Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Obertaufkirchenerin siegt beim EUROPEAN FASHION AWARD

Woll-Lust: Strick-Expertin Helena Wieser gewinnt europäischen Modepreis

Das ist nur eine der Kreationen, die Helena Wieser geschaffen hat.
+
Das ist nur eine der Kreationen, die Helena Wieser geschaffen hat.
  • Nicole Sutherland
    VonNicole Sutherland
    schließen

„Stricken ist mein Hobby und größte Leidenschaft“, sagt Helena Wieser. Schon als Kind hat sie viel gestrickt. Irgendwann hat sie aus ihrer Leidenschaft einen Beruf gemacht und sich als Schneiderin auch auf Europaebene einen Namen gemacht: Sie ist Gewinnerin des European Fashion Awards „FASH“.

Schwindegg/Berlin – Aufgewachsen in Obertaufkirchen und Schwindegg, waren ihre Großmutter und Mutter ihre großen Vorbilder. Die Großmutter war in ihrem Berufsleben Schneiderin. Von ihr hat sie das Zopfmuster, das in ihren Kleidungsstücken oft auftaucht. Die Mutter arbeitete in der Textilwerkstatt in Höhenberg. „Ich war oft nachmittags dabei, wenn mit Filz gearbeitet wurde“, erinnert sich Helena Wieser.

Stricken schon in der ersten Klasse gelernt

Stricken lernte sie schon in der ersten Klasse. Sie hat es perfektioniert und arbeitet bis heute viel mit Wolle. Mit 17 ging Helena Wieser aus dem Haus, um mit ihrer Schwester in eine Wohngemeinschaft in München zu ziehen. Dort besuchte sie die Waldorfschule. 2015 kam sie zum Studium an die Kunsthochschule nach Halle, wo sie zunächst Textildesign, später Mode studierte. „Ich weiß, man hat immer die Großmutter im Schaukelstuhl vor sich, wenn man ans Stricken denkt“, sagt sie. „Doch die Technik gibt mehr her. Strick ist zukunftsorientiert in der Mode“, ist sie sich sicher.

Strick ist nicht automatisch warm

Und dabei räumt sie mit Vorurteilen auf. Denn Strick ist nicht automatisch nur warm. Er ist auch temperaturausgleichend und atmungsaktiv. „Hochmoderne Sportswear ist aus Merinowolle“, weiß Helena Wieser. Das Schönste daran ist: Strick kann nachhaltig produziert werden und verursacht keine Abfälle – nur ein Faden bleibt übrig, und der kann vernäht werden.

Freunde haben sie inspiriert

Auf die Idee für das Thema für Ihre Abschlussarbeit kam sie durch Freunde. Weil sie viel mit Strick und Wolle arbeitete und das Thema frei wählbar war, wurde ihr klar, dass Wolle ihr Thema wird. „Mir war nicht bewusst, dass Wolle für manche Menschen ein Fetisch ist“, erklärt Helena Wieser.

Das könnte Sie auch interessieren: Der erste Liebling ist schon raus – „The Masked Singer“ wieder mit Kostümen aus Mühldorf

Mit 50 Wollfetischisten in Kontakt getreten

In einem anonymen Internetforum entdeckte sie etwa 50 Wollfetischisten, die ihr freizügig Auskunft gaben. Sie ließ sich davon inspirieren und so entstanden neue, aufregende Entwürfe aus Strick – sexy und tragbar zugleich. Luftige, leichte Kreationen, mit Ausschnitten und edlen Materialien, wie Mohair, sind daraus geworden. Alle Teile wurden ohne Abfälle an der Handstrickmaschine oder von Hand gestrickt. An der Kunsthochschule in Halle erhielt die Kollektion „Wollust“ sehr gutes Feedback.

Dadurch ermutigt und den Bachelor-Abschluss in der Tasche, reichte sie ihre Kollektion für den Euopean Fashion Award ein, der in Berlin von der gemeinnützigen Stiftung der Deutschen Bekleidungsindustrie ausgelobt wurde. Der Preis für Modestudierende wird in drei Kategorien vergeben: Studienarbeiten, Bachelor- und Masterarbeiten. Sie bewarb sich in ihrer Kategorie Bachelor-Arbeiten, wusste auch um ihre guten Chancen.

Lesen Sie dazu auch: Ein Hingucker am Schleiferl

14 Jurymitglieder haben entschieden

Doch was die 14 Jurymitglieder dazu sagen würden, war dennoch spannend. Die Jury setzt sich aus maßgeblichen Leuten der Modeindustrie zusammen. Sie befand: „Die Erneuerung der Mode hat ihre Wurzeln oft in Undergroundszenen.“ Die Jury bezog sich auf Gaultiers Büstenhalter für Madonna oder Claudia Skoda, die in den 1970er Jahren Strick sexy machte, wie aktuell in der Ausstellung „dressed to thrill“im Berliner Kulturforum zu sehen ist. In diesem Fall ist es der Fetisch der „Woolies“ für Wolle.

2000 Euro Preisgeld eingeheimst

„Die Auseinandersetzung von Helena Wieser mit Strick ist wirklich neu und gibt wichtige Impulse für das oft tradierte Genre Strick“, hieß es schließlich im Urteil der Juroren. Zusammen mit fünf anderen Finalistinnen und Finalisten gewann die junge Modeschöpferin ein Preisgeld von 2000 Euro.

Preis schafft gute Karriereaussichten

„Die Arbeiten der Siegerinnen und Sieger sind umwerfend gut. Es ist eine große Freude, diese neue Generation mit dem „FASH“ fördern zu können“, sagt Couturista Kerstin Strauss, die den European Fashion Award „FASH“ maßgeblich unterstützt. Der European Fashion Award FASH zählt zu den international bedeutendsten Förderpreisen für Modestudierende. Sein Ziel ist es den Designnachwuchs zu fördern, indem es ihn an die Wirtschaft und Industrie heranführt. Die Preisträger haben hervorragende Karriereaussichten. Sie arbeiten bei international renommierten Unternehmen, lässt die Stiftung der Deutschen Bekleidungsindustrie verlauten.

Mehr zum Thema

Kommentare