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Aktion im Kreis Mühldorf

Windeln als Zeichen des Mitgefühls - Politische Jugend-Organisationen sammeln für die Ukraine

Eine selbstverständliche Hilfe: Sea Altmann und Max Wiltschka freuen sich über die Spenden von Veronika und Stefanie Klingl sowie ihrer Söhne Benedikt und Paul für die Flüchtenden in der Ukraine.
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Eine selbstverständliche Hilfe: Sea Altmann und Max Wiltschka freuen sich über die Spenden von Veronika und Stefanie Klingl sowie ihrer Söhne Benedikt und Paul für die Flüchtenden in der Ukraine.
  • Jörg Eschenfelder
    VonJörg Eschenfelder
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Mit einer gemeinsamen Aktion sammeln Nachwuchspolitiker aus dem Landkreis Mühldorf Spenden für die Ukraine. Die Menschen sind großzügig, auch wenn der Verzicht manchem schwerfällt.

Mühldorf – Die Schwestern Stefanie (37) und Veronika (31) Klingl halten mit zwei prall gefüllten Einkaufswagen vor dem schmucklosen Biertisch im Eingangsbereich des Globus. Geschwind geben sie Sea Altmann (Jusos) mehrere Kartons voller Windeln, Tempos, Duschgel und Hygieneartikel.

Spendenwagen quellen über

Altmann und sein Parteifreund Max Wiltschka packen die Spenden in ihre Sammelwagen, die langsam überquellen. „Wir holen jetzt die Klamotten und kommen gleich wieder“, ruft Stefanie und eilt mit ihrer Schwester davon.

Besucher sind sichtbar betroffen

In der Zwischenzeit bleiben weitere Passanten stehen, nehmen Info-Zettel mit oder werfen spontan einen Zehner in die Spendenbox.

„Die Resonanz ist riesig“, freut sich Altmann, der seit 9 Uhr mit anderen Jugendlichen der Nachwuchsorganisationen der politischen Parteien im Landkreis - Grüne Jugend, Junge Liberale, Jusos und Junge Union - gemeinsamen vor allem Sachspenden für die Flüchtenden aus der Ukraine sammelt.

Junge Mutter kämpft mit den Tränen

„Uns geht es so gut und dann das...“, Julia kämpft mit ihren Emotionen und den Tränen. Die 26-jährige Mutter zweier Kinder (vier Monate und zwei Jahre) aus Babensham kämpft mit ihrem Mitgefühl und hat unter anderem Duschgels und Shampoos gespendet. „Das ist doch selbstverständlich. Dort müssen sich Leute im Bad verstecken und uns geht es so gut.“

Der Krieg und das Leid sind für alle unfassbar und schweißen zusammen. Die Menschen, aber auch die Parteien. „Wir stehen alle zusammen“, sagt Maximilian Joschko (Junge Liberale). Nach der gemeinsamen Mahnwache vom Samstag sagten sich die Jungpolitiker „Wir wollen etwas Handfestes machen“, erzählt er. So entstand die Idee, die Flüchtenden mit Sachspenden zu unterstützen. Vor allem für Babys und junge Familien wird jetzt gesammelt. Alles, was gebraucht wird: Hygieneartikel, Nahrung, Kleidung, medizinische Produkte, Windeln, Feuchttücher, Milchpulver, Fläschchen und vieles, vieles mehr.

„Wir müssen jetzt einfach an einem Strang ziehen“, betont Stefanie Pollmann (Junge Union). „Es geht hier auch um Friede, Freiheit und unsere Werte.“

Bis Freitag stehen die Jungpolitiker von 9 bis 19 Uhr noch beim Globus in der Ladenzeile, wechseln sich im Schichtsystem ab, fahren mit dem Kreisjugendring, der mit einem Bus aushilft, die Spenden zur Waldkraiburger Kirche Maria Schutzfrau.

Zusammenarbeit mit Griechisch-Katholischer Pfarrei

Diese leitet sie dann an die Ukrainische Griechisch-Katholische Pfarrei Maria Schutz in München weiter, von wo sie an die Menschen in der Ukraine verteilt werden.

„Für uns war es selbstverständlich, die Aktion hier zu ermöglichen“, betont Globus-Personalleiter Peter Malcher, der angesichts der Ereignisse immer noch sprach- und fassungslos ist.

Endlich helfen können

So geht es eigentlich allen: Sie sind tief betroffen und froh, endlich konkret helfen zu können. Wie auch Stefanie und Veronika, die mit ihrer zweiten Fuhre zurückgekommen sind: „Wir haben heute früh davon gelesen, sofort Klamotten zusammengesucht, den Bus und die Kinder gepackt, für 150 Euro eingekauft und sind jetzt hier.“ Diesmal bringen sie vor allem Sachen, aus denen ihre Söhne Benedikt und Paul inzwischen herausgewachsen sind und die sie nicht mehr brauchen.

Benedikt schenkt sein Spielzeug her

Dem kleinen Benedikt fällt der Abschied zwar noch etwas schwer, als er in einer der Kisten ein altes Spielzeug entdeckt. Er lässt es dann aber doch klaglos in der Spendenbox, wohl auch weil er spürt, dass es für eine Sache ist, die größer und stärker ist und die derzeit alle umtreibt und zusammenschweißt.

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