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Kontakt- und Begegnungsstätte der Caritas

Wie KOLA Suchtkranken aus Mühldorf und Altötting hilft

Alexandra Bohn (links) bedankt sich bei wichtigen Wegbegleitern, wie (ab Zweiter von links) Teamleiterin Sandra Haslbeck, dem Leiter der Suchtambulanz Mühldorf Franz Kreitmeier und dem stellvertretenden Caritas-Geschäftsführer Peter Erd aus Altötting für die gute Zusammenarbeit. Becker
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Alexandra Bohn (links) bedankt sich bei wichtigen Wegbegleitern, wie (ab Zweiter von links) Teamleiterin Sandra Haslbeck, dem Leiter der Suchtambulanz Mühldorf Franz Kreitmeier und dem stellvertretenden Caritas-Geschäftsführer Peter Erd aus Altötting für die gute Zusammenarbeit. Becker
  • Peter Becker
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Bereits im Oktober eröffnete der Kontaktladen für die Landkreise Mühldorf und Altötting. Jetzt wurde die Kontakt- und Begegnungsstätte der Caritas offiziell eingeweiht.

Töging – Alexandra Bohn von der Suchtambulanz Mühldorf und ihr Altöttinger Kollege Albert Seitz erinnerten sich als „Eltern des gemeinsamen Kindes“ an die Zeit seit der ersten Idee im Jahr 2015 bis zur Eröffnung im vergangenen Jahr.

Albert Seitz und Alexandra Bohn können sich über eine gelungene Zusammenarbeit freuen.

Insgesamt 105 Termine waren außerhalb der normalen Geschäftstätigkeit der Suchtambulanzen in den Landkreisen Altötting und Mühldorf nötig, um das Projekt Kontaktladen (KOLA) erfolgreich abschließen zu können. So war man lange Zeit erfolglos auf der Suche nach einer Örtlichkeit: „Mehrfach hatten wir eine Zusage, aber trotz vieler Gespräche gab es am Ende dann keine Unterschrift“, erinnert sich Albert Seitz, der im gleichen Zug Vermieter Markus Leserer für sein Entgegenkommen lobte.

Bei den rund 300 Quadratmetern Nutzfläche und zusätzlichem Gartenanteil im Erdgeschoss des neu gebauten Hauses in der Dortmunder Straße 22 hatten die Träger sogar ein Wörtchen bei der Raumgestaltung mitzureden.

Die Pfarrer Hans-Albrecht Klüter (links) und Piotr Wandachowicz erteilten den offiziellen Segen.

Fördermittel vom Bezirk Oberbayern

Einen großen Schub gab dem Projekt die Förderzusage des Bezirks Oberbayern im November 2018. „Ich kann mich noch gut erinnern, als Frau Bohn und Herr Steffke 2017 mit der Idee zu mir kamen“, sagte Bezirksrätin Claudia Hausberger. Zwar wurde das Projekt erst einmal abgelehnt, doch nach Briefen an den Bezirkstagspräsidenten kam das Projekt dann im Sozialausschuss nochmals auf den Tisch und wurde bewilligt.

Vermeintlicher Nachteil hat sich als Vorteil erwiesen

Den Hauptgrund benannte Tögings Zweite Bürgermeisterin Renate Kreitmeier in ihrem Grußwort: „Oft ist es von Nachteil, zwischen Altötting und Mühldorf zu liegen, in dem Fall war es definitiv ein Vorteil“. „Das ist wirklich eine tolle Einrichtung geworden“, ergänzte die Vertreterin der Stadt Töging, die das Projekt von Beginn an unterstützte.

Für Suchtkranke aus beiden Landkreisen gut erreichbar

Dass Suchtkranke aus beiden Landkreisen dieses niedrigschwellige Angebot der Suchtambulanzen gut erreichen können, war auch der Hauptgrund für den Bezirkstag, sich der Sache anzunehmen, wie sich auch Altöttings Bezirksrätin Gisela Kriegl an ihre erste Ausschusssitzung erinnerte: Der Bezirk sorgte für die Erstausstattung und trägt auch einen guten Teil der laufenden Kosten.

Unterstützung kam aber auch von vielen Seiten. So konnte bei einer Schulräumung im Münchner Hasenbergl und bei der Aufgabe eines Instituts der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität Mobiliar abgeholt werden. Bei der Abholung und der vorübergehenden Einlagerung der Möbel waren die Firmen Baierl&Demmelhuber sowie Schmidt Kunstholzbau behilflich. Die Stiftung des gebürtigen Altöttingers Ernst Prost spendete 30 000 Euro, sodass zusammen mit der Aktion Sorgenkind ein Kleinbus angeschafft werden konnte, der Gäste aus den beiden Landkreisen von und nach Töging bringt, wenn keine Möglichkeiten mit öffentlichen Verkehrsmitteln bestehen.

Täglich kommen rund 15 Gäste ins KOLA

„Aktuell haben wir drei Ehrenamtliche, die uns bei den Busfahrten unterstützen“, erklärt Sozialpädagoge Samuel Pinkofsky. Er ist einer von insgesamt fünf Festangestellten, die inzwischen täglich mehr als 15 Gäste im KOLA Töging zum Brunch, Gespräch und Kaffee willkommen heißen.

Wer Mittagessen will, sollte sich am Tag zuvor melden und muss einen kleinen Unkostenbeitrag entrichten. Die anderen Möglichkeiten, wie Duschen, Waschmaschinen oder etwaige Hilfeleistungen der Sozialpädagogen, können gratis genutzt werden. Als Träger engagieret sich die Caritas. Der Suchthilfeverein Brücke aus Burghausen leistet ebenfalls große Unterstützung.

Bleibendes Zeichen christlicher Hilfsbereitschaft

Der evangelische Geistliche Johann-Albrecht Klüter wünschte den Gästen der Einrichtung, an deren Stelle früher ein Getränkeladen zu finden war, den gleichen Mut, den auch die Emmausjünger hatten (Mk 16,12-13). Tögings katholischer Pfarrer Piotr Wandachowicz bezeichnete die neue Einrichtung als ein „bleibendes Zeichen christlicher Hilfsbereitschaft“ und spendete anschließend mit Weihwasser den Segen.

Geöffnet ist der Kontaktladen von Montag bis Freitag von 9 bis 16 Uhr, donnerstags sogar bis 18 Uhr. Unter Telefon 0 86 31/9 01 92 25 oder 01 51/19 60 42 87 kann man sich fürs Mittagessen anmelden oder den Fahrdienst buchen und weitere Details erfahren.

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