – Neben den Inzidenzwerten, die zuletzt dramatisch gestiegen sind, spielt die Belastung der Intensivstationen des Innklinikums eine entscheidende Rolle bei der Beurteilung der Situation vor Ort. Um die Mitarbeiter im Krankenhaus Mühldorf zu entlasten, arbeiten dort seit Anfang April vier Bundeswehrsoldaten mit. Die Soldatin und drei Soldaten stehen der Klinik für zunächst vier Wochen zur Verfügung, und werden unter anderem in der Notaufnahme eingesetzt. Alle drei sind Rettungsassistentin oder Notfallsanitäter.

Belegung der Betten sehr dynamisch

Wie notwendig diese Unterstützung ist, macht Kliniksprecher Mike Schmitzer klar. Am Donnerstag seien alle zehn Intensivbetten in Mühldorf belegt gewesen, drei davon von Covid-Patienten. „Das alles ist aktuell sehr dynamisch. Man kann vormittags noch Betten frei haben und nachmittags können sämtliche Kapazitäten erschöpft sein“, so Schmitzer.

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Thomas Ewald, Vorstandsvorsitzender des Inn-Klinikums hat dabei auch die hohe Inzidenz im Blick, die die Notwendigkeit intensivmedizinischer Betreuung sehr schnell ändern könne. „Wir befürchten auch im Innklinikum Mühldorf einen starken Anstieg der Covid-Patienten.“ Schon vor Ostern seien die Intensivbetten im gesamten Innklinikum nahezu voll belegt gewesen. Eine Entlastung sei nur durch mehrere Abverlegungen erreicht worden. „Es ist jedoch mehr als fraglich, ob diese Abverlegungsmöglichkeiten auch in Zukunft vorhanden sein werden. Denn auch die anderen Kliniken erwarten eine starke Zunahme bei den Intensivpatienten.“

Er betont dabei: Die Corona-Patienten werden jünger, sind durch die britische Variante schwerer erkrankt und müssen länger auf der Intensivstation bleiben. Aktuell liegt das Durchschnittsalter der intensivpflichtigen Covid-Patienten im Innklinikum Mühldorf nach Ewalds Angaben bei 55 Jahren.

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Die Betreuung der Patienten könne noch gewährleistet werden. „Etwa 60 Prozent unserer Mitarbeiter sind inzwischen geimpft, viele davon auch zum zweiten Mal.“ Hinzu kämen laut Ewald weitere fünf Prozent, die aufgrund einer durchgestandenen Infektion über Antikörper verfügen sollten. „Wir achten sehr auf die Sicherheit unserer Mitarbeiter. Im Moment befindet sich nur eine sehr geringe Anzahl unserer Beschäftigten in Quarantäne und dennoch ist die Personalsituation nicht entspannt, weil wir zu den Covid-Patienten eine sehr hohe Zahl von Nicht-Covid-Fällen zu versorgen haben.“ Die Personalsituation wäre nach Ansicht Ewalds noch angespannter, wenn wieder mehr Beschäftigte erkranken würden.

Die Corona-Neuinfektionen im Raum Mühldorf nach Altersgruppen.

Mitarbeiter an der Belastungsgrenze

Ewald verhehlt nicht: Nach einem Jahr der Corona-Bekämpfung sind viele Mitarbeiter an den Grenzen ihrer Belastbarkeit angelangt. „Es gibt leider auch Personalausfälle zu beklagen, die wir nun im Innklinikum Mühldorf durch den Einsatz von Bundeswehrkräften auszugleichen versuchen.“ Ewald appelliert an die Bevölkerung: „Nehmen Sie die Situation ernst und helfen Sie uns durch die Beachtung der Infektionsschutzmaßnahmen dabei, die Lage in den Kliniken beherrschbar zu halten.“

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