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Stubnblues im Haberkasten-Innenhof

Willi Resetarits hat die Corona-Zeit genutzt – für ein Projekt hinter Plexiglascheiben

Eine Selbstversorgerhütte in Gastein hat den Ausschlag gegeben. Seitdem spielt Willi Resetarits mit dem Stubnblues.
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Eine Selbstversorgerhütte in Gastein hat den Ausschlag gegeben. Seitdem spielt Willi Resetarits mit dem Stubnblues.
  • Peter Becker
    VonPeter Becker
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Interview vielleicht sogar mit neuen Stücken: Willi Resetarits am Dienstag mit dem Stubnblues im Haberkasten-Innenhof.

Mühldorf – Am Dienstag findet um 19.30 im Haberkasten-Innenhof im Rahmen des Mühldorfer Sommerfestivals ein Konzert von Willi Resetarits und dem Stubnblues statt. „Ned erscht zum zwaatn Moi“ ist die Combo in der Stadt, wie sich der österreichische Sänger erinnert.

Das erste Mal gastierte der inzwischen 73-Jährige, der auch im österreichischen Rundfunk lange sehr erfolgreiche Sendungen machte, bereits vor 19 Jahren in Mühldorf. Im Interview mit den OVB-Heimatzeitungen hat der Menschenrechtsaktivist schon einmal einen Ausblick darauf gegeben, was seine Gäste im Haberkasten erwarten dürfen.

Herr Resetarits, wie haben Sie die Zeit mit Corona erlebt? Konnten Sie die Zeit ohne ihr Publikum konstruktiv nutzen?

Willi Resetarits: Auch in Österreich ging es den Kulturschaffenden vermutlich nicht viel anders, als in Bayern. Es muss schon mal laut gesagt werden, wie schlimm es für uns Musiker war: zuzusehen, wie selbstverständlich man bei der Einrichtung der ganzen finanziellen Schutzschirme die kulturellen Einrichtungen vergessen hat. Einem Musiker hilft es doch nichts, wenn die Veranstalter Ausfallentschädigungen bekommen! Irgendwann gab’s dann zwar schon mal bissl was, aber verwöhnt wurden wir in der Zeit nicht. Auch Studioaufnahmen, wie ich sie mir vorstelle, waren lange nicht möglich.

Und wie war das mit den Musikerkollegen?

Resetarits: Klar haben wir uns ausgetauscht und uns gegenseitig Aufnahmen zugeschickt. Trotzdem war ganz anders, als ich es seit 50 Jahren gewohnt war, Musik zu machen. Vor Kurzem konnten wir aber dann Aufnahmen zum neuen Album im Studio angehen und das lief sehr gut, denn Projekt ist so gut wie fertig. Auch wenn der Blickkontakt immer noch nur durch Plexiglas möglich war, war es befreiend, wieder gemeinsam musizieren zu können. Im Haberkasten wollen wir das neue Programm spielen. Obwohl es für diejenigen, die uns bisher nicht kennen, ja egal ist: für die ist ja eh alles neu.

Wie heißt denn das neue Album? Kann man es schon kaufen?

Resetarits: Nein, kaufen kann man es voraussichtlich erst ab Oktober. Die Lieder sind alle neu und Eigenkompositionen, mit denen wir hauptsächlich Texte des von mir sehr verehrten österreichischen Schriftstellers H.C. Artmann vertont haben. Besser als dieser leider schon verstorbene Poet sind wir nicht. Es könnte aber schon sein, dass wir in Mühldorf ein-zwei Coverversionen einbauen. Mehr aber nicht.

Sie sind die Integrationsfigur ihrer Blues-Combo, früher haben Sie schließlich politische Musik gemacht. Wie ist es zu dem Wandel gekommen?

Resetarits: Das ist lange her. Schon beim ersten Mal im Haberkasten hatte ich einige Mitglieder des heutigen Stubnblues dabei. Das sind wirklich sehr gute Musiker aus dem Salzburger Raum und einer kommt aus Tirol. In der Schul- und Studienzeit in Wien schwamm ich auf der damals unvermeidlichen Rolling-Stones-Welle mit. Auch wenn ich erstaunt war, dass ich davon leben konnte, habe ich doch immer wieder die Mutter besucht, um dort zu essen. Die Idee mit Blues und dem Jazz war dann ein selbstgewählter Auftrag: auf einer Selbstversorgerhütte am Stubner Kogl in Gastein ließ der brüllende und tobende Sturm kein Skifahren zu und so brachten wir diese Musik mit anspruchsvollen Texten auf den Berg und nahmen sie danach auch wieder mit ins Tal.

Ihre musikalischen Wurzeln beschränken sich nicht nur auf Wien alleine, oder?

Resetarits: Neben dem mit wienerischen Texten besungenen Blues haben einige Lieder aber auch ihre Wurzel in den Volksweisen der mehrsprachigen Enklave im Burgenland, in der ich die ersten Jahre aufgewachsen bin. Burgenlandkroatisch hat sich in seiner ursprünglichen Form nicht nur als Sprache, sondern eben auch im Liedgut dort über Jahrhunderte erhalten.

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