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Ärger unterm Mühldorfer Festzelt-Himmel

Streit im Festzelt: Wolfgang Unertl ärgert „unterirdische Performance“ auf dem Volksfest

Personal hier Fehlanzeige – Am letzten Volksfest-Tag ärgerten sich die Gäste des Weißbierzelts von Festwirt Jochen Mörz wegen der Selbstbedienung.
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Personal hier Fehlanzeige – Am letzten Volksfest-Tag ärgerten sich die Gäste des Weißbierzelts von Festwirt Jochen Mörz wegen der Selbstbedienung.
  • Nicole Petzi
    VonNicole Petzi
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Hohe Wellen geschlagen hat der Betrieb des Weißbierzelts auf dem Mühldorfer Volksfest. Kritische Stimmen waren auch in Leserbriefen an die OVB-Heimatzeitungen zu vernehmen. Besonders der schlechte Service und das ungemütliche Zelt waren Kritikpunkte. Es überrascht nicht, dass Bierbrauer Wolfgang Unertl sauer auf seinen Festwirt Jochen Mörz ist.

Mühldorf – „Wenn ich gewusst hätte, wie es auf dem Volksfest laufen wird, hätte es kein Weißbierzelt gegeben“, ärgert sich Wolfgang Unertl. Bereits während der Traditions-Wiesn und danach hagelte es Kritik, vor allem wegen des von allen Seiten als miserabel eingestuften Service-Personals im Weißbierzelt. Das durfte Festwirt Jochen Mörz zum ersten Mal führen.

Auch in Leserbriefen an die OVB-Heimatzeitungen wurde dem Unmut über die „ruppige Bedienung“ und das „dunkle und nicht gerade ansprechend dekorierte Zelt“ Luft gemacht. Das monierte beispielsweise Stephan Sedlaczek aus Niedertaufkirchen, der sich als passionierter Volksfestbesucher mit Wehmut an den Weißbräu von früher erinnert, Das Weißbierzelt habe weniger mit lauter Musik, dafür aber mit viel Gemütlichkeit punkten können.

Dunkles und ungemütliches Zelt

Wie der Alois Hingerl alias „Ein Münchner im Himmel“, der Jahrzehnte lang das Unertl-Festzelt schmückte, habe man sich am Tisch Bier und Essen schmecken lassen können. Dann habe das Experimentieren mit Alfons Schuhbeck als Festwirt begonnen, was sich bereits vor Jahren auf die Qualität des Unertl-Zelts ausgewirkt habe, so Sedlaczek auf Nachfrage. Aber das sei so gar nichts im Vergleich zum diesjährigen Festzelt unter Jochen Mörz.

„Er hat ja absolut recht“, betont Wolfgang Unertl mit einem Kopfschütteln. „Ich wollte nie dieses Zelt“, so der Bierbrauer. Unendlich leid tue ihm obendrein der Ärger, der bei den Besuchern des Weißbierzelts hochgekocht sei.

Dennoch: Die Kritik treffe hier den Falschen, schließlich sei er heuer lediglich der Bierlieferant gewesen.

Mörz war „absolute Notlösung“

Keiner sei unglücklicher als er über die „unterirdische Performance“ von Jochen Mörz, gerade mit Blick auf dessen Personalmanagement, betont Unertl. Kaum Bedieungspersonal, davon auch niemand, den Unertl kannte – das spreche Bände. „Dass wir den Schlechtesten von den Schlechten bekommen, war uns nicht klar“, so das Mühldorfer Urgestein.

Als absolute Notlösung sei es wenige Monate vor Volksfeststart zur Kooperation mit Mörz, der heuer trotz seiner 30 Jahre Erfahrung als „reisender Wirt“ einige Tiefpunkte erleben musste, gekommen, erzählt Unertl weiter. Er hatte die Hoffnung, dass Mörz dies als Chance begreift, sich mit dem Volksfest in Mühldorf zu rehabilitieren. „Wer hätte ahnen können, dass er es noch schlechter als in Waldkraiburg macht?“ Unertl schüttelt mit dem Kopf.

Stadt trug zu Wirt-Misere bei

Aber nicht nur von Jochen Mörz, gegen den Wolfgang Unertl voraussichtlich rechtliche Schritte unternehmen wird, richtet sich der Unmut des Bierbrauers. Auch die Stadt Mühldorf sei nicht unerheblich an der Wirt-Misere beteiligt, habe man doch kurz vor knapp im April dem vorgesehenen Wirt Holger Nagl die Lizenz verwehrt (wir berichteten).

Nur, um die Kreisstadt mit Blick auf den Riesen-Schützen- und Trachtenumzug nicht in die Bredouille zu bringen, habe sich Wolfgang Unertl überhaupt mit einer Notlösung abfinden können. Ohne Frage stehen in dieser Angelegenheit noch lebhafte Diskussionen an, zumal der Vertrag mit der Stadt noch bis 2023 läuft.

Boykott des Weißbierzelts?

Und was sagt der gescholtene Festwirt dazu? Jochen Mörz empfindet es seinerseits als „Unverschämtheit“, von Wolfgang Unertl wegen der Personalmisere gerügt zu werden. „Man habe doch im Vorfeld bereits gewusst, dass es schwierig werden würde. Die ganze Gastronomie hat massive Probleme“, so der Amberger Wirt auf Nachfrage. Wolfgang Unertl habe ihm zwar Adressen von Bedienungen gegeben, doch diese seien entweder nicht erreichbar gewesen, oder aber man habe ihm lapidar mitgeteilt, dass man sich schon von Markus Leserer hat anwerben lassen, erklärt Mörz. Und weiter: „Von den anfangs 32 Leuten im Service hat nach wenigen Tagen die Hälfte abgebrochen, weil sie kaum Verdienst hatten.“

Als ob die Gäste sein Zelt geradezu boykottiert hätten, sei es Mörz vorgekommen. Vielleicht deswegen, weil Wolfgang Unertl der Mühldorfer Traditionsbrauerei ein Ende bereitet habe und nun bei Aldersbacher brauen lasse, vermutet Jochen Mörz. Schuldzuweisungen zu machen, liege ihm allerdings fern.

Service-Wüste bei Bier und Hendl

Mörz’ Hinweis, dass es heute immer schwieriger werde, nur mit Weißbier ein Zelt zu betreiben, widersprechen allerdings nicht nur Wolfgang Unertls Volksfest-Bilanz, wonach gerade sein Weißbier-Karussell grandios gelaufen sei; auch seitens der OVB-Leserschaft kommt die Aussage, dass es „an der Bierqualität [...] sicher nicht gelegen haben“ kann.

In seinem Leserbrief, der direkt an Jochen Mörz gerichtet ist, schreibt der Mühldorfer Sepp Loibl vielmehr, dass man aufgrund der nicht vorhandenen Bedienung kurzerhand auf „Selbstversorgung“ übergegangen sei. „So macht man keine Geschäfte und braucht sich nicht wundern, wenn der Umsatz nicht stimmt“, schreibt Loibl.

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