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Sommerinterview

Wohnraum, Geld, Kita, ÖPNV - Sommerinterview mit Mühldorfs Bürgermeister Michael Hetzl

Mühldorfs Bürgermeister Michael Hetzl will, dass Mühldorf viel Lebensqualität bietet.
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Mühldorfs Bürgermeister Michael Hetzl will, dass Mühldorf viel Lebensqualität bietet.
  • Josef Bauer
    VonJosef Bauer
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Mühldorf –Die finanzielle Situation der Kreisstadt Mühldorf, die Kinderbetreuung sowie die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum standen im Mittelpunkt des des Interview der OVB-Heimatzeitungen mit Mühldorfs Bürgermeister Michael Hetzl.

Wie stellt sich die finanzielle Situation der Stadt Mühldorf coronabedingt für die folgenden Jahre dar?

Michael Hetzl: Momentan ist die finanzielle Situation eher durchwachsen. Jedoch ist es schwierig, nach dem 1. Halbjahr ein endgültiges Fazit zu ziehen, ohne zu wissen, ob es nochmals zu einem Lockdown im Herbst kommen wird. Derzeit hinken wir den Zahlen der Haushaltsplanung hinterher und auch die kommenden Jahre sind derzeit schwer absehbar. Bei der Gewerbesteuer liegen wir in einem einstelligen Prozentbereich unter dem Ansatz. Auffällig ist, dass die großen Unternehmen die Corona-Krise bislang nahezu unbeschadet überstanden haben, bei den kleinen und mittleren Unternehmen sieht die Situation anders aus.

Ein zentraler Punkt in der Kreisstadt Mühldorf ist die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum für die jüngere Generation und die Stärkung des sozialen Wohnungsbaus. Ist es hilfreich, wenn bei jedem Investor, der Wohnraum schaffen will, immer die gleichen Argumente aus dem Stadtrat die Investition in Mühldorf schwerer machen?

Hetzl: Die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum wird natürlich schwieriger, wenn jedes Bauprojekt kleiner ausfällt als geplant – das bedingt natürlich, dass der Wohnraum teurer wird. Leider brauchen wir dann auch immer größere Grundstücksflächen und die Erschließungskosten steigen ebenfalls, hier sind wir bei knapp 100 Euro pro Quadratmeter angelangt. Dennoch haben wir nun erstmalig die soziale Bodennutzung – SoBon – nach Münchner Vorbild eingeführt, bei dem sich ein großer Bauwerber entweder an den Kosten beispielsweise der Kinderbetreuung beteiligen oder bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung stellen muss.

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Welche Entwicklung werden die Kinder- und Schulbetreuung in Mühldorf nehmen?

Hetzl: Ich hoffe, dass sowohl die Kinder- als auch Schulbetreuung weiterhin eine so gute Entwicklung nehmen! Um den künftigen Bedarf zu decken, haben wir in Mühldorf Nord die Kinderbetreuung erweitert, hier werden Kindergarten und wenn notwendig auch eine Kinderkrippe entstehen. An den Schulen sind wir gerade bei der Erweiterung der Mittelschule sowie der Sanierung der Grundschule Altmühldorf. Zudem bieten wir ja in einem Modellversuch die kooperative Ganztagsbildung an den Grundschulen seit September 2020 an.

Wie weit sind die Arbeiten für ein neues Hallenbad vorangeschritten?

Hetzl: Leider sind wir hier noch nicht weitergekommen, da die grundlegenden Verhandlungen mit dem Finanzamt bezüglich der Kapitalerhöhung von der Stadt zu den Stadtwerken noch nicht geklärt ist. Ehrlicherweise muss man aber auch sagen, dass die Baupreise derzeit so überhitzt sind, dass wir uns aktuell den Bau eines neuen Hallenbades nicht leisten können.

Aktuelle Artikel und Nachrichten finden Sie in unserem Dossier zur Corona-Pandemie

Die Verbesserung des ÖPNV in Mühldorf ist eine politische Forderung aus dem Stadtrat. Diese Aufgabe ist mit dem Einsatz von sehr viel Geld verbunden und die Fahrgastzahlen mehr als mau. Wie wollen Sie dieses Problem lösen?

Hetzl: Die politische Forderung nach einer Verbesserung des ÖPNV kommt aus einem Teil des Stadtrats. Das Problem ist, dass die Fahrgastzahlen coronabedingt so extrem abgebaut haben, dass es eine Grundsatzfrage ist, ob die Zahlen wieder auf ein VorCorona-Niveau steigen werden. Wir sind hier in enger Abstimmung mit den Busunternehmen. Es stellt sich hier die Frage, wie wir dies bewerten und ob es Sinn macht, hier Geld auszugeben, ohne dass die Bürgerinnen und Bürger dieses Angebot nutzen. Eine weitere genaue Beurteilung der Sachlage werden wir nach der Corona-Pandemie durchführen. Trotzdem wollen wir schon jetzt mit dem Jugendfreizeitticket gemeinsam mit dem Landkreis gerade bei jungen Leuten einen Anreiz schaffen, den öffentlichen Personennahverkehr zu nutzen und sie davon zu überzeugen.

Wie soll Mühldorf in zehn Jahren aussehen?

Hetzl: Das ist schwierig zu sagen, da wir Teil der Metropolregion München sind und einige Dinge, wie beispielsweise die Corona-Pandemie nicht in der Hand haben. Ich werde aber alles dafür tun, dass Mühldorf eine Mittelstadt bleibt und für die Einheimischen und Zugezogenen weiter so viel Lebensqualität bietet. Wie sich die finanzielle Situation entwickelt, ist derzeit, wie eingangs erwähnt, leider nicht absehbar.

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