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Corona-Sommer

Wohin geht die Reise? – Reisebüros und Kunden im Landkreis Mühldorf noch immer verunsichert

Silke Rauch würde ihren Kunden gerne sagen, wann sie heuer wo Urlaub machen können – Prognosen sind aufgrund der aktuellen Pandemie aber kaum möglich.Silke Rauch. FOTO BAF
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Silke Rauch würde ihren Kunden gerne sagen, wann sie heuer wo Urlaub machen können – Prognosen sind aufgrund der aktuellen Pandemie aber kaum möglich.Silke Rauch. FOTO BAF
  • Frank Bartschies
    VonFrank Bartschies
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Hinter Reisen in der Corona-Krise steht noch immer ein großes Fragezeichen. Reisebüros im Landkreis Mühldorf wissen, wohin die Menschen wollen. Aber wird das auch gehen?

Mühldorf – Mallorca hat seine Hotels für Touristen wieder geöffnet - kann die Reisebranche, die wie alle anderen Unternehmensbereiche auch unter der Corona-Pandemie leidet, jetzt wieder Hoffnung schöpfen? Derzeit kennzeichnen noch Ungewissheit und offene Fragen die Situation – bei Urlaubern offenbar genauso wie bei Reiseanbietern.

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Silke Rauch betreibt ihren „Reiseladen“ in Mühldorf. Sie ist skeptisch. Bei Mallorca-Buchungen bis Ende April zeigt sie sich zwar optimistisch, aber ein längerer Zeitraum ist ihrer Meinung nach nicht kalkulierbar. „Im Moment buch‘ ich, stornier‘ ich, buch‘ ich, stornier‘ ich ... und das alles kostenlos“, sagt sie. „Es ruft jeder an: Wo kann ich hin?“ Die einzige Antwort, die sie darauf geben könne: „Ich weiß es nicht!“ Manche Länder wie Thailand oder Australien hätten sogar einen Einreisestopp.

Nachfrage und Zurückhaltung

Die Nachfrage nach Urlaubsreisen sei da, so Rauch, denn die Entwicklung in Mallorca wecke das Buchungsinteresse, aber noch nicht so sehr die Buchungsbereitschaft. Zwölf Buchungen habe sie heuer vorgenommen: eine für Mallorca, der Rest für den Sommer, überwiegend nach Griechenland. Aber alles, was über die nächsten vier bis sechs Wochen hinausgehe, könne man nicht einschätzen.

„Die Fernstrecke seh‘ ich vor Oktober überhaupt nicht“, sagt Rauch. Zumindest für die Kanarischen Inseln und Griechenland hofft sie auf eine Öffnung für den Reiseverkehr in den Pfingstferien. Die Urlauber seien noch zurückhaltend – und das Impf-Desaster tue das Seine dazu. Für Mai habe sie eine Gruppenreise nach Berlin gebucht – aber kann sie auch stattfinden? Im Moment, so Rauch, arbeite sie zum Nulltarif: „Ich verdiene erst Geld, wenn der Kunde glücklich im Flieger sitzt.“

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Optimistisch für die Sommersaison zeigt sich Julia Wild aus Ampfing. Die Anfragen in ihrem Reisebüro hielten sich zwar noch in Grenzen, aber etwa zehn Buchungen seien seit Februar eingegangen: Mallorca, Kroatien für Selbstfahrer und Urlauber, die Ferienhäuser mieten wollen, Griechenland, das im vergangenen Jahr in Hotels und an Flughäfen sehr gut ausgearbeitete Hygienekonzepte gehabt habe.

Viele Reiseanbieter hätten mit flexiblen Umbuchungs- oder Stornierungsmöglichkeiten reagiert. Die Regelungen der Stornierungskosten würden dabei unterschiedlich gehandhabt. Zu den coronabedingten Einreisemodalitäten sagt Wild: „Es gibt immer mehr Länder, die uns unkompliziert Urlaub machen lassen.“

Freiheitsdrang gegen Quarantäneangst

Wie sich die Situation für Heimkehrer in Deutschland entwickeln wird, sei schwer abzuschätzen, aber manche ihrer Kunden wären auch bereit, nach einem Urlaub im Ausland zuhause in Quarantäne zu gehen.

„Die Menschen sind zwiegespalten“, resümiert Veronika Tocon, Büroleiterin von RT-Reisen in Waldkraiburg. Wunsch und Realität klafften auseinander. „Aber wir merken schon, dass der Freiheitsdrang da ist, dass die Menschen wegwollen, mal durchschnaufen.“

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Was aber letztlich möglich ist, müsse man sehen. Der Gardasee sei beispielsweise früher an Ostern und Pfingsten der Renner gewesen, heuer sei dafür kaum Interesse vorhanden. Das überwiegende Interesse ihrer Kunden gelte für die bevorstehende Saison den europäischen Mittelmeerländern und Deutschland.

Tocon weist auch auf eine Frage hin, die in der Corona-Pandemie eine deutliche Rolle für Urlauber gespielt habe: „Was erlaubt mir mein Arbeitgeber?“ Dieser Aspekt sei zum Beispiel hinsichtlich einer Quarantänepflicht nach einer Urlaubsreise und den damit verbundenen finanziellen Aspekten für viele relevant.

Darüber hinaus spiele die Hoffnung auf eine baldige Impfung eine Rolle. Und auch die Unsicherheit, die die bevorstehenden politischen Entscheidungen zum Lockdown mit sich bringen, mache der Reisebranche das Leben schwer. Dennoch zieht Veronika Tocon eine Bilanz, die zur Hoffnung Anlass gibt: „Wir befinden uns auf einem leicht ansteigenden Weg.“

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