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300 Gäste bei Industrie-Verbänden Mühldorf und Waldkraiburg

Wirtschaftsempfang in Mühldorf: Wie Deutschland durch die Krise kommen soll

Zufrieden nach dem ersten Neujahrsempfang nach der Coronapause: Markus Kepp (IGW), Jöeg Neimcke, Vorsitzener des IVM,  Landrat Max Heimerl, Dr. Berhanrd Langhammer vom ChemDelta Bavaria, Mühldorfs Bürgermeister Michael Hetzl, Waldkraiburgs Bürgermeister Robert Pötzsch, Kurt Woelf (IVM), Joachim Mayer, Vorsitzender der IGW und Thomas Trettenbacher (IVM) (von rechts)
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Zufrieden nach dem ersten Neujahrsempfang nach der Coronapause: Markus Kepp (IGW), Jöeg Neimcke, Vorsitzener des IVM, Landrat Max Heimerl, Dr. Berhanrd Langhammer vom ChemDelta Bavaria, Mühldorfs Bürgermeister Michael Hetzl, Waldkraiburgs Bürgermeister Robert Pötzsch, Kurt Woelf (IVM), Joachim Mayer, Vorsitzender der IGW und Thomas Trettenbacher (IVM) (von rechts).

Mit Optimismus in schwierigen Zeiten: Beim Neujahrsempfang der Wirtschaftsverbände Mühldorf und Waldkraiburg betonten die Redner, wie schwierig die derzeitige Wirtschaftslage ist. Dabei stellten sie klare Forderungen auf, um den Wirtschaftsstandort Deutschland und Bayern zu sichern.

Mühldorf - Ein klares Bekenntnis zur deutschen und bayerischen Industrie forderte Mühldorfs Landrat Max Heimerl vor 300 Gästen beim Neujahrsempfang von Industrieverbund Mühldorf (IVM) und Industriegemeinschaft Waldkraiburg (IGW) im Mühldorfer Stadtsaal. Angesichts der Auswirkungen des Ukrainekrieges und der damit verbundenen Energiekrise müsse das Ruder herumgerissen werden. Sonst drohe eine Deindustrialisierung des Landes. „Dann reduzieren wir das Fundament, auf dem unser Wohlstand aufgebaut ist – ich habe aber nicht das Gefühl, dass das in Berlin alle begriffen haben“, sagte Heimerl.

Derzeit erlebe Deutschland Veränderungen und Umbrüche, politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich, „zum Teil von außen erzwungen“, sagte Heimerl. Mancher Umbruch sei von der aktuellen Ampel-Regierung politisch gewollt. Aber: „Ich bin und bleibe trotzdem Optimist, weil ich überzeugt bin, dass wir ein starkes Land und eine starke Region sind.“ Heimerl betonte: „Wir sind tapfer, mutig und wild entschlossen, unseren Wohlstand, unsere Demokratie und unseren sozialen Frieden zu erhalten – das fällt uns aber nicht in den Schoß“. Und deshalb stellte er eine deutliche Forderung auf: „Wir alle müssen Haltung zeigen, es ist die Zeit für klare Worte, für das Eintreten für die eigenen Überzeugungen“.

„So schaffen wir den Aufbruch im Umbruch“

Der Staat müsse wieder schneller werden. Der Bahnausbau der ABS 38 solle erst Mitte des nächsten Jahrzehnts kommen, die Genehmigung eines Windrades dauere sieben bis acht Jahren, dringend notwendige Stromtrassen würden nicht gebaut. „Bundes- und Landregierung sollten wieder den Mut aufbringen, Entscheidungen vor Ort treffen zu lassen. „Ich bin als Kommunalpolitiker bereit, die Verantwortung auf mich zu nehmen und ich stelle mich auch hin, wenn einmal etwas schiefgeht. Aber wenn wir auch weiterhin erst dann entscheiden, wenn wirklich auch das allerletzte Detail geklärt ist, dann kommen wir nicht gut durch die Krisen – auch das hat Corona gezeigt“. Als sein Motto gab er vor: „So schaffen wir den Aufbruch im Umbruch“

Dr. Bernhard Langhammer, Sprecher der Initiative Chemdelta Bavaria, nahm die geplante Einstellung des Betriebs von Dyneon im Chemiepark Gendorf mit dem Verlust von 650 Arbeitsplätzen in den Blick. Dabei gehe es nicht nur um Arbeitsplätze, sagt er. „Wir müssen auch daran denken, dass die Produkte, die in Gendorf hergestellt werden, dann nicht mehr in Deutschland produziert werden – wir sind dann einmal mehr auf Lieferungen aus Amerika und China angewiesen“, warnte der Experte.

Langhammer hält die chemische Industrie grundsätzlich für zukunftsfähig. „Sie kann grundsätzlich komplett klimaneutral produzieren und sie will es auch“. Dazu gehöre die weitgehende Elektrifizierung aller Prozesse, die Optimierung der Energieeffizienz und der Einsatz von Biomasse. „Unsere chemische Industrie, als eine besonders energieintensive Branche, steht in einem globalen Wettbewerb. Nur dort, wo wettbewerbsfähige Energiekosten bestehen, können diese Unternehmen erfolgreich sein.“ Angesichts der hier sichtbaren globalen Wettbewerbsunterschiede müsse das Thema Industriestrompreis von der Politik angegangen werden, „ansonsten wird es unausweichlich zu einer Verschiebung von Wertschöpfungsketten kommen, mit dann neuen Gewinnern, aber immer auch neuen Verlierern.

„Die Wirtschaft ist gefordert, ihren Beitrag zu leisten“

IVM-Vorsitzender Jörg Neimcke sprach in seiner Begrüßung von herausfordernden Jahren für die deutsche und internationalen Wirtschaft. Sowohl die Coronakrise als auch der Angriff auf die Ukraine hätten die Erkenntnis gebracht, dass die Weltwirtschaft ein fragiles Gebilde sei. Inflation und Klimakrise bestimmten derzeit die Diskussion. „Die Wirtschaft ist gefordert, ihren Beitrag zu leisten für den Klimaschutz und das will sie auch tun.“

Mühldorfs Bürgermeister Michael Hetzl betonte: „Wir sind in Mühldorf bislang noch einigermaßen gut durch die Krise gekommen.“ 2310 Unternehmen seien derzeit in der Kreisstadt gemeldet, sie böten rund 13.000 Arbeitsplätze. „Alleine im letzten Jahr wurden 50 Unternehmen in Mühldorf neu gegründet, das zeigt, dass es noch unternehmerischen Mut gibt bei uns“.

krb

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