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INTERVIEW: CORONA UND EHRENAMT

Wille zum Engagement ungebrochen: Neue Aufgaben für Mühldorfer Ehrenamtliche in Corona-Zeiten

Alfons Wastlhuber, Geschäftsführer der Freiwilligenagentur im Landkreis Mühldorf, sieht weiter viele neue Aufgaben auf das Ehrenamt zukommen.
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Alfons Wastlhuber, Geschäftsführer der Freiwilligenagentur im Landkreis Mühldorf, sieht weiter viele neue Aufgaben auf das Ehrenamt zukommen.
  • Josef Bauer
    VonJosef Bauer
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Mühldorf – Die Corona-Pandemie stellt auch die Ehrenamtlichen im Landkreis Mühldorf vor ungekannte Herausforderungen. Alfons Wastlhuber, Geschäftsführer der Freiwilligenagentur für den Landkreis, spricht im Interview über deren Situation sowie Probleme in der Krise und wirft einen Blick in die Zukunft.

Welche Schlüsse lassen sich für das Ehrenamt aus der Pandemie ziehen?

Alfons Wastlhuber: Die Corona-Pandemie hat eklatanten Nachhol- und Verbesserungsbedarf in vielen gesellschaftlichen Bereichen aufgezeigt und erhebliche – insbesondere auch digitale – Schwächen aufgedeckt. Hier kann ehrenamtliche Unterstützung mithelfen, Versäumtes nachzuholen. Unter Kosten-, Nutzen-, und Akzeptanzaspekten gilt es, digitale Unterstützungsmöglichkeiten im Ehrenamt und neue Betätigungsfelder für ehrenamtlich Interessierte zu generieren sowie auch neue Zielgruppen für eine ehrenamtliche Tätigkeit zu erschließen – wie Menschen mit Behinderung, Migrationshintergrund oder auch zugezogene Bürger.

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Wie hat die Agentur auf die Corona-Pandemie reagiert?

Wastlhuber: Als eine der ersten Freiwilligenagenturen in ganz Bayern haben wir beim ersten Lockdown ein Corona-Hilfe-Center eingerichtet. Wir konnten in einer Datenbank Hilfe-Suchende sowie Bürger eintragen, die ihre Hilfe anbieten. Das Thema war für alle Neuland. Herausforderung war es, schnell zu reagieren, gut zu kooperieren und Abläufe zu koordinieren, aber auch manchmal zu improvisieren- Und das unter enger gegenseitiger Abstimmung zur Vermeidung von Parallelarbeiten. Unterstützt haben wir – auf Basis der Hilfedatenbank, in der sich spontan viele Mitbürger aus dem ganzen Landkreis und darüber hinaus registriert hatten – vor allem das kurzfristig organisierte Maskennähstüberl des BRK und den gemeinsamen Lieferdienst der Mühldorfer Tafel durch Vermittlung von Ehrenamtlichen.

Gibt es besondere Probleme im Landkreis?

Wastlhuber: Aus meiner Sicht nicht. Wie andernorts auch leidet insbesondere das Ehrenamt unter den Kontaktbeschränkungen. Der Wille, sich ehrenamtlich zu betätigen, ist ungebrochen. Das wurde durch die vielen spontanen Angebote und Initiativen in Form von Nachbarschafts- und Einkaufshilfen, der ehrenamtlichen Unterstützung der Mühldorfer Tafel oder beim Maskennähen während des ersten Lockdowns wieder einmal unter Beweis gestellt.

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Wie bewerten Sie die Bereitschaft, sich ehrenamtlich zu engagieren ?

Wastlhuber: Die Bereitschaft sich ehrenamtlich zu engagieren ist weiterhin groß. Sehr erfreulich war in diesem Zusammenhang auch die spontane Bereitschaft vieler junger Bewohner im Landkreis, sich einzubringen. Aber auch Bürger mit Migrationshintergrund haben sich mit tollem Engagement eingebracht. Und natürlich, nicht zu vergessen, auch viele Vereine. Hier gilt es, diese Bereitschaft zu verstetigen und das Potenzial an ehrenamtlich hilfsbereiten Mitmenschen über die Pandemiezeit hinaus zu nutzen und zu fördern.

Welche Ziele haben Sie sich mit dem Ende der Pandemie gesetzt?

Wastlhuber: Es gilt mehr denn je, die Bereitschaft, sich ehrenamtlich zu betätigen, weiter zu fördern und zu unterstützen, dafür zu werben und neue Zielgruppen für ein Ehrenamt zu begeistern. Man muss Überzeugungsarbeit leisten, welchen ideellen Gewinn, welche persönliche Bereicherung jeder Einzelne mit der Übernahme eines Ehrenamts erzielen und welchen Gemeinnutzen er schenken kann. Neue Betätigungsfelder und ehrenamtliche Angebote sind zu erschließen – insbesondere auf digitaler Ebene. Es ist wichtig, sich um das Thema Anerkennung und Sichtbarmachung des Ehrenamts zu bemühen. Ein bedeutender Aspekt ist für mich die Nachhaltigkeit von spontan entstandenen Initiativen und Hilfsangeboten über die Pandemie hinaus, denn Corona wird uns sicher noch lange begleiten.

War Nachbarschaftshilfe ein großes Thema?

Wastlhuber: Viele Mitmenschen sind in Corona-Zeiten auf externe Hilfe angewiesen, zum Beispiel beim Einkaufen. Gerade in der Pandemie hat sich spontan eine ganze Reihe neuer Initiativen in Form von Nachbarschafts- und Einkaufshilfen gebildet, von denen wir einige auch unterstützt und beraten haben. Unser Ziel ist es – im Sinne des Nachhaltigkeitsgedankens – diese spontanen ehrenamtlichen Zusammenschlüsse zu stabilisieren und sie nach Corona strukturiert fortzuführen.

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